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Marotte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Marotte · Nominativ Plural: Marotten
Aussprache 
Worttrennung Ma-rot-te (computergeneriert)
Herkunft aus gleichbedeutend marottefrz
eWDG

Bedeutung

seltsamer, schrulliger Einfall, wunderliche Eigenheit
Beispiele:
eine kindische, vornehme, kostspielige Marotte
das ist doch eine Marotte von dir!
er hat jetzt eine neue Marotte
etw. für eine Marotte halten
Es war eine Marotte von Bollmann, daß er dem märkischen Sand eine gute Traube abringen wollte [ ZuchardtSpießrutenlauf30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marotte f. ‘seltsame Gewohnheit, wunderliche Neigung, Schrulle’ ist eine seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gebräuchliche Entlehnung von gleichbed. frz. marotte. Dieses zuerst für das 15. Jh. nachgewiesene frz. Substantiv gehört als verkleinernde Suffixbildung (wie frz. marionnette, s. Marionette, und afrz. mariole ‘kleines Marienbild, Heiligenbild’) zum Namen frz. Marie (aus lat. Maria); vgl. den seit dem 17. Jh. bezeugten frz. Mädchennamen Marotte. Die im Frz. zu beobachtende Bedeutungsentwicklung führt von ‘Marienbild, Heiligenfigur’ über ‘Puppe, Marionette’ zu ‘(aus einem Stab mit Puppenkopf bestehendes) Narrenzepter’ (16. Jh.), weiter zu ‘Narrenkappe’ und schließlich zu ‘närrischer Einfall, Narrheit, seltsame Liebhaberei’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angewohnheit · Caprice · Eigenart · Eigenheit · Kaprice · Marotte · Schrulle · Spleen · Tick  ●  Grille  veraltend · Kaprize  österr. · Allüren  geh. · Fimmel  ugs. · Macke  ugs. · Tic  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Angewohnheit · Habit · Neigung  ●  Marotte  ugs. · Schrulle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Marotte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marotte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Marotte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die amerikanische Kritik hat dem Maler sogar empfehlen wollen, seine Marotte doch noch einmal zu überdenken. [Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24]
Die Marotten sind nichts anderes als die zu seinen Inhalten passenden Formen. [Die Zeit, 13.07.2009, Nr. 28]
In Kiel kann man lernen, wie kurz der Weg von der privaten Marotte zum Kampf der Kulturen ist. [Die Zeit, 15.10.2003, Nr. 42]
Es geht eben nicht mehr um die publikumswirksamen Marotten eines alternden Stars, es ist leider schon weit schlimmer! [Die Zeit, 02.10.1995, Nr. 40]
In letzter Zeit hat er viele solcher Marotten – Pubertät eben. [Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 28]
Zitationshilfe
„Marotte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marotte>.

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