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Mandarin, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mandarins/Mandarinen · Nominativ Plural: Mandarine/Mandarinen
Aussprache
WorttrennungMan-da-rin (computergeneriert)
HerkunftHindustanisch → Portugiesisch
Wortbildung mit ›Mandarin‹ als Erstglied: ↗Mandarinenente · ↗Mandarinente
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch von Europäern gebrauchte Bezeichnung für einen hohen chinesischen Würdenträger, Minister
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mandarine · Mandarin
Mandarine f. Der Name der aus Südostasien stammenden, seit dem 19. Jh. auch im Mittelmeerraum kultivierten kleinen und aromatischen Zitrusfrucht findet sich allgemein in Europa, vgl. engl. mandarin orange, mandarin(e), span. (naranja) mandarina, nl. mandarijn, russ. mandarín (мандарин) sowie die bereits im 18. Jh. bezeugten Formen frz. mandarine, ital. mandarino. Die Aufeinanderfolge der Entlehnungsvorgänge ist nicht genau bekannt, doch gelangt die Bezeichnung um 1850 wohl aus dem Frz. ins Dt. Zu ihrer Erklärung wird gelegentlich auf ein Mandara verwiesen, das Eingeborenenname der für den Südfruchtanbau besonders geeigneten Insel Mauritius sein soll. Einleuchtender ist allerdings der verbreitetere Anschluß an das in nhd. Mandarin m. (17. Jh.) vorliegende, von Europäern als Bennennung für einen hohen Würdenträger im kaiserlichen China (chin. guan) gebrauchte Substantiv; in diesem Falle stellt sich der Zusammenhang entweder durch die farbliche Übereinstimmung mit der Tracht der chinesischen Staatsbeamten oder durch die hohe Qualität der Orangenart (botan.-lat. Citrus nobilis) her (also z. B. span. naranja mandarina ‘Mandarinorange’). Mandarin geht letztlich auf aind. mantrín-, hindust. mantrī, mal. mantari ‘Ratgeber eines Fürsten, Minister’ (zu aind. mántraḥ ‘Rede, heiliger Spruch, Preislied’) zurück, das (vermutlich unter dem Einfluß von port. mandar ‘befehlen, herrschen’) zu port. mandarim (1514) umgeformt, auf chinesische Verhältnisse angewandt und so den anderen europ. Sprachen übermittelt wird, vgl. engl. mandarin, nl. mandarijn, frz. mandarin, span. mandarín, ital. mandarino, russ. mandarín (мандарин).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Hochchinesisch  ●  Mandarin  ugs.
Oberbegriffe
  • Verständigungsmittel · mündliches Kommunikationsmittel · schriftliches Kommunikationsmittel · verbales Kommunikationsmittel  ●  ↗Sprache  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfel Deutsch Hindi Hotel Kaiser Mandarin Nuß Orange Peninsula Prinz Ratte Spanisch Urdu Whitehall Zitrone beherrschen chinesisch duften lernen rot sprechen wunderbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mandarin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den einen unterrichten die Lehrer auf Mandarin, in den anderen auf Tibetisch.
Die Zeit, 23.06.2013, Nr. 25
Lee selbst hält Reden lieber auf Taiwanesisch als auf Mandarin, dem Hochchinesisch.
Süddeutsche Zeitung, 16.07.1997
Man kommt sich wie ein Mandarin darin vor, wenn man so von drei Männern getragen wird.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21617
Leider haben die chinesischen Studenten ein größeres Interesse an Deutsch als die deutschen Studenten an Mandarin und an chinesischer Kultur.
Der Tagesspiegel, 29.04.2004
In China gehörte zu jeder Stadt ein Stadtgott (oft ein kultisch verehrter früherer Mandarin der Stadt).
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 907
Zitationshilfe
„Mandarin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mandarin>, abgerufen am 20.03.2019.

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