Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Malheur, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Malheurs · Nominativ Plural: Malheure/Malheurs
Aussprache 
Worttrennung Mal-heur (computergeneriert)
Herkunft aus gleichbedeutend malheurfrz < malfrz ‘schlecht, schlimm, übel’ + historisch heurfrz ‘Geschick, Glück’
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich kleines Unglück, Missgeschick
Beispiele:
ein Malheur ist geschehen
ihm ist ein Malheur passiert
er hat (mit dem Füllhalter) Malheur gehabt
wenn Sie nicht sofort verschwinden, passiert, gibt es ein Malheur!
das gibt ein Malheur!
salopper sieht aus wie ein Stück Malheur (= sieht beklagenswert aus)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Malheur n. ‘Unglück, Ungeschicklichkeit’, Übernahme (18. Jh.) von gleichbed. frz. malheur m., zusammengesetzt aus frz. mal ‘schlecht, schlimm, übel’ (von lat. malus ‘schlecht, böse’) und heute veraltetem frz. heur, afrz. ëur ‘Geschick, Glück’ (von vlat. *agūrium neben agurium für lat. augurium ‘Beobachtung und Deutung der Wahrzeichen, besonders des Vogelflugs, Vorzeichen, Vorbedeutung’). Frz. heur übernimmt das anlautende h- von frz. heure ‘Stunde’ (aus lat. hōra), an das es volksetymologisch angelehnt wird. Mit Rückgang des Glaubens an die Wahrsagekunst tritt im Frz. die neutrale Bedeutung ‘Geschick, (gute oder schlechte) Chance’ in den Vordergrund, afrz. ëur, frz. heur wird deshalb früh mit determinierenden Attributen versehen. Aus solchen Fügungen erwachsen die Komposita frz. malheur ‘schlechtes, schlimmes Geschick, Unglück’, bonheur ‘gutes, glückliches Geschick, Glück’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fehler · Fehlgriff · Fehlleistung · Fehlschlag · Malheur · Missgeschick · Panne  ●  Griff ins Klo  derb, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Malheur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Malheur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Malheur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Hinblick auf dieses soziale Malheur hatte ich schon daran gedacht, mich mit Mama am blauen Kreuz zu beteiligen. [Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10088]
Vorher hätte das Unternehmen zweimal an einem Malheur scheitern können. [Der Spiegel, 13.09.1982]
Wenig später konnte er über das bittere Malheur aber schon wieder schmunzeln. [Die Zeit, 16.03.2013 (online)]
Die Schuld an dem Malheur gibt er ausschließlich sich selbst. [Die Zeit, 01.01.2012 (online)]
Uwe bemerkt das Malheur nicht, verlegen kratzt er sich hinter den Ohren. [Die Zeit, 27.11.1995, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Malheur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Malheur>.

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