Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mark, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mark(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [maʁk]
Wortbildung  mit ›Mark‹ als Erstglied: Markknochen · Markstammkohl · markdurchdringend · marklos
 ·  mit ›Mark‹ als Letztglied: Apfelmark · Binsenmark · Erdbeermark · Fruchtmark · Himbeermark · Holundermark · Knochenmark · Lebensmark · Paradeismark · Paradiesmark · Pflanzenmark · Rindermark · Rückenmark · Tomatenmark
 ·  mit ›Mark‹ als Binnenglied: Kiefernmarkkäfer
Mehrwortausdrücke  bis aufs Mark · bis ins Mark
eWDG

Bedeutungen

1.
weiche Masse
a)
im Innern der Röhrenknochen und bestimmter Organe des tierischen und menschlichen Körpers
Beispiele:
das Mark in den Knochen
das Mark der Niere, des Gehirns
Medizindas verlängerte Mark (= der Teil des Gehirns, an den sich das Rückenmark anschließt)
sie löste das Mark aus den Knochen
eine Tasse Brühe mit Mark
übertragen das Innerste, der Kern
Beispiele:
verstärkendjmd. ist bis ins Mark durchkältet
sie fröstelte bis ins Mark
der kalte Wind drang ins Mark
er ist bis ins Mark (hinein) erschrocken, erschüttert, verdorben
jmdn. bis ins Mark treffen
jmdn. bis aufs Mark prüfen, quälen
jmdm. das Mark aussaugen, aus den Knochen saugen (= jmdn. ausnutzen, ausbeuten, allmählich ruinieren)
er hat kein Mark in den Knochen (= ist kraftlos)
wahrscheinlich werden Schellhorns Kinder bis ins Mark faschistisch verseucht sein [ R. BartschGeliebt325]
wenn nicht so viel / – Blutigel saugten an dem Mark des Landes [ SchillerPiccolominiI 2]
durch Mark und Bein (= durch und durch)
Beispiele:
die Kälte zieht durch Mark und Bein
das Geheul, Gelächter geht einem durch Mark und Bein
der Schreck fuhr mir durch Mark und Bein
saloppso etw. geht einem ja durch Mark und Pfennig(e)
b)
im Innern des Sprosses höherer Pflanzen
Beispiele:
das Mark der Blütenpflanzen, Farne
das Mark des Holunders
der … hohe, widerstandsfähige Stengel [der Sonnenblume], der innen weiches Mark enthält [ Gesundheit1965]
2.
zu Brei verarbeitetes Fruchtfleisch, das zur Zubereitung von Speisen verwendet wird
Beispiele:
das Mark von Erdbeeren, Himbeeren
für die Tomatensoße nahm sie ein Fläschchen Mark (= Tomatenmark)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mark3 · markig
Mark3 n. ‘das innerste Gewebe eines Organs oder eines pflanzlichen Teils, das Innere’, ahd. marg (9. Jh.), mhd. marc, march, asächs. marg, mnd. march, mnl. maerch, march, me(e)rch, nl. merg, afries. merg, aengl. mærh, mærg, (westsächs.) mearh, mearg, engl. marrow, anord. mergr, schwed. märg (germ. *mazga-) führen mit aind. majjā́ ‘Mark (des Knochens, der Pflanze)’, awest. mazga- ‘Mark, Gehirn’, aslaw. mozgъ, russ. mozg (мозг) ‘Gehirn’ auf ie. *mezg- (oder *mesgh-?) ‘stricken, knüpfen’, substantivisch (mit o-Stufe) ‘Knoten, Schlinge’ sowie ‘Mark, Hirn’ (s. Masche). Vgl. durch Mark und Bein (‘durch Mark und Knochen’, d. h. ‘durch und durch’) gehen (17. Jh.). S. auch ausmergeln. markig Adj. ‘kernig, kraftvoll’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Mark‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mark‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mark‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zweitausendfünfhundert Mark mußte meine Mutter für mich auf den Tisch legen. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 0]
Im Moment müßte ich noch über 800 Mark von ihm kriegen. [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 143]
Und jetzt sind Sie bei etwa 600 Millionen Mark angekommen? [Der Spiegel, 18.04.1994]
Aber es kostet viel Geld, im Schnitt 50000 Mark pro Einsatz. [Der Spiegel, 20.06.1988]
Ihr Vater vermutet, sie sei mit Mark durchgebrannt, doch vermag er sie nicht aufzuspüren. [Fath, Rolf: Rollen - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9689]
Zitationshilfe
„Mark“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mark#1>.

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Mark, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mark · Nominativ Plural: Mark
Nebenformen umgangssprachlich, scherzhaft Mark · Substantiv · Nominativ Plural: Märker
Abkürzung M
Aussprache  [maʁk]
Wortbildung  mit ›Mark‹ als Erstglied: Markschein · Marksturz · Markstück
 ·  mit ›Mark‹ als Letztglied: D-Mark · Ostmark · Reichsmark · Rentenmark · Sperrmark · Valutamark · Westmark
 ·  mit ›Mark‹ als Binnenglied: 100-Mark-Schein · Einmarkstück · Fünfmarkschein · Fünfzigmarkschein · Hundert-Mark-Schein · Hundertmarkschein · Tausendmarkschein · Zehnmarkschein · Zehnmarkstück · Zwanzigmarkschein · Zweimarkschein
Mehrwortausdrücke  keine müde Mark
eWDG

Bedeutung

historisch ehemalige deutsche Währungseinheit
Beispiele:
DDRdie Mark der Deutschen Demokratischen Republik
die Deutsche Mark
hundert Pfennige sind eine Mark
er zahlte eine Mark (und) fünfzig (Pfennig) Eintritt
das Buch kostet acht Mark
für das Bild verlangte, nahm er 300 Mark
eine Mark in Groschen umwechseln
auf die Mark soll es (mir) nicht ankommen
er muss mit jeder, der Mark rechnen, muss jede Mark umdrehen (= er muss sehr sparsam sein)
sie hatte ihre letzte Mark ausgegeben
ich habe nur noch ein paar Mark, Märker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mark2 f. ‘Geldmünze’, ahd. marc (Hs. 12. Jh.), mhd. marke, marc, march ‘ein Stück Gold oder Silber von einem bestimmten Gewicht’, ursprünglich ‘ein halbes Pfund Silber oder Gold’, dann ‘Rechnungsmünze’, nhd. Mark, ab 1873 Rechnungseinheitsmünze in Deutschland, mnd. mark, mnl. marc, aengl. marc, anord. mǫrk hat sich entwickelt aus dem unter Mark1 (s. d.) behandelten Substantiv im Sinne von ‘Zeichen’; dazu s. auch Marke. Der Ausdruck gilt zunächst wohl für die an einem Gold- oder Silberbarren angebrachte Prägung (Kennzeichnung eines bestimmten Gewichts), bezeichnet dann den Barren selbst sowie sein Gewicht, schließlich das ‘Geldstück’ (von bestimmtem Gewicht und Wert). Aus germ. *marka- stammt gleichbed. mlat. marca (9. Jh.), das die Verbreitung des beim grenzüberschreitenden Handel gebrauchten Ausdrucks befördert haben mag; vgl. afrz. marc.

Typische Verbindungen zu ›Mark‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mark‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mark‹, ›M‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zweitausendfünfhundert Mark mußte meine Mutter für mich auf den Tisch legen. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 0]
Im Moment müßte ich noch über 800 Mark von ihm kriegen. [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 143]
Und jetzt sind Sie bei etwa 600 Millionen Mark angekommen? [Der Spiegel, 18.04.1994]
Aber es kostet viel Geld, im Schnitt 50000 Mark pro Einsatz. [Der Spiegel, 20.06.1988]
Ihr Vater vermutet, sie sei mit Mark durchgebrannt, doch vermag er sie nicht aufzuspüren. [Fath, Rolf: Rollen - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9689]
Zitationshilfe
„Mark“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mark#2>.

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Mark, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mark · Nominativ Plural: Marken
Aussprache  [maʁk]
Wortbildung  mit ›Mark‹ als Erstglied: Markgenosse · Markgenossenschaft · Markgraf · Markscheide · Markscheider · Markstein
 ·  mit ›Mark‹ als Letztglied: Altmark · Nordmark
eWDG

Bedeutung

veraltet Grenze
Beispiele:
im Mittelalter baute man Burgen an den Marken des Reichs
das Gebäude … lag auf der Mark des Dorfes [ AlexisBredowII 2,276]
Grenzland, Grenzgebiet
Beispiel:
die Bewohner der Marken
Grammatik: heute noch in Landschaftsnamen
Beispiele:
die Mark Brandenburg
er liebte die Kiefernwälder der Mark (= in Brandenburg)
die (Grafschaft) Mark (= Landschaft an der Ruhr)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mark1 · Markgraf · Markstein · Markscheide · Markscheider · Markscheidekunst
Mark1 f. ‘Grenze, Grenzland, Randgebiet’, ahd. marka ‘Grenze, Ende, Grenzland, Zeichen’ (8./9. Jh.), marc ‘Abgrenzung, Bestimmung’ (9. Jh.), ‘Zeichen, Beweis’ (11. Jh.), ‘Ziel, Grenze’ (Hs. 12. Jh.), mhd. marke, mark, march, auch ‘Gau, Bezirk, Gesamteigentum einer Gemeinde an Grund und Boden, Wald’, asächs. marka, mnd. mnl. marke, nl. mark, aengl. (angl.) merc, (westsächs.) mearc, engl. mark ‘Grenze’, anord. mǫrk ‘Wald, Grenzland’, schwed. mark ‘Landstück, Erde’, got. marka ‘Grenze’ (germ. *markō) führen mit lat. margo ‘Rand, Grenze’ und den unter Bruch1, Bruch2 (s. d.) angeführten kelt. Formen auf ie. *mereg̑-, *morg̑- bzw. *mrō̌g̑- ‘Rand, Grenze’ (wozu auch Mark2, Marke, merken, s. d.). Die Bedeutung ‘Rand, Grenze’ entwickelt sich über ‘Grenzland’ zu ‘abgegrenztes Gebiet, Bezirk’. Aus der alten Bedeutung ‘Grenzland’ erklären sich Bezeichnungen wie Mark Brandenburg, Mark Meißen (ursprünglich ‘Grenzgebiet’ gegen die Slawen), während sonst aus dem Slaw. entlehntes Grenze (s. d.) vorgedrungen ist. Aus dem Germ. entlehnt ist afrz. frz. marche ‘Grenze, Grenzland’ (s. Markise). Markgraf m. (in feudalistischer Zeit) ‘Verwalter, Richter eines Grenzlandes’, ahd. marcgrāvo (Hs. 12. Jh.), mhd. marcgrāve. Markstein m. ‘wichtiger, hervorragender Punkt’, ahd. (10./11. Jh.), mhd. marcstein ‘Grenzstein’. Markscheide f. ‘Grenze, Grenzlinie (einer Bergbaugrube)’, mhd. marcscheide ‘Bestimmung der Grenze, der abgegrenzte Raum’; Markscheider m. ‘bergbaulicher Vermessungsingenieur’, mhd. marcscheider ‘Beamter, der die Berge vermißt und die Grenzen der Berge und Stollen absteckt’ (14. Jh.); Markscheidekunst f. (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Mark‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mark‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mark‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zweitausendfünfhundert Mark mußte meine Mutter für mich auf den Tisch legen. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 0]
Im Moment müßte ich noch über 800 Mark von ihm kriegen. [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 143]
Und jetzt sind Sie bei etwa 600 Millionen Mark angekommen? [Der Spiegel, 18.04.1994]
Aber es kostet viel Geld, im Schnitt 50000 Mark pro Einsatz. [Der Spiegel, 20.06.1988]
Ihr Vater vermutet, sie sei mit Mark durchgebrannt, doch vermag er sie nicht aufzuspüren. [Fath, Rolf: Rollen - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9689]
Zitationshilfe
„Mark“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mark#3>.

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