Mandarine, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mandarine · Nominativ Plural: Mandarinen
Aussprache
WorttrennungMan-da-ri-ne
HerkunftHindustanisch → Portugiesisch
Wortbildung mit ›Mandarine‹ als Erstglied: ↗Mandarinenschale
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutung

der Apfelsine ähnliche, aber kleinere und flachere Zitrusfrucht mit süßerem Aroma und leicht ablösbarer Schale
Beispiele:
In den Höfen hängen die Bäume voller Mandarinen oder Zitronen. [Spiegel, 08.03.2016 (online)]
Ohne einen einzigen Peso auszugeben, können die Stadtbewohner dort verschiedenste Arten von Früchten ernten, die sonst am Baum verfaulen: Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen, Zitronen und Grapefruits […]. [Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2013]
Die Luft duftet nach knuspernden Keksen, saftiger Schokoladentorte, geschälten Mandarinen […] und prickelndem Sekt […]. [Bild, 29.10.2005]
Äpfel, Orangen und Mandarinen schält man mit Messer und Gabel und teilt sie dann in mundgerechte Portionen. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 163]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Mandarine schälen, essen
in Präpositionalgruppe/-objekt: nach Mandarinen duften, riechen
in Koordination: Orangen, Apfelsinen, Tamarinde, Zitronen, Weintrauben und Mandarinen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mandarine · Mandarin
Mandarine f. Der Name der aus Südostasien stammenden, seit dem 19. Jh. auch im Mittelmeerraum kultivierten kleinen und aromatischen Zitrusfrucht findet sich allgemein in Europa, vgl. engl. mandarin orange, mandarin(e), span. (naranja) mandarina, nl. mandarijn, russ. mandarín (мандарин) sowie die bereits im 18. Jh. bezeugten Formen frz. mandarine, ital. mandarino. Die Aufeinanderfolge der Entlehnungsvorgänge ist nicht genau bekannt, doch gelangt die Bezeichnung um 1850 wohl aus dem Frz. ins Dt. Zu ihrer Erklärung wird gelegentlich auf ein Mandara verwiesen, das Eingeborenenname der für den Südfruchtanbau besonders geeigneten Insel Mauritius sein soll. Einleuchtender ist allerdings der verbreitetere Anschluß an das in nhd. Mandarin m. (17. Jh.) vorliegende, von Europäern als Bennennung für einen hohen Würdenträger im kaiserlichen China (chin. guan) gebrauchte Substantiv; in diesem Falle stellt sich der Zusammenhang entweder durch die farbliche Übereinstimmung mit der Tracht der chinesischen Staatsbeamten oder durch die hohe Qualität der Orangenart (botan.-lat. Citrus nobilis) her (also z. B. span. naranja mandarina ‘Mandarinorange’). Mandarin geht letztlich auf aind. mantrín-, hindust. mantrī, mal. mantari ‘Ratgeber eines Fürsten, Minister’ (zu aind. mántraḥ ‘Rede, heiliger Spruch, Preislied’) zurück, das (vermutlich unter dem Einfluß von port. mandar ‘befehlen, herrschen’) zu port. mandarim (1514) umgeformt, auf chinesische Verhältnisse angewandt und so den anderen europ. Sprachen übermittelt wird, vgl. engl. mandarin, nl. mandarijn, frz. mandarin, span. mandarín, ital. mandarino, russ. mandarín (мандарин).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Clementine · Mandarine · ↗Tangerine  ●  Satsuma  japanisch · Citrus reticulata  fachspr.
Oberbegriffe
  • Zitrusfrucht  ●  Zitrusfrüchte  Plural · ↗Agrumen  fachspr., ital., Plural · Agrumi  fachspr., Plural, ital.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfel Apfelsine Banane Birne Clementine Grapefruit Orange Pampelmuse Pfirsich Tee Tomate Weintraube Zimt Zitrone duften essen geschält riechen rot schälen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mandarine‹.

Zitationshilfe
„Mandarine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mandarine>, abgerufen am 21.02.2019.

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