Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mal, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mal(e)s · Nominativ Plural 1: Male · Nominativ Plural 2: selten Mäler
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Mal‹ als Erstglied: Mallinie · Malstange  ·  mit ›Mal‹ als Letztglied: Brandmal · Denkmal · Ehrenmal · Erinnerungsmal · Feuermal · Gedächtnismal · Grabmal · Hautmal · Kainsmal · Mahnmal · Merkmal · Muttermal · Nägelmal · Schandmal · Steinmal · Wundmal · Würgemal · Würgmal
eWDG

Bedeutungen

1.
Zeichen, Fleck auf der Haut, am Körper
a)
Beispiele:
er trug ein Mal auf der Stirn
[…] Mäler von dem grünlichen Safte waren [an der Hand] verblieben […] [ RinserRinge27]
b)
Wundmal
Beispiele:
ein blutiges Mal
[…] die dicken […] Blutstropfen, die aus den Malen quollen […] [ EulenbergSonderbare Geschichten22]
c)
Muttermal
Beispiel:
sie hat ein kleines, rotes, feuriges Mal im Gesicht
2.
Monument, Mahnmal, Denkstein
Beispiel:
[…] sahen wir in der Ferne etwas, was einem Mal glich, das sich jemand aufgerichtet hat […] [ NossackSpirale357]
3.
Sport markierter Punkt für den Beginn und das Ziel, besonders beim Schlagballspiel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mal2 · Denkmal · Mahnmal · Merkmal · Muttermal · Wundmal
Mal2 n. ‘Zeichen, Fleck, verfärbte Hautstelle’ (Wund-, Muttermal), hervorgegangen aus ahd. māl, vgl. ougmāl ‘Augenschminke’, anamāl(i) ‘Narbe’ (9. Jh.), mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, mnl. mael, nl. maal, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ (germ. *mēla-; zu Herkunft und Verwandtschaft s. malen), mit dem ahd. (um 800), mhd. meil ‘Fleck, Zeichen, Befleckung, Sünde, Schande’ in frühnhd. mal ‘Zeichen, Fleck, Markierung’ zusammenfällt, wobei zugleich vielfach semantischer Einfluß von lautgleichem Mal1 (s. d.) erkennbar ist. Die Herkunft von ahd. mhd. meil, mnd. mēl, aengl. māl, engl. mole ‘Muttermal’, got. mail ‘Runzel’ ist ungewiß. Vielleicht sind vergleichbar griech. miá͞inein (μιαίνειν) ‘beflecken, besudeln’ und lit. máiva ‘Sumpfboden’, so daß eine Wurzel ie. *mai- ‘beflecken, beschmutzen’ angenommen werden kann. – Denkmal n. ‘Erinnerungszeichen’ (16. Jh.); seit dem 17. Jh. (wohl unter Einfluß von Monument, s. d.) ‘gegenständliches Bauwerk, Standbild’. Mahnmal n. ‘zur Mahnung, Erinnerung gesetztes Zeichen oder Denkmal’ (20. Jh.). Merkmal n. ‘Kennzeichen’ (17. Jh.). Muttermal n. ‘von Geburt an vorhandener Fleck, Zeichen in der Haut’ (16. Jh.). Wundmal n. ‘Zeichen einer körperlichen Verletzung, frische oder vernarbte Wunde’, ahd. wuntmāli (um 1000), wuntmāl (11. Jh.), mhd. wuntmāl.
Zitationshilfe
„Mal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mal#1>.

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Mal, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mal(e)s · Nominativ Plural: Male
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Mal‹ als Letztglied: achtmal · allemal · andermal · beide Mal · diesmal · dutzendmal · ein Mal · einmal · hundert Mal · hundertmal · jedes Mal · keinmal · manchmal · paarmal · tausend Mal · tausendmal · vielmal · zehnmal · zigmal · zumal · zwölfmal
 ·  mit ›Mal‹ als Binnenglied: jedesmalig · letztmalig  ·  formal verwandt mit: oftmals · sintemal
eWDG

Bedeutung

weist darauf hin, wie oft oder wann sich etwas ereignet (hat)   Zeitpunkt unter mehreren
Grammatik: besonders in Verbindung mit Ordinalzahlen und Indefinitpronomen
Beispiele:
es war das erste, zweite, letzte, einzige Mal, dass …
dies war das erste und das letzte Mal, dass ich ihm geglaubt habe
er läutete zum zweiten Male
zum hundertsten Male hat sich das ereignet
voriges, letztes Mal
die letzten Male ging es besser
nächstes, ein anderes Mal setzen wir unsere Unterhaltung fort
(so) manches (liebe) Mal haben wir zusammengesessen
ich bin ein einziges Mal dort gewesen
das eine Mal hättest du zu Hause bleiben können
ein zweites Mal soll es nicht wieder vorkommen
er hat schon Dutzende von Malen teilgenommen
zu wiederholten Malen, zu Dutzenden von Malen habe ich es ihm schon gesagt
beide, mehrere, einige Male ist er gesehen worden
von Mal zu Mal hat er sich verändert, verbessert
er hat mich von Mal zu Mal vertröstet
es gelang ihm beim ersten, zum ersten Mal
ein ums, um das andere Mal, ein übers, über das andere Mal ist er an der Reihe
ein für alle Mal (= für immer) ist jetzt Schluss
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mal1 · zumal · allzumal · dazumal
Mal1 n. ‘Zeitpunkt’, ahd. (um 1000), mhd. mnd. māl ‘ausgezeichneter Punkt, Zielpunkt, Grenzzeichen, Zeitpunkt, festgesetzte Zeit’, nhd. Mal ‘Zeitpunkt’ und (davon nur orthographisch geschiedenes) Mahl ‘Mahlzeit, Essen’ (s. d.), mnl. mael, nl. maal ‘Zeit(punkt), Mahlzeit’, afries. mēl, aengl. mǣl ‘Maß, Zeitpunkt, Jahreszeit, Mahlzeit’, engl. meal ‘Mahlzeit, Essen’, anord. māl ‘Zeit(punkt), Mahlzeit, Maß’, schwed. mål ‘Mahlzeit, Essen’, got. mēl ‘Zeit, Stunde’ (germ. *mēla-) geht mit mnd. mēle ‘Trog, Mulde, (Butter)maß’, aengl. mēle, mæle ‘Napf’, anord. mælir ‘Maß, Köcher’, got. mēla ‘Scheffel’ von einer Grundbedeutung ‘etw. Abgestecktes, Abgemessenes’ bzw. ‘Gefäß zum Abmessen, Maß’ aus und kann als Bildung mit l-Suffix an die Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, messen, abmessen’ angeschlossen werden. Mit t-Suffix sind vergleichbar aind. māti- ‘Maß, richtige Erkenntnis’, mímāti ‘mißt’, griech. métron (μέτρον) ‘(das rechte, volle) Maß, Ziel, Länge, Größe, Silben-, Versmaß’ (s. Metrum), lat. mētīrī ‘(ab)messen’ und russ. métit’ (метить) ‘ein Zeichen machen, zielen, trachten’. Die im Germ. entstandene Bedeutung ‘Zeitpunkt’ entwickelt sich aus der räumlichen Auffassung ‘Punkt im Raum’. zumal Adv. Konj. ‘besonders, vor allem, weil’, mhd. ze māle, zemāl ‘auf einmal, zugleich, alsbald’, mnd. tō māle. Vgl. ahd. nū zi māle ‘für dieses Mal, jetzt’ (um 1000). Die Bedeutung geht aus von ‘zu diesem Zeitpunkt, zugleich’ und entwickelt sich über ‘zusammen (mit), auch’ zu ‘insbesondere’. Verstärkt allzumal Adv. ‘besonders, gänzlich, überhaupt, insgesamt’, spätmhd. alzemāle, mnd. altōmāle; s. all. dazumal Adv. Konj. ‘damals, einst’, mhd. dō ze māle; s. da2.

Typische Verbindungen zu ›Mal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mal‹.

Doping acht allererst allerletzt ander dritt eine einzig elft erst fünft hundertsten letzt neunt nächst paar sechst siebent ungezählt unzählig viel viert vorig weit wenige wiederholt x-ten zehnt zweit zwölft

Verwendungsbeispiele für ›Mal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lächelt mich an, das Mal rot auf ihrer weißen Haut. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 299]
Zum ersten Mal hören wir so etwas wie deutliche Kritik. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 122]
Nach zwei Stunden kamen wir schließlich zum ersten Mal zu Wort. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 393]
Freilich haben wir sie auch so nicht mit einem Male. [Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067]
Es ist hoffentlich das letzte Mal, daß wir lange anstehen mußten. [De Maizière, Lothar: Ansprache zum Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 04.11.1998. In: Henner Barthel (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig, 1998 [1990], S. 189]
Zitationshilfe
„Mal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mal#2>.

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