Manöver, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Manövers · Nominativ Plural: Manöver
Aussprache
WorttrennungMa-nö-ver
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Militär große militärische Übung unter Anpassung an kriegsmäßige Bedingungen
Beispiele:
(ein) Manöver abhalten, veranstalten, durchführen
die Truppen zogen ins Manöver
ins Manöver rücken
großangelegte Manöver
2.
Militär organisierte Truppenbewegung mit dem Ziel, dem Gegner gegenüber in eine vorteilhafte Lage zu kommen
Beispiele:
das Flugzeug konnte sich durch ein geschicktes Manöver der Verfolgung entziehen
Der Gegner erwartet alle möglichen Manöver, Umgehung, Finte, Flankierung, Scheinangriff [ZuckmayerBlombergII 1]
3.
abwertend, übertragen geplante Handlung, mit der man etw. anderes beabsichtigt, als man vorgibt, Winkelzug
Beispiele:
durch ein taktisches Manöver erreichte er sein Ziel
plumpe Manöver
politische Manöver
jmds. Manöver durchschauen
der Gegner verhinderte durch geschickte Manöver den Abschluss des Abkommens
4.
Seemannssprache Bewegung eines Schiffsverbandes, eines Schiffes, die es aus seiner Ruhelage oder gleichförmigen Bewegung herausbringt
Beispiele:
das Schiff konnte sein Manöver nicht rechtzeitig ausführen
ein Manöver fahren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manöver · manövrieren · ausmanövrieren
Manöver n. ‘kriegsmäßige (periodisch wiederkehrende) Übung (von Teilen) der Armee, festgelegte Tätigkeit an Bord von Schiffen’, übertragen ‘Kunstgriff, Scheinmaßnahme, Ablenkungsversuch’, Entlehnung (18. Jh.) aus gleichbed. frz. manœuvre f., hervorgegangen aus mlat. manuopera ‘Handarbeit’, auch ‘Fron, Last’ (in den Kapitularien Karls des Großen), einer Zusammensetzung aus lat. manus ‘Hand’ und lat. opera ‘Arbeit, Mühe, Tätigkeit’, die vielleicht als Übersetzung von ahd. hantwerc ‘Handarbeit, Verfertigung’ (s. ↗Handwerk) gelten kann. Afrz. manuevre, frz. manœuvre bedeutet ursprünglich ‘Arbeit mit der Hand’, bezeichnet dann alle Tätigkeiten, die nötig sind, um ein Schiff zu lenken und zu führen, den Umgang mit den Ankern und Tauen, ferner den rechten Handgriff, um etw. zuwege zu bringen, ‘Kunstgriff, Kniff’, und gilt schließlich (seit Ende 17. Jh.) für ‘militärische Truppenbewegung(en)’. manövrieren Vb. ‘Truppenübungen veranstalten, Schiffswendungen durchführen, geschickt vorgehen’ (18. Jh.), frz. manœuvrer, eigentlich (afrz.) ‘mit der Hand arbeiten’. ausmanövrieren Vb. ‘durch geschicktes Vorgehen überlisten’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aktion · ↗Einsatz · Manöver · ↗Operation
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Marine Raketentest Truppenbewegung abgehalten abhalten betrügerisch diplomatisch durchführen durchschaubar durchschauen durchsichtig gemeinsam geschickt gewagt großangelegt halsbrecherisch heikel innenpolitisch kompliziert mißlingen parteipolitisch parteitaktisch raffiniert riskant taktisch trickreich undurchsichtig waghalsig wahltaktisch Übung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Manöver‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die hat er in einem kühl kalkulierten Manöver hinter sich geschart.
Der Tagesspiegel, 23.09.1997
Es wäre das erste derartige amerikanisch-russische Manöver im All seit 20 Jahren.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.1995
Ich halte für eindeutig, daß er das versucht, von Zeit zu Zeit mit ziemlich durchsichtigen Manövern.
Der Spiegel, 19.06.1989
Das Manöver war verdächtig, aber dieses Wort klang wieder harmlos.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26237
Auf der Strasse beobachtete ich oft ihr gewöhnliches Manöver, den Rock zu heben.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 220
Zitationshilfe
„Manöver“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Manöver>, abgerufen am 22.02.2019.

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