Marotte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Marotte · Nominativ Plural: Marotten
Aussprache
WorttrennungMa-rot-te (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

seltsamer, schrulliger Einfall, wunderliche Eigenheit
Beispiele:
eine kindische, vornehme, kostspielige Marotte
das ist doch eine Marotte von dir!
er hat jetzt eine neue Marotte
etw. für eine Marotte halten
Es war eine Marotte von Bollmann, daß er dem märkischen Sand eine gute Traube abringen wollte [ZuchardtSpießrutenlauf30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marotte f. ‘seltsame Gewohnheit, wunderliche Neigung, Schrulle’ ist eine seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gebräuchliche Entlehnung von gleichbed. frz. marotte. Dieses zuerst für das 15. Jh. nachgewiesene frz. Substantiv gehört als verkleinernde Suffixbildung (wie frz. marionnette, s. ↗Marionette, und afrz. mariole ‘kleines Marienbild, Heiligenbild’) zum Namen frz. Marie (aus lat. Maria); vgl. den seit dem 17. Jh. bezeugten frz. Mädchennamen Marotte. Die im Frz. zu beobachtende Bedeutungsentwicklung führt von ‘Marienbild, Heiligenfigur’ über ‘Puppe, Marionette’ zu ‘(aus einem Stab mit Puppenkopf bestehendes) Narrenzepter’ (16. Jh.), weiter zu ‘Narrenkappe’ und schließlich zu ‘närrischer Einfall, Narrheit, seltsame Liebhaberei’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angewohnheit · ↗Caprice · ↗Eigenart · ↗Eigenheit · ↗Kaprice · Marotte · ↗Schrulle · ↗Spleen · ↗Tick  ●  ↗Grille  veraltend · ↗Kaprize  österr. · Allüren  geh. · ↗Fimmel  ugs. · ↗Macke  ugs. · ↗Tic  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Angewohnheit · ↗Habit · ↗Neigung  ●  Marotte  ugs. · ↗Schrulle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eigenheit Gewohnheit Hundehalter Laster Laune Macke Manie Manier Mode Mätzchen Schrulle Schwäche Spleen Tick Vorliebe abgewöhnen abtun altmodisch belächeln frönen harmlos liebenswert merkwürdig modisch persönlich pflegen seltsam sprachlich stilistisch vorübergehend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marotte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und da wir immer erfolgreich sind, halte ich an dieser Marotte fest.
Der Tagesspiegel, 30.03.2001
Die amerikanische Kritik hat dem Maler sogar empfehlen wollen, seine Marotte doch noch einmal zu überdenken.
Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24
In letzter Zeit hat er viele solcher Marotten - Pubertät eben.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 28
Ihm selber erscheint sein bös-klarer Blick nicht als persönlicher Defekt oder als privat zu verantwortende amoralische Marotte.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 29
Auch das war eine Marotte von ihm, ein bewußtes Spiel mit Gedanken.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 136
Zitationshilfe
„Marotte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marotte>, abgerufen am 15.12.2018.

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