Marmor, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Marmors · Nominativ Plural: Marmore
Aussprache 
Worttrennung Mar-mor
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Marmor‹ als Erstglied: ↗Marmorbank · ↗Marmorbassin · ↗Marmorbild · ↗Marmorblock · ↗Marmorbogen · ↗Marmorbrecher · ↗Marmorbruch · ↗Marmorbüste · ↗Marmorgips · ↗Marmorgruppe · ↗Marmorimitation · ↗Marmorkreuz · ↗Marmorkuchen · ↗Marmorplastik · ↗Marmorplatte · ↗Marmorpracht · ↗Marmorsaal · ↗Marmorsarkophag · ↗Marmorskulptur · ↗Marmorsockel · ↗Marmorstatue · ↗Marmorsäule · ↗Marmortafel · ↗Marmortisch · ↗Marmortreppe · ↗marmorartig · ↗marmorbleich · ↗marmorgetäfelt
eWDG, 1974

Bedeutung

weißer, auch farbiger, meist geäderter körnig-kristalliner Kalkstein, der in der Bildhauerei und auch als Baumaterial verwendet wird
Beispiele:
weißer, glatter, polierter, edler Marmor
die schöne Äderung des Marmors
eine Statue, Skulptur, Säule aus Marmor
der Bildhauer arbeitet in Marmor
ihr Gesicht war weiß wie Marmor
sie war kalt wie Marmor (= schön und gefühllos)
den Dom, dieses Gebirge aus weißen und schwarzen Marmoren [ GaiserNascondo237]
dichterisch, übertragen blendendes Weiß
Beispiel:
der Marmor des Halses, ihres Gesichts
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marmor · marmorieren
Marmor m. hartes, gemasertes Kalkgestein, ahd. marmul (8. Jh.), mhd. marmel, mermel, entlehnt aus lat. marmor, griech. mármaros (μάρμαρος) ‘Stein, Felsblock’, auch mármaron (μάρμαρον). Dieses gehört wohl im Sinne von ‘abgeschlagener Felsblock’ zu griech. márnasthai (μάρνασθαι) ‘kämpfen’, eigentlich ‘zermalmen, zerschlagen’. Durch volksetymologische Anlehnung an griech. marmá͞irein (μαρμαίρειν) ‘glänzen, flimmern’, marmáreos (μαρμάρεος) ‘glänzend, strahlend’ entwickelt sich die Bedeutung ‘glänzender Stein, Marmor’. Die ahd. und mhd. Formen dissimilieren das zweite -r- zu -l- (vgl. aber ahd. marmorīn Adj., 10./11. Jh.), während im 16. Jh. auf gelehrtem Weg die Lautform dem Lat. wieder angeglichen wird. Die dissimilierte Form marmel, mormel, murmel (15. Jh.) bleibt in Bezeichnungen für Spielkugeln der Kinder erhalten, s. nhd. (landschaftlich) ↗Murmel, ↗Marmel. marmorieren Vb. ‘wie Marmor bemalen, ädern’ (18. Jh.), heute meist marmoriert Part.adj.; vgl. lat. marmorāre ‘mit Marmor überziehen’.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Marmor [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Pentelikon-Marmor · Pentelischer Marmor

Typische Verbindungen zu ›Marmor‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marmor‹.

Verwendungsbeispiele für ›Marmor‹

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Den Marmor hat er mit dem Architekten in den Brüchen ausgewählt.
Die Welt, 11.05.2001
Hier schmückt man sich gern mit Marmor - ganz besonders mit italienischem.
Süddeutsche Zeitung, 27.02.1997
Aus Marmor waren die Häuser gebaut und die Dächer aus purem Silber.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Er war aus einem schwarzen Marmor und stand wie eine Burg.
Widmer, Urs: Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 20
Auf sie fiel das volle Licht des Mondes, färbte den Marmor fahlgrün.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 310
Zitationshilfe
„Marmor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marmor>, abgerufen am 27.11.2020.

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