Marsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Marsches · Nominativ Plural: Märsche
Aussprache
Wortbildung mit ›Marsch‹ als Erstglied: ↗Marschbefehl · ↗Marschbereitschaft · ↗Marschblock · ↗Marschdisziplin · ↗Marscherleichterung · ↗Marschflugkörper · ↗Marschgepäck · ↗Marschgeschwindigkeit · ↗Marschglied · ↗Marschkolonne · ↗Marschkompass · ↗Marschlied · ↗Marschmelodie · ↗Marschmusik · ↗Marschordnung · ↗Marschpause · ↗Marschrhythmus · ↗Marschrichtung · ↗Marschroute · ↗Marschschritt · ↗Marschsäule · ↗Marschtempo · ↗Marschtritt · ↗Marschverpflegung · ↗Marschziel · ↗marschbereit · ↗marschfertig · ↗marschmäßig
 ·  mit ›Marsch‹ als Letztglied: ↗Abmarsch · ↗Anmarsch · ↗Aufmarsch · ↗Ausmarsch · ↗Dauermarsch · ↗Durchmarsch · ↗Eilmarsch · ↗Einmarsch · ↗Einzugsmarsch · ↗Feldmarsch · ↗Friedensmarsch · ↗Fußmarsch · ↗Gedenkmarsch · ↗Gepäckmarsch · ↗Geschwindmarsch · ↗Gewaltmarsch · ↗Gänsemarsch · ↗Hochzeitsmarsch · ↗Militärmarsch · ↗Nachtmarsch · ↗Ostermarsch · ↗Parademarsch · ↗Protestmarsch · ↗Präsentiermarsch · ↗Reitermarsch · ↗Rückmarsch · ↗Schweigemarsch · ↗Siegesmarsch · ↗Sternmarsch · ↗Streikmarsch · ↗Tagemarsch · ↗Tagesmarsch · ↗Trauermarsch · ↗Triumphmarsch · ↗Vorbeimarsch · ↗Vormarsch · ↗Weitermarsch · ↗Übungsmarsch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Fortbewegung zu Fuß über größere Entfernungen
Beispiele:
ein langer, anstrengender, beschwerlicher Marsch
ein Marsch von drei Stunden, über fünfzehn Kilometer
den Marsch antreten, beginnen, unterbrechen
sie war sehr ermüdet von dem weiten Marsch
umgangssprachlich in ihrem Urlaub machten sie tüchtige, ordentliche Märsche (= Fußwanderungen)
Militär organisierte Bewegung von Truppen
Beispiele:
die Soldaten waren auf dem Marsch zur Front, unternahmen einen Marsch auf Kraftfahrzeugen
ein Versorgungskommando, die Einheit in Marsch setzen
die Truppe setzt sich in Marsch
übertragen etw. ist auf dem Marschetw. ist in Bewegung, Entwicklung, rückt unaufhaltsam näher
Beispiele:
Er äußerte die Zuversicht, daß alles auf dem Marsche sei [Th. Mann12,45]
bis zur völligen Umänderung aller Dinge, die auf dem Marsch ist [BrechtMutter5]
2.
Musikstück im gleichmäßigen Rhythmus des zügigen Gehens
Beispiele:
das Blasorchester, die Militärkapelle spielt einen Marsch
einen Marsch blasen, trommeln, schlagen
umgangssprachlich ein flotter Marsch ertönt
man tanzte einen Marsch
übertragen
Beispiel:
salopp jmdm. (gehörig) den Marsch blasen (= jmdm. unmißverständlich die Meinung sagen, jmdn. zurechtweisen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marsch1 · marschieren
Marsch1 m. ‘Fortbewegung zu Fuß über größere Entfernungen’, besonders ‘geordnete Bewegung einer militärischen Einheit über eine längere Strecke’ sowie ‘militärisches Aufbruchssignal’ (1. Hälfte 17. Jh.), dann auch ‘dem Marschtritt angepaßtes, durch seinen gleichmäßigen Rhythmus das Marschieren unterstützendes Musikstück’ (18. Jh.), in allen Bedeutungen entlehnt (mit Genuswechsel, vielleicht nach Zug m.) aus mfrz. frz. marche f., das sich bereits im 16. Jh. zum militärischen Terminus für die geordnete Truppenbewegung entwickelt hat und auf Grund der Vorbildwirkung der französischen Armee ins Dt. gelangt (bis ins 18. Jh. auch Marche, March geschrieben). Afrz. mfrz. marche, zunächst im Sinne von ‘Tritt, Fährte, Spur’ und (mfrz.) ‘das Gehen, Gangart’, ist abgeleitet von afrz. marchier ‘mit den Füßen treten, zu Fuß durchwandern, gehen’, frz. marcher ‘vorwärts gehen, marschieren’, das germ. Herkunft ist und etymologisch zu der unter ↗Mark (s. d.) behandelten Wortgruppe gehört. Daher ist als ursprüngliche Bedeutung des Verbs wohl ‘(mit den Füßen) ein Zeichen eindrücken, eine Fußspur hinterlassen’ anzusetzen. marschieren Vb. ‘gleichmäßig ausschreiten, in geschlossener Gruppe bzw. im Gleichschritt gehen’ (Anfang 17. Jh.), vgl. frz. marcher (s. oben).

Marsch2 f. ‘fruchtbares Schwemmland am Meeresufer und an Flüssen’, im 17. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache übernommen. Asächs. mersk ‘sumpfige Niederung’, mnd. mersch, marsch, mnl. mersch(e) ‘Weideland’, nl. meers, afries. mersk, aengl. mersc, merisc, engl. marsh ‘Sumpf’ setzen westgerm. *marisk- ‘sumpfiges Gebiet’ voraus, das entweder (nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 317) zu einem Femininum vlat. *mara ‘Meer, stehendes Gewässer’ (lat. mare) gebildet oder (nach FEW 16, 521 f. und 533 f.) von germ. *mari- ‘Meer’ bzw. ‘stehendes Gewässer, Binnensee, Sumpf’ (s. ↗Meer) abgeleitet ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Marsch · ↗Marschland · Masch · Mersch · ↗Schwemmland
Assoziationen
Synonymgruppe
Fußreise · Marsch · ↗Treck · ↗Wanderung · ↗Zug
Unterbegriffe
  • Eilmarsch  ●  ↗Gewaltmarsch  veraltet
  • Kolbenbannerzug · Saubannerzug · Zug des torechten Lebens
Assoziationen
Musik
Synonymgruppe
Marsch · ↗Marschmusik · ↗Militärmusik
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dissident Feldherrnhalle Geest Innenstadt Instanz Institution Lebende Moor Neonazi Polka Präsidentenpalast Rechtsextremist Schuldenstaat Talsohle Tanz Veteran Walzer Wüste anstrengend antreten beschwerlich blasen flott lang setzen stoppen stramm stundenlang tagelang zweistündig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einem nächtlichen Marsch sind wir, zusammen mit anderen, einfach abgehauen.
Der Tagesspiegel, 28.03.2001
Gespielt wird damals zum Marsch durch die Straßen eine "türkische Musik".
Süddeutsche Zeitung, 07.01.1998
Ersuche Sie, sich auf schnellstem Wege nach dort in Marsch zu setzen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 164
Der lange Marsch durch die Institutionen ist nach wie vor notwendig.
Kursbuch, 1970, Bd. 22
Von unserem Marsch sind wir schon um 18 Uhr zurückgekommen.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 01.05.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Zitationshilfe
„Marsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marsch#1>, abgerufen am 13.11.2018.

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Marsch, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Marsch · Nominativ Plural: Marschen
Aussprache
Wortbildung mit ›Marsch‹ als Erstglied: ↗Marschbauer · ↗Marschbewohner · ↗Marschboden · ↗Marschdorf · ↗Marschenbauer · ↗Marschenbewohner · ↗Marschendorf · ↗Marschenfieber · ↗Marschfieber · ↗Marschland · ↗Marschländer
eWDG, 1974

Bedeutung

sehr fruchtbares, durch Deiche geschütztes Schwemmland an der Nordseeküste
Beispiele:
fette, fruchtbare Marschen
das Vieh weidet auf den Marschen
eine Sturmflut überschwemmte die Marsch
zu seiner Linken die leere weite Marsch, zur anderen Seite der unabsehbare Strand [StormSchimmelr.7,158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marsch1 · marschieren
Marsch1 m. ‘Fortbewegung zu Fuß über größere Entfernungen’, besonders ‘geordnete Bewegung einer militärischen Einheit über eine längere Strecke’ sowie ‘militärisches Aufbruchssignal’ (1. Hälfte 17. Jh.), dann auch ‘dem Marschtritt angepaßtes, durch seinen gleichmäßigen Rhythmus das Marschieren unterstützendes Musikstück’ (18. Jh.), in allen Bedeutungen entlehnt (mit Genuswechsel, vielleicht nach Zug m.) aus mfrz. frz. marche f., das sich bereits im 16. Jh. zum militärischen Terminus für die geordnete Truppenbewegung entwickelt hat und auf Grund der Vorbildwirkung der französischen Armee ins Dt. gelangt (bis ins 18. Jh. auch Marche, March geschrieben). Afrz. mfrz. marche, zunächst im Sinne von ‘Tritt, Fährte, Spur’ und (mfrz.) ‘das Gehen, Gangart’, ist abgeleitet von afrz. marchier ‘mit den Füßen treten, zu Fuß durchwandern, gehen’, frz. marcher ‘vorwärts gehen, marschieren’, das germ. Herkunft ist und etymologisch zu der unter ↗Mark (s. d.) behandelten Wortgruppe gehört. Daher ist als ursprüngliche Bedeutung des Verbs wohl ‘(mit den Füßen) ein Zeichen eindrücken, eine Fußspur hinterlassen’ anzusetzen. marschieren Vb. ‘gleichmäßig ausschreiten, in geschlossener Gruppe bzw. im Gleichschritt gehen’ (Anfang 17. Jh.), vgl. frz. marcher (s. oben).

Marsch2 f. ‘fruchtbares Schwemmland am Meeresufer und an Flüssen’, im 17. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache übernommen. Asächs. mersk ‘sumpfige Niederung’, mnd. mersch, marsch, mnl. mersch(e) ‘Weideland’, nl. meers, afries. mersk, aengl. mersc, merisc, engl. marsh ‘Sumpf’ setzen westgerm. *marisk- ‘sumpfiges Gebiet’ voraus, das entweder (nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 317) zu einem Femininum vlat. *mara ‘Meer, stehendes Gewässer’ (lat. mare) gebildet oder (nach FEW 16, 521 f. und 533 f.) von germ. *mari- ‘Meer’ bzw. ‘stehendes Gewässer, Binnensee, Sumpf’ (s. ↗Meer) abgeleitet ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Marsch · ↗Marschland · Masch · Mersch · ↗Schwemmland
Assoziationen
Synonymgruppe
Fußreise · Marsch · ↗Treck · ↗Wanderung · ↗Zug
Unterbegriffe
  • Eilmarsch  ●  ↗Gewaltmarsch  veraltet
  • Kolbenbannerzug · Saubannerzug · Zug des torechten Lebens
Assoziationen
Musik
Synonymgruppe
Marsch · ↗Marschmusik · ↗Militärmusik
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dissident Feldherrnhalle Geest Innenstadt Instanz Institution Lebende Moor Neonazi Polka Präsidentenpalast Rechtsextremist Schuldenstaat Talsohle Tanz Veteran Walzer Wüste anstrengend antreten beschwerlich blasen flott lang setzen stoppen stramm stundenlang tagelang zweistündig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einem nächtlichen Marsch sind wir, zusammen mit anderen, einfach abgehauen.
Der Tagesspiegel, 28.03.2001
Gespielt wird damals zum Marsch durch die Straßen eine "türkische Musik".
Süddeutsche Zeitung, 07.01.1998
Ersuche Sie, sich auf schnellstem Wege nach dort in Marsch zu setzen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 164
Der lange Marsch durch die Institutionen ist nach wie vor notwendig.
Kursbuch, 1970, Bd. 22
Von unserem Marsch sind wir schon um 18 Uhr zurückgekommen.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 01.05.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Zitationshilfe
„Marsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marsch#2>, abgerufen am 13.11.2018.

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