Marschall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Marschalls · Nominativ Plural: Marschälle
Aussprache
WorttrennungMar-schall
Wortbildung mit ›Marschall‹ als Erstglied: ↗Marschallin · ↗Marschallstab  ·  mit ›Marschall‹ als Letztglied: ↗Erzmarschall · ↗Feldmarschall · ↗Hofmarschall · ↗Reichsmarschall · ↗Reisemarschall
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Militär hoher militärischer Dienstgrad in den Armeen verschiedener Länder
Beispiele:
er wurde zum Marschall befördert, ernannt
ein polnischer Marschall leitete die Manöver
Marschall Blücher war der volkstümlichste Feldherr der Befreiungskriege
2.
historisch hoher Beamter am Fürstenhof, Hofmarschall
Beispiele:
er hatte das Hofamt des Marschalls inne
der Marschall arrangierte die höfischen Feste, begleitete den Herrscher auf Reisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marschall m. höchster Offiziersrang, in der Regel nur im Kriege (gleichsam auf dem Schlachtfeld) verliehener Ehrentitel für einen siegreichen General und Feldherrn. Ahd. marahscalc (9. Jh.), mhd. marschalc, asächs. marhskalk ‘Pferdeknecht’, dann ‘Beamter (am Hofe), der bei Reisen Aufsicht über Pferde und Gesinde hat, Befehlshaber der waffenfähigen Mannschaft am Hofe’ ist mit ahd. marah-, mhd. marc, mar ‘Pferd’ gebildet (s. ↗Mähre); zum zweiten Kompositionsglied ahd. scalc ‘Diener, Knecht’ s. ↗Schalk. Der Ausdruck erfährt eine bemerkenswerte Bedeutungsentwicklung. Aus dem Reit-, Pferdeknecht wird der niedere Dienstmann, der Aufseher über Pferde und Ställe, der Stallmeister, in der sächsischen Kaiserzeit der königliche Hofbeamte, dem die Sorge um eigenes und fremdes Gefolge zu Pferde obliegt und der die Reiter befehligt; im 16./17. Jh. schließlich steht Marschalk für ‘Reiterbefehlshaber, Reitergeneral’. Im 17. Jh. setzt sich unter dem Einfluß von (aus dem Anfrk. entlehntem) frz. maréchal die Form Marschall durch, womit nunmehr, ebenfalls nach frz. Vorbild, der ranghöchste Offizier, der Feldherr bezeichnet wird. In spezifizierenden Zusammensetzungen: ertzmarschalch des heiligen reichs (1333; vgl. nlat. archimarescallus 1355), Feldmarschalck (16. Jh.), Generalfeldmarschall (um 1600), Reichserzmarschall (1663), Reichsfeldmarschall (Prinz Eugen).
Zitationshilfe
„Marschall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Marschall>, abgerufen am 26.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Marsch
Marsbewohner
Marsala
Mars
Marrane
Marschallin
Marschallstab
Marschbauer
Marschbefehl
marschbereit