Magnifizenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Magnifizenz · Nominativ Plural: Magnifizenzen
Aussprache 
Worttrennung Ma-gni-fi-zenz · Mag-ni-fi-zenz
Herkunft aus magnificentialat ‘edler Charakter, Hochherzigkeit, Großtuerei, Pracht, Prunk’ < māgnificuslat ‘sich groß zeigend, großartig, prachtliebend’ < māgnuslat ‘groß’ + facerelat ‘machen, tun’
eWDG

Bedeutung

Titel und Anrede für den Rektor einer Universität, Hochschule
Beispiel:
(Seine) Magnifizenz ist verhindert und kann die Vorlesung nicht halten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Magnifizenz f. Titel und Anrede des Rektors einer Universität oder Hochschule, früher auch des Bürgermeisters einer freien Stadt. Lat. magnificentia ‘edler Charakter, Hochherzigkeit, Großtuerei, Pracht, Prunk’ gehört formal zu den Steigerungsformen magnificentior, magnificentissimus von lat. magnificus ‘sich groß zeigend, großartig, prachtliebend’ (zu lat. magnus ‘groß’ und facere ‘machen, tun’). Im 16. Jh. wird Magnificenz ‘Hochherzigkeit, Großartigkeit, Pracht, Herrlichkeit’ entlehnt und hält sich in dieser Bedeutung bis ins 18. Jh. Das Adjektiv lat. magnificus wird im 4. Jh. Titel und Anrede römischer Patrizier; entsprechend gilt nlat. rector magnificus bzw. frz. recteur magnifique als Titel für den Rektor einer Universität (17. Jh.). Nach diesem Vorbild und in Anlehnung an Anredeformen wie Eure Herrlichkeit entsteht die Anrede (Eure) Magnifizenz für Doktoren, Professoren und (heute ausschließlich) Rektoren (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Magnifikus  ●  Hochschulrektor  akademisch · Magnifizenz  Anredeform, formell, akademisch · ↗Rektor  männl., akademisch · Rektorin  weibl., akademisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Magnifizenz‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Magnifizenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Magnifizenz‹

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Aber vor diesen Lohn haben die Magnifizenzen den Schweiss gesetzt.
Die Zeit, 30.10.1995, Nr. 44
Wahr ist allerdings, daß sich die Magnifizenz nicht bemühte, wirklich verstanden zu werden.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 315
Auch ist dieses "Magnifizenz" nur bei feierlichen Anlässen üblich, nicht aber im täglichen Verkehr.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 247
Da saßen sie andächtig auf den Polsterstühlen und hörten die Begrüßungsrede Seiner Magnifizenz.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 59
Der Wortführende Bürgermeister hatte den Titel "Magnifizenz" und neigte dazu, ihn mit "Majestät" zu verwechseln.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 23
Zitationshilfe
„Magnifizenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Magnifizenz>, abgerufen am 17.04.2021.

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