Markscheide, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMark-schei-de (computergeneriert)
WortzerlegungMark3Scheide
Wortbildung mit ›Markscheide‹ als Erstglied: ↗Markscheidekunde
eWDG, 1974

Bedeutungen

veraltet Grenze
Beispiel:
der Bach bildete die Markscheide zwischen den beiden Dörfern
Bergmannssprache Grenze eines Grubenfeldes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mark1 · Markgraf · Markstein · Markscheide · Markscheider · Markscheidekunst
Mark1 f. ‘Grenze, Grenzland, Randgebiet’, ahd. marka ‘Grenze, Ende, Grenzland, Zeichen’ (8./9. Jh.), marc ‘Abgrenzung, Bestimmung’ (9. Jh.), ‘Zeichen, Beweis’ (11. Jh.), ‘Ziel, Grenze’ (Hs. 12. Jh.), mhd. marke, mark, march, auch ‘Gau, Bezirk, Gesamteigentum einer Gemeinde an Grund und Boden, Wald’, asächs. marka, mnd. mnl. marke, nl. mark, aengl. (angl.) merc, (westsächs.) mearc, engl. mark ‘Grenze’, anord. mǫrk ‘Wald, Grenzland’, schwed. mark ‘Landstück, Erde’, got. marka ‘Grenze’ (germ. *markō) führen mit lat. margo ‘Rand, Grenze’ und den unter ↗Bruch, ↗Bruch (s. d.) angeführten kelt. Formen auf ie. *mereg̑-, *morg̑- bzw. *mrō̌g̑- ‘Rand, Grenze’ (wozu auch ↗Mark, ↗Marke, ↗merken, s. d.). Die Bedeutung ‘Rand, Grenze’ entwickelt sich über ‘Grenzland’ zu ‘abgegrenztes Gebiet, Bezirk’. Aus der alten Bedeutung ‘Grenzland’ erklären sich Bezeichnungen wie Mark Brandenburg, Mark Meißen (ursprünglich ‘Grenzgebiet’ gegen die Slawen), während sonst aus dem Slaw. entlehntes ↗Grenze (s. d.) vorgedrungen ist. Aus dem Germ. entlehnt ist afrz. frz. marche ‘Grenze, Grenzland’ (s. ↗Markise). Markgraf m. (in feudalistischer Zeit) ‘Verwalter, Richter eines Grenzlandes’, ahd. marcgrāvo (Hs. 12. Jh.), mhd. marcgrāve. Markstein m. ‘wichtiger, hervorragender Punkt’, ahd. (10./11. Jh.), mhd. marcstein ‘Grenzstein’. Markscheide f. ‘Grenze, Grenzlinie (einer Bergbaugrube)’, mhd. marcscheide ‘Bestimmung der Grenze, der abgegrenzte Raum’; Markscheider m. ‘bergbaulicher Vermessungsingenieur’, mhd. marcscheider ‘Beamter, der die Berge vermißt und die Grenzen der Berge und Stollen absteckt’ (14. Jh.); Markscheidekunst f. (16. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Markscheide · Myelinscheide
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Markscheide hilft dabei, daß selbst die Zehen in weniger als drei hundertstel Sekunden erreicht werden.
Süddeutsche Zeitung, 02.10.1996
Markscheiden umhüllen die Nervenfasern, durch sie können Reize schnell weitergeleitet werden.
Die Zeit, 22.03.2006, Nr. 12
Sie entsteht als Abbauprodukt der Markscheide, wenn diese ihrerseits durch entzündliche Reaktionen angegriffen wird.
Die Welt, 04.12.2003
Die aus einer fetthaltigen Substanz namens Myelin bestehenden Markscheiden dienen als eine Art Isolator.
Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48
Die Rückbildung der Markscheide ist auch für ein paar schwere neurologische Krankheiten des Menschen verantwortlich, insbesondere die Multiple Sklerose.
Der Tagesspiegel, 08.08.1999
Zitationshilfe
„Markscheide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Markscheide>, abgerufen am 13.11.2019.

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