Mandel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mandel · Nominativ Plural: Mandeln
Aussprache
WorttrennungMan-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Mandel‹ als Erstglied: ↗Mandelauge · ↗Mandelbaum · ↗Mandelcreme · ↗Mandelcrème · ↗Mandelentzündung · ↗Mandelkleie · ↗Mandelkuchen · ↗Mandelmilch · ↗Mandeloperation · ↗Mandelschale · ↗Mandelseife · ↗Mandelöl · ↗mandelförmig · ↗mandeläugig
 ·  mit ›Mandel‹ als Letztglied: ↗Knackmandel · ↗Krachmandel · ↗Rachenmandel · ↗Salzmandel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Frucht des Mandelbaumes, besonders der in der harten Schale befindliche Kern
Beispiele:
bittere, süße, gebrannte Mandeln
Mandeln knacken, schälen, hacken, reiben
Mandeln essen
Mandeln werden zur Herstellung von Marzipan verwendet
2.
mandelförmiges Organ, das beiderseits in den Nischen des hinteren Gaumens und im Rachen liegt und zur Abwehr einer Infektion dient
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
seine Mandeln sind gerötet, geschwollen, entzündet
die Mandeln kappen, herausnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mandel1 f. Name für die Frucht des Mandelbaumes, ahd. (um 1000), asächs. mandala, mhd. mnd. mandel ist entlehnt aus spätlat. amandula, einer vielleicht volksetymologischen Umbildung (in Anlehnung an lat. amandus ‘lieblich’ und mandere ‘kauen’?) von lat. amygdala, griech. amygdálē (ἀμυγδάλη) ‘Mandel’, einem Fremdwort unbekannter Herkunft. Vgl. auch ahd. mandalboum (9. Jh.), mhd. mandelboum, frühnhd. mandelbaum. Übertragung auf die einem Mandelkern ähnlichen menschlichen Organe in Gaumen und Rachen erfolgt im 16. Jh. (wie zuvor im Mlat.).

Mandel2 f. (bis ins 17. Jh. auch m.) altes Mengenmaß von 15 (oder 16) Stück. Auszugehen ist mit Teuchert Sprachreste 232 ff. von mnl. mandele ‘Garbenstand’, auch ‘15 oder 16 Bund Stroh’ (nl. mandel ‘10 bis 12 Garben’), auf nl. Gebiet auch latinisiert zu mlat. mandala (Mitte 13. Jh.). Das Wort dringt danach ostwärts (vgl. mnd. md. mandel, 15. Jh.), gelangt mit niederländischen Siedlern bis in die Mark Brandenburg und verbreitet sich im nordd. und md. Gebiet. Fernzuhalten ist südd. (besonders bair.) Manndl, Mannl n. ‘3 bis 10 ringförmig aufgestellte Garben’, das vielmehr als Deminutivum von ↗Mann (s. d.) zu erklären ist. Krogmann in: ZfdPh 65 (1940) 26 f. sieht in Mandel eine Bildung mit dem Suffix ie. -tlo-, -tlā, so daß sich kelt. *manatlo- in korn. manal ‘Garbe’ heranziehen läßt, Weiterbildung eines alten heteroklitischen r/n-Stammes, der resthaft vorliegt in lat. manus ‘Hand’, griech. márē (μάρη) ‘Hand’. Ausgangsform ist ie. *mər (Genitiv *mənés) ‘Hand’, zu deren Erweiterung ie. *mṇt- ahd. munt ‘Hand, Schutz’ (um 800), nhd.Vormund (s. d.) gehört.

Typische Verbindungen zu ›Mandel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aprikose Blinddarm Erdnuss Feige Glühwein Haselnuß Honig Lebkuchen Marzipan Milz Nuß Orangeat Pistazie Polyp Rosenwasser Rosine Walnuß Zimt Zitronat Zuckerwatte duften entzündet gebrannt gehackt gehobelt gemahlen gerieben geröstet rösten vereitert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mandel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mandel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mandeln sind, wie man ebenfalls weiß, in eine dünne braune Haut gehüllt, unter der sich der eigentliche Kern befindet.
Die Zeit, 06.04.2005, Nr. 15
Sogar Mandeln lassen sich trotz ihrer dicken Schale bequem mit ihm spalten.
o. A.: Knacker, Presser und Crasher . In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Hierzu bestreut man den Pudding mit geschälten und gehobelten Mandeln und serviert die Soße extra.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 66
So wird geraten, die Soßen zu färben und die Mandeln zu vergolden.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 201
Die zur Verwendung kommenden Mandeln müssen vorher abgebrüht und abgeschält werden.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 248
Zitationshilfe
„Mandel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mandel#1>, abgerufen am 28.02.2020.

Weitere Informationen …

Mandel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mandel · Nominativ Plural: Mandel/Mandeln
Aussprache
WorttrennungMan-del (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltend
1.
Maßeinheit bei Mengenangabe   15 oder 16 Stück
Grammatik: Pl. »Mandel(n)« bei Maßangabe
Beispiele:
einige, vier Mandel, Mandeln Eier
Wetten, daß ich eine Mandel Eier allein aufessen kann? [Ch. WolfGeteilter Himmel73]
2.
in bestimmter Ordnung zum Trocknen aufgestellte Garben, Stiege, Hocke, Puppe
Beispiel:
Erbärmlich das Getreide; in winzigen Mandeln stand es da, dünn im Stroh [ViebigWeiberdorf66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mandel1 f. Name für die Frucht des Mandelbaumes, ahd. (um 1000), asächs. mandala, mhd. mnd. mandel ist entlehnt aus spätlat. amandula, einer vielleicht volksetymologischen Umbildung (in Anlehnung an lat. amandus ‘lieblich’ und mandere ‘kauen’?) von lat. amygdala, griech. amygdálē (ἀμυγδάλη) ‘Mandel’, einem Fremdwort unbekannter Herkunft. Vgl. auch ahd. mandalboum (9. Jh.), mhd. mandelboum, frühnhd. mandelbaum. Übertragung auf die einem Mandelkern ähnlichen menschlichen Organe in Gaumen und Rachen erfolgt im 16. Jh. (wie zuvor im Mlat.).

Mandel2 f. (bis ins 17. Jh. auch m.) altes Mengenmaß von 15 (oder 16) Stück. Auszugehen ist mit Teuchert Sprachreste 232 ff. von mnl. mandele ‘Garbenstand’, auch ‘15 oder 16 Bund Stroh’ (nl. mandel ‘10 bis 12 Garben’), auf nl. Gebiet auch latinisiert zu mlat. mandala (Mitte 13. Jh.). Das Wort dringt danach ostwärts (vgl. mnd. md. mandel, 15. Jh.), gelangt mit niederländischen Siedlern bis in die Mark Brandenburg und verbreitet sich im nordd. und md. Gebiet. Fernzuhalten ist südd. (besonders bair.) Manndl, Mannl n. ‘3 bis 10 ringförmig aufgestellte Garben’, das vielmehr als Deminutivum von ↗Mann (s. d.) zu erklären ist. Krogmann in: ZfdPh 65 (1940) 26 f. sieht in Mandel eine Bildung mit dem Suffix ie. -tlo-, -tlā, so daß sich kelt. *manatlo- in korn. manal ‘Garbe’ heranziehen läßt, Weiterbildung eines alten heteroklitischen r/n-Stammes, der resthaft vorliegt in lat. manus ‘Hand’, griech. márē (μάρη) ‘Hand’. Ausgangsform ist ie. *mər (Genitiv *mənés) ‘Hand’, zu deren Erweiterung ie. *mṇt- ahd. munt ‘Hand, Schutz’ (um 800), nhd.Vormund (s. d.) gehört.

Typische Verbindungen zu ›Mandel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aprikose Blinddarm Erdnuss Feige Glühwein Haselnuß Honig Lebkuchen Marzipan Milz Nuß Orangeat Pistazie Polyp Rosenwasser Rosine Walnuß Zimt Zitronat Zuckerwatte duften entzündet gebrannt gehackt gehobelt gemahlen gerieben geröstet rösten vereitert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mandel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mandel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mandeln sind, wie man ebenfalls weiß, in eine dünne braune Haut gehüllt, unter der sich der eigentliche Kern befindet.
Die Zeit, 06.04.2005, Nr. 15
Sogar Mandeln lassen sich trotz ihrer dicken Schale bequem mit ihm spalten.
o. A.: Knacker, Presser und Crasher . In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Hierzu bestreut man den Pudding mit geschälten und gehobelten Mandeln und serviert die Soße extra.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 66
So wird geraten, die Soßen zu färben und die Mandeln zu vergolden.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 201
Die zur Verwendung kommenden Mandeln müssen vorher abgebrüht und abgeschält werden.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 248
Zitationshilfe
„Mandel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mandel#2>, abgerufen am 28.02.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Mande
Mandatum
Mandatsverzicht
Mandatsverlust
Mandatsträger
Mandelauge
mandeläugig
Mandelbaum
Mandelcreme
Mandelentzündung