Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
eWDG

Bedeutungen

1.
Kunst, Gemälde herzustellen, Malkunst
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
sich der Malerei widmen
umgangssprachlichdie Malerei aufstecken
abstrakte, gegenständliche Malerei
die Malerei der Romantik, Gotik
die italienische, niederländische Malerei
2.
Werk eines Kunstmalers, Gemälde
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
die Wände waren mit Malereien behängt
in den mit guten Malereien behängten Räumen [ G. Hauptm.Quint1,406]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

malen · Maler · Malerei · malerisch
malen Vb. ‘mit Pinsel und Farbe oder Stift gestalten, mit Farbe (be)streichen’, ahd. mālōn, mālēn (9. Jh., doch vgl. schon inmālēn, 8. Jh.), mhd. mālen ‘ein Zeichen machen, abgrenzen, bunt verzieren, färben, schreiben, im Geist entwerfen, malen, zeichnen’, asächs. mālon ‘verzieren, bemalen’, mnd. mālen, aengl. gemǣlan ‘ein Zeichen machen’, anord. mæla ‘malen’, got. mēljan ‘schreiben’. Mit der Ausgangsbedeutung ‘(dunkle) Farbe auftragen, mit einem farbigen Zeichen versehen’ (daher auch ‘mit Farbe schreiben’) stellen sich die Verben zu einem gemeingerm. Substantiv, das in ahd. mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, asächs. (hōbið) māl, aengl. mǣl, anord. māl, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ belegt und mit aind. malináḥ ‘schmutzig, unrein’, málam ‘Schmutz, Kot, Dreck, Unreinlichkeit’, griech. mélās (μέλας) ‘dunkelfarbig, schwarz, finster’, lit. mė́las ‘blau’, mel̑svas ‘bläulich’, russ. malína (малина) ‘Himbeere’ verwandt ist. Zugrunde liegt die in Farbbezeichnungen auftretende Wurzel ie. *mel(ə)-, besonders ‘von dunklem, unreinem Farbton, Schmutz, beschmutzen’ (wozu vielleicht auch Molch, s. d.). Vgl. dazu auch die Entwicklung von Mal2 (s. d.). Redensartlich den Teufel an die Wand malen ‘Schlimmes vorhersagen’ (16. Jh.). Maler m. ‘mit Pinsel und Farbe gestaltender Künstler’, auch ‘Anstreicher’, ahd. mālāri (9. Jh.), mhd. mālære, māler, mæler, asächs. māleri, mnd. māler(e), mnl. maelre, afries. mēler, māler. Malerei f. ‘Kunst des Malens, Gesamtheit der Gemälde’ (15. Jh.). malerisch Adj. ‘die Malerei betreffend, für die Malerei typisch, zum Malen geeignet, romantisch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Malerei (Gattung) [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • bildende Kunst · gestaltende Kunst
  • Hochkultur · Kultur der (gesellschaftlichen) Eliten

Typische Verbindungen zu ›Malerei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Malerei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Malerei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er dachte an alte Malereien, die er in Museen gesehen hatte, ohne sie recht zu verstehen. [Musil, Robert: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1983 [1906], S. 14]
Statt über Geschichte zu triumphieren, sieht Malerei sich dieser ausgeliefert. [Germer, Stefan: Le Répertoire des Souvenirs. In: Germer, Stefan u. Fath, Manfred (Hgg.), Edouard Manet, Augenblicke der Geschichte, (Katalog zur Ausstellung in der Städtischen Kunsthalle Mannheim vom 18. Oktober 1992 bis 17. Januar 1993) München: Prestel 1992, S. 43]
Auch die Malerei steht gegen den Inhalt, sie trägt sich vor, statt einfach zu dienen. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 266]
Doch war die Freude an der Kunst, namentlich an der Malerei damals schon in mir lebendig. [Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1637]
Ein Übergang zur informellen Malerei ergab sich damit wie von selbst. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Malerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Malerei>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Malerdichter
Malerbetrieb
Malerauge
Malerarbeit
Maler
Maleremail
Malerfarbe
Malerfolie
Malergehilfe
Malergeselle