Mantel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mantels · Nominativ Plural: Mäntel
Aussprache
WorttrennungMan-tel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Mantel‹ als Erstglied: ↗Mantelaufschlag · ↗Mantelfutter · ↗Mantelgeschoss · ↗Mantelgesetz · ↗Mantelkleid · ↗Mantelknopf · ↗Mantelkragen · ↗Mantelpavian · ↗Mantelsack · ↗Mantelsaum · ↗Mantelstoff · ↗Manteltarif · ↗Manteltarifvertrag · ↗Manteltasche · ↗Mäntelchen · ↗mantelartig
 ·  mit ›Mantel‹ als Letztglied: ↗Abendmantel · ↗Arbeitsmantel · ↗Außenmantel · ↗Bademantel · ↗Bettelmantel · ↗Bettlermantel · ↗Bischofsmantel · ↗Bleimantel · ↗Chormantel · ↗Cocktailmantel · ↗Damenmantel · ↗Deckmantel · ↗Dederonmantel · ↗Erdmantel · ↗Fahrradmantel · ↗Flauschmantel · ↗Frisiermantel · ↗Frotteemantel · ↗Geschossmantel · ↗Glasmantel · ↗Glockenmantel · ↗Gummimantel · ↗Herrenmantel · ↗Hubertusmantel · ↗Innenmantel · ↗Kabelmantel · ↗Kamelhaarmantel · ↗Kapuzenmantel · ↗Kegelmantel · ↗Kesselmantel · ↗Kindermantel · ↗Kleppermantel · ↗Ledermantel · ↗Lodenmantel · ↗Militärmantel · ↗Nylonmantel · ↗Pelzmantel · ↗Prismamantel · ↗Purpurmantel · ↗Pyramidenmantel · ↗Radmantel · ↗Regenmantel · ↗Reisemantel · ↗Schultermantel · ↗Schutzmantel · ↗Soldatenmantel · ↗Sommermantel · ↗Sportmantel · ↗Stahlmantel · ↗Staubmantel · ↗Säuremantel · ↗Tarnmantel · ↗Theatermantel · ↗Trauermantel · ↗Wendemantel · ↗Wettermantel · ↗Wintermantel · ↗Wollmantel · ↗Zaubermantel · ↗Zylindermantel · ↗Ölmantel · ↗Übergangsmantel
 ·  mit ›Mantel‹ als Grundform: ↗bemänteln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
den Rumpf und einen Teil der Beine bedeckendes, an der Vorderseite zu öffnendes, langärmeliges Bekleidungsstück, das zum Schutz gegen Kälte, Regen über dem Anzug, Kleid getragen wird
Beispiele:
ein warmer, dicker, dünner, leichter, weiter, langer, kurzer Mantel
ein heller, dunkler, brauner Mantel
ein eleganter, sportlicher, imprägnierter, neuer, abgetragener Mantel
ein Mantel aus Wolle, Popeline
den Mantel anziehen, überziehen, ausziehen, ablegen
sich [Dativ] den Mantel umhängen, überwerfen
jmdm. in den, aus dem Mantel helfen
jmdm. den Mantel halten
einen Mantel anhaben, tragen
sie ist schon in Hut und Mantel
den Mantel zuknöpfen, offenlassen, über dem Arm tragen
sich in seinen Mantel hüllen
den Mantel an der Garderobe abgeben
bildlich
Beispiele:
dichterisch die Landschaft lag unter dem Mantel der Nacht
den Mantel der (christlichen) Nächstenliebe über eine Verfehlung, etwas Unangenehmes breiten (= über eine Verfehlung, etwas Unangenehmes nachsichtig schweigen, hinwegsehen)
das Geschehene wollen wir mit dem Mantel des Schweigens bedecken, zudecken
gehoben die Insel hatte sich wieder mit Grün bedeckt, als hätte niemals ein Mantel von Schnee und Eis auf ihr gelegen [WiechertEinfaches Leben285]
daß wir über die üble Affäre den Mantel des Vergessens breiten [DürrenmattBesuchII]
einer schlechten Sache ein bestimmtes Mäntelchen umhängeneine schlechte Sache auf eine bestimmte Weise beschönigen
Beispiele:
sich [Dativ] ein moralisches Mäntelchen umhängen
umgangssprachlich den Mantel nach dem Wind(e) hängen, drehen (= sich aus Eigennutz immer nach der jeweils herrschenden Meinung, der jeweiligen Lage richten)
alle, die ihrer Lüsternheit gern ein schöngeistiges Mäntelchen umhängen [Suderm.SodomIII 2]
2.
Sonderbedeutungen   etw. Umhüllendes
a)
äußerster Teil der Bereifung, Decke
Beispiel:
den Mantel flicken
b)
Technik Umhüllung besonders eines Kabels, Ofens, Kessels
c)
metallene Hülle eines Geschosses
d)
äußere Form, in der die Glocke gegossen wird, Glockenmantel
Beispiel:
Schwingt den Hammer, schwingt, / Bis der Mantel springt! [SchillerGlocke]
e)
Mathematik Oberfläche eines Prismas, Zylinders zwischen der Grundfläche und Deckfläche, einer Pyramide, eines Kegels zwischen der Grundfläche und der Spitze
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mantel · bemänteln · Deckmantel
Mantel m. ‘geknöpftes langes Oberbekleidungsstück mit Ärmeln, schützende Hülle’, ahd. mantel (11. Jh.; daneben auch mantal und mantil, also mit a- bzw. i-Tönung des Suffixes), mhd. mnd. mantel, mandel, Entlehnung aus vlat. mantellus ‘kurzer Mantel’ (vgl. FEW 6, 1, 277 ff.), Deminutivum zu gleichbed. lat. mantus (wohl kelt. Herkunft). bemänteln Vb. ‘mit einem Mantel bedecken’, bildlich ‘(Schlechtes) beschönigen, verharmlosen, verbergen’ (14. Jh.). In der Reformationszeit (16. Jh.) beeinflußt von lat. (Kirchensprache) pallio Christianae amoris tegere ‘mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe zudecken’. Deckmantel m. ‘Vorwand, Vortäuschung, Beschönigung’, mhd. deckemantel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrradmantel · ↗Fahrradreifen  ●  ↗Decke  fachspr., Jargon · Mantel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Garderobe Hose Hut Jacke Kleid Kopftuch Kostüm Mütze Nächstenliebe Pullover Rock Schal Schweigen Stiefel Vergessen ausziehen bodenlang breiten dick dunkel grau hüllen rot schwarz schützend umhängen umhüllen wehend zudecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mantel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal abgesehen davon, im traditionellen Outfit mit rotem Mantel wird einem schnell sehr warm.
Die Zeit, 10.12.2012, Nr. 50
Der Mantel, von dem ich Dir zu erzählen versuche, gehört ihr.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2004
Hierbei scheute er nicht davor zurück, sich den Mantel eines »wahren« Christen umzuhängen.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 71
Die Mutter hielt den Mantel am Kragen mit einer Hand zusammen.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 2
Er legte ihr den Mantel um; denn es war kühler geworden.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 85
Zitationshilfe
„Mantel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mantel>, abgerufen am 19.08.2018.

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