Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Maskerade, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Maskerade · Nominativ Plural: Maskeraden
Aussprache 
Worttrennung Mas-ke-ra-de
GrundformMaske
Herkunft zu gleichbedeutend mascarataobital, mascherataital, vgl. gleichbedeutend mascaradefrz

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Verkleidung, Maskierung
  2. 2. Maskenfest
eWDG

Bedeutungen

1.
Verkleidung, Maskierung
Beispiele:
diese Maskerade macht ihm großen Spaß
er weigerte sich standhaft, an einer so unmöglichen Maskerade teilzunehmen [ CramerKonzessionen351]
2.
Maskenfest
Beispiel:
Doch das Volk stellt Lichter hinter die Fenster von Genua, es gibt Bälle und Maskeraden [ TralowNeuhoff327]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maske · Maskerade · maskieren · demaskieren
Maske f. ‘Gesichtslarve, Kostüm’ (17. Jh.), ‘Verkleideter’ (18. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. masque, das auf ital. maschera, obital. mascara zurückgeht. Die Herkunft des Ausdrucks ist umstritten. FEW 6, 1, 437 ff. erschließt aus zahlreichen roman. Formen ein voraufgehendes *maskaro- ‘schwarz, mit Ruß bedeckt, Ruß’ und nimmt für die ital. Formen eine frühe Bedeutung ‘mit Ruß geschwärzte Maske, mit Ruß geschwärztes Gesicht’ an. Ein der Ableitung *maskaro- zugrundeliegendes *mask- ‘schwarz’ zeigt sich in aprov. masca ‘Hexe’ ebenso wie in spätlat. bzw. mlat. masca, bezeugt für ‘Hexe’ im Edictus Rothari der Langobarden (643), für ‘Maske’ in England (680) und in Italien (1192). Auszugehen ist dabei von einer ursprünglichen Bedeutung ‘schwarze dämonische Gestalt’ bzw. ‘die eine solche Gestalt darstellende Maske’. Da FEW eine Herleitung von *mask- aus dem Germ. oder Arab. ablehnt, auch kelt. Anknüpfungen sich nicht bieten, nimmt es Herkunft aus einem nicht-ie. Substrat an und verweist dazu auf bask. maskal ‘Straßenkot, Schmutzrand am Saum der Kleidung’. – Maskerade f. ‘Maskenzug, -fest, Verkleidung’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von gleichbed. obital. mascarata, ital. mascherata, dann auch von gleichfalls dem Ital. folgendem frz. mascarade (vgl. die frühen im Dt. vorkommenden Schreibungen Mascarada, Mascarade, Plur. Mascaradas, Mascaraden). Die Formen Masquerade, Maskerade (seit Mitte 17. Jh.) verdanken ihre Entstehung wohl erst dem Einfluß von zu dieser Zeit übernommenem frz. masque (s. oben). maskieren Vb. ‘eine Maske umlegen, verkleiden’ (um 1700), frz. masquer; demaskieren Vb. ‘die Maske abziehen, entlarven’ (18. Jh.), frz. démasquer.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Maskenspiel  ●  Maskerade  auch figurativ · Mummenschanz  auch figurativ
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Maskerade‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Maskerade‹.

Verwendungsbeispiele für ›Maskerade‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Chancen für eine subversive Maskerade darin sind jedoch denkbar gering. [konkret, 1994]
Hier in Polen stellen sie lediglich das Fragment einer nationalen Maskerade dar. [Der Spiegel, 24.07.1989]
Außerdem kam ihm das ganze Fest wie eine Maskerade vor. [Die Zeit, 18.06.1976, Nr. 26]
Auch an solcher Maskerade ist der Philosoph selber nicht schuldlos. [Die Zeit, 27.09.1974, Nr. 40]
Er stand in seiner Maskerade hilflos vor der Klasse und versuchte, in die Erde zu versinken. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 198]
Zitationshilfe
„Maskerade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Maskerade>.

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