Mangel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mangels · Nominativ Plural: Mängel
Aussprache  [ˈmaŋl̩]
Worttrennung Man-gel
eWDG

Bedeutungen

1.
das Fehlen, Nichtvorhandensein einer (dringend) benötigten Sache, Person
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Mangel an Erfolg, Menschenkenntnis, Entschlossenheit, Mut, Ausdauer, Selbstvertrauen, innerer Festigkeit, Verständnis
ein empfindlicher, fühlbarer Mangel an Arbeitskräften, Nachwuchskräften, Facharbeitern, Personal
er wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen
er erkrankte aus Mangel an Vitaminen
an etw. Mangel (= Not, Entbehrung) leiden, haben, fühlen
2.
Fehler, Unvollkommenheit
Grammatik: Singular selten
Beispiele:
an einem Produkt ernsthafte technische Mängel feststellen
dem Käufer sind die Mängel nicht aufgefallen
etw. weist schwere Mängel auf
das sind nur kleine Mängel
Mängel, einen Mangel aufdecken, beseitigen, beheben
er hat manchen charakterlichen Mangel (= charakterliche Schwäche)
daß die Krankheit dieses Leidenden nicht auf irgendwelchen Mängeln (= Gebrechen) seiner Natur beruhe [ HesseSteppenw.4,193]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mangeln2 · Mangel2 · mangelhaft · bemängeln
mangeln2 Vb. ‘nicht ausreichend vorhanden sein, fehlen’, ahd. mangalōn (9. Jh.), mhd. mnd. mangelen, mangeln ‘Mangel haben, leiden, entbehren müssen’ ist wie mhd. mangen entlehnt aus spätlat. mancāre ‘verstümmeln, zum Krüppel machen, mangeln, fehlen’, das über Italien (vgl. ital. mancare ‘mangeln, fehlen’) nach dem Norden vermittelt wird; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 312 ff. Zugrunde liegt lat. mancus ‘gebrechlich, unvollständig, mangelhaft’, eigentlich ‘verstümmelt, verkrüppelt’, woraus (über Gallien) entlehntes mnl. manc, nl. mank ‘hinkend, lahm’. Mangel2 m. ‘Entbehrung, Knappheit, Fehler, Unzulänglichkeit’, Rückbildung aus dem Verb, mhd. mangel ‘Mangel, Gebrechen’; vgl. ahd. mangalunga ‘Mangel, Verlust’ (11. Jh.). mangelhaft Adj. ‘ungenügend, notdürftig, unvollständig, fehlerhaft’ (15. Jh.). bemängeln Vb. ‘beanstanden, auszusetzen haben’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Mangel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mangel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mangel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mängel im Wissen sind bis zu einem gewissen Grad behebbar. [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 437]
In beiden Fällen stellen sich die Mängel erst später heraus. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 3]
Trotz der Mängel haben diese Kontrollen heute noch ihren Wert. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 650]
So muß denn die Form der Darstellung in westlichen Sprachen für die ästhetischen Mängel der Quellen aufkommen. [Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 104]
Ich glaube, aus Mangel an guten Argumenten greift man mich persönlich an. [Der Spiegel, 18.02.1985]
Zitationshilfe
„Mangel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mangel#1>.

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Mangel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mangel · Nominativ Plural: Mangeln
Aussprache [ˈmaŋl̩]
Worttrennung Man-gel
Wortbildung  mit ›Mangel‹ als Erstglied: Mangelwäsche
Mehrwortausdrücke  in der Mangel haben · in die Mangel nehmen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

D Gerät mit zwei Rollen oder einer Rolle und einer gebogenen Platte, durch die man Wäsche zieht, um sie so zu glätten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine elektrische, mechanische Mangel; eine beheizte Mangel
als Präpositionalobjekt: Wäsche durch die Mangel drehen
Beispiele:
Manche Wäschereien sind zusätzlich mit Mangeln und Bügeltischen ausgestattet, sodass man auch großflächige Bettwäsche, Tischdecken und andere Textilien in kürzester Zeit und mit wenigstem Aufwand ideal knitterlos bekommt. [Deko Ideen, 08.09.2017, aufgerufen am 31.08.2020]
Manche ordnen die noch feuchte, gewaschene Wäsche – Bettbezüge, Kopfkissenbezüge, Bettlaken und Tischdecken – bevor sie in die Mangel kommt. [Schweriner Volkszeitung, 14.06.2018]
Frauen […] lassen die noch vom Trockner warme blütenweiße Wäsche […] in die Mangel gleiten[…]. [Welt am Sonntag, 13.02.2000]
Die Hosen werden von Hand in die Flachpresse gelegt, Blusen oder Arbeitsmäntel mit empfindlichen Knöpfen oder Kragen bekommen eine Extra‑Behandlung von Hand, genauso wie die Tisch‑ oder Bettwäsche von Hand sorgfältig in die Mangel eingelegt und später auch mit flinken Fingern zusammengelegt wird. [Südkurier, 12.09.2002]
Mehr als 450.000 Kilogramm Wäsche liefen im Zwei‑Schicht‑Betrieb von 6 bis 19 Uhr allein im zweiten Halbjahr 1998 durch Waschmaschine, Trockner und Mangel [der Wäscherei]. [Frankfurter Rundschau, 07.04.1999]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mangel1 · Mange · mangeln1
Mangel1, auch (südd.) Mange f. ‘Glättrolle’ für Wäsche, früher auch für (gefärbte) Webwaren (15. Jh.). Mhd. mange ‘Kriegsmaschine, Steinschleuder’, mnd. mange, mnl. manghe sind Entlehnungen aus mlat. manga, mangana ‘Werkzeug, Wurfmaschine, Hebelgeschütz’, spätlat. manganum ‘Werkzeug, Maschine’, griech. mánganon (μάγγανον) ‘Achse oder Rolle im Flaschenzug, eiserner Pflock, Bolzen, Schleudermaschine’. Die mit (Spann)walzen versehene Schleudermaschine wird mit Hilfe niederschnellender, mit Steinen gefüllter Kästen ausgelöst. Die Bezeichnung Mange(l) wird auf die den Tuchen Glanz verleihenden Maschinen übertragen, die mit ihren Glättwalzen, durch steingefüllte Kisten beschwert, einer Wurfschleuder ähneln. Auslautendes -l tritt in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen auf -el an. mangeln1 Vb. ‘mit beschwerten Rollen glätten’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Mangel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mangel‹.

Zitationshilfe
„Mangel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mangel#2>.

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