Marder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Marders · Nominativ Plural: Marder
Aussprache
WorttrennungMar-der
Wortbildung mit ›Marder‹ als Erstglied: ↗Marderbalg · ↗Marderfell · ↗Marderfähe · ↗Marderhund · ↗Marderpelz
 ·  mit ›Marder‹ als Letztglied: ↗Briefmarder · ↗Buchmarder · ↗Büchermarder · ↗Schaufenstermarder
eWDG, 1974

Bedeutung

mittelgroßes oder kleines braunes Raubtier, meist mit sehr gestrecktem, reich und fein behaartem Körper, das als diebisch gilt, weil es auch Geflügel erbeutet
Beispiele:
der Marder klettert am Baum hoch, schleicht sich in den Hühnerstall
ein Muff aus Marder (= Marderfell)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marder · Briefmarder · Automarder
Marder m. Der Name des Raubtieres ahd. mardar (9. Jh.), mhd. marder, merder, mader (germ. *marþra-) und ahd. mard (Hs. 12. Jh.), mhd. mart, mnd. mārt, aengl. mearþ, anord. mǫrðr, schwed. mård (germ. *marþu-) ist etymologisch nicht geklärt. Es gibt verschiedene und nur zweifelhafte Herleitungsversuche: (1) Anschluß an die unter ↗Mord (s. d.) behandelte Wortfamilie und Deutung als ‘blutrünstiges, mordlustiges Tier’; (2) Verknüpfung mit der unter ↗Morgen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mer- ‘flimmern, funkeln’ und Deutung als ‘schnelles Tier’; (3) Verwandtschaft mit aind. mṛṇā́ti ‘raubt, packt’ und Deutung als ‘zupackendes, scharfzähniges Tier’; (4) Verwandtschaft von germ. *marþ- mit lit. martì ‘Braut, junge Frau, Schwiegertochter’, lat. marītus ‘verheiratet, Gatte’, aind. máryaḥ ‘junger Mann, Liebhaber, Freier’ bei Anschluß an ie. *meri̯o- ‘junger Mann’ und Deutung als Tabuwort. Briefmarder m. ‘Postangestellter, der Briefe unterschlägt’ (vor 1885). Automarder m. ‘wer Autos ausraubt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Marder [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Großes Wiesel · ↗Hermelin · Kurzschwanzwiesel  ●  Mustela erminea  fachspr., lat.
  • Europäischer Iltis · ↗Ratz · ↗Stänker · Waldiltis
  • Frett · ↗Frettchen
  • Bärenmarder · Gierling · Giermagen · ↗Gierschlund · Järv · ↗Vielfraß
  • Hermännchen · Kleinwiesel · Mauswiesel · Zwergwiesel  ●  Mustela nivalis  fachspr., lat.
  • Otter  ●  Eurasischer Fischotter  fachspr. · Lutra lutra  fachspr., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bär Dach Dachs Fuchs Hase Hermelin Iltis Katze Leopard Motorhaube Motorraum Ratte Reh Schlange Wiesel Wildschwein Wolf ablösen beißen durchbeißen ersetzen fressen hocken nagen stinkend tot veraltet vertreiben verursachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so einen kleinen Marder musste ich mir natürlich gleich anschauen!
Die Zeit, 09.08.2010, Nr. 32
Sein Wams war damasten, mit Marder ausgenäht, und er trug samtene Hosen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 754
In luftiger Höhe sind sie vor dem Marder besser geschützt.
Süddeutsche Zeitung, 20.06.1998
Der Marder keckerte drohend und schnappte noch einmal nach ihrem Finger.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 423
Lautlos wie ein Marder kletterte ich am Weinspalier in die Höhe.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18238
Zitationshilfe
„Marder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marder>, abgerufen am 15.09.2019.

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