Markise, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Markise · Nominativ Plural: Markisen
Aussprache
WorttrennungMar-ki-se (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Sonnendach, gegen Sonnenstrahlen schützender Vorhang aus festem, oft farbig gestreiftem Stoff
Beispiele:
eine rotweißgestreifte Markise überspannt die Veranda, den Balkon
die Markisen an den Schaufenstern sind eingerollt, heruntergelassen
vor dem Café stehen Tische und Stühle unter einer grünen Markise
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Markise f. ‘einrollbares oder faltbares Sonnendach aus festem Stoff’. Zu afrz. frz. marche, aprov. ital. marca ‘Grenzland, Grenze’, die auf germ. *markō ‘Grenze’ (s. ↗Mark f.) beruhen, gehören afrz. marchis, aprov. marques, ital. marchese ‘Markgraf’. Letzteres wird reiner Adelstitel und so als marquis im 13. Jh. ins Frz. übernommen. Die entsprechende feminine Bildung frz. marquise entwickelt um 1700 (belegt seit 1718, vgl. aber aus dem Frz. entlehntes gleichbed. engl. marquee bereits 1690) in der Seemanns- und Soldatensprache die Bedeutung ‘Überzelt, zusätzliches Zeltdach’ (auf dem Achterdeck bzw. beim Offizierszelt, das sich dadurch von den einfachen Mannschaftszelten deutlich abhebt). Noch im 1. Drittel des 18. Jhs. gelangt das Substantiv in dieser zunächst wohl scherzhaft übertragenen Verwendung ins Dt.; von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an ist es hier vor allem in dem davon abgeleiteten Sinn ‘leinenes Sonnendach vor Fenster oder Tür’ üblich (bis Mitte 19. Jh. meist in frz. Schreibweise Marquise).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antenne Balkon Café Einbau Eingang Fenster Jalousie Laden Lampe Rolladen Rollladen Rollo Rotunde Schaufenster Schirm Sonnenschirm Terrasse anbringen ausfahren blau bunt gelb gestreift grün orangefarben rot rot-weiß rotweiß spannen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Markise‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frau schlug auf die Straße, der Mann landete auf einer Markise.
Bild, 26.06.2004
Im zweiten Stock hingen die Fetzen der Markise traurig am verbogenen Rahmen.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 303
Grün-weiß gestreift spannt sich eine große Markise über einen Teil des Gartens.
Süddeutsche Zeitung, 11.09.1995
Ermattet treiben einige Fußgänger im Schatten der bunten Markisen dahin.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 266
Eine blauweiß gestreifte Markise verlängerte das Kioskdach vor der Theke bis zu einem gleichfarbigen baldachinartigen Zelt.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 364
Zitationshilfe
„Markise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Markise>, abgerufen am 21.11.2019.

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