Mast, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mast(e)s · Nominativ Plural: Maste(n)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Mast‹ als Erstglied: ↗Mastbaum · ↗Mastenholz · ↗Mastenwald · ↗Mastkorb · ↗Mastspitze
 ·  mit ›Mast‹ als Letztglied: ↗Abspannmast · ↗Ankermast · ↗Antennenmast · ↗Besanmast · ↗Betonmast · ↗Fahnenmast · ↗Fernmeldemast · ↗Flaggenmast · ↗Fockmast · ↗Freileitungsmast · ↗Funkmast · ↗Großmast · ↗Handymast · ↗Hochspannungsmast · ↗Holzmast · ↗Klettermast · ↗Kreuzmast · ↗Lademast · ↗Laternenmast · ↗Leitungsmast · ↗Lichtmast · ↗Mittelmast · ↗Mobilfunkmast · ↗Notmast · ↗Oberleitungsmast · ↗Obermast · ↗Peitschenmast · ↗Rohrmast · ↗Sendemast · ↗Signalmast · ↗Starkstrommast · ↗Strommast · ↗Telefonmast · ↗Telegrafenmast · ↗Telegraphenmast · ↗Untermast · ↗Vormast
 ·  formal verwandt mit: ↗halbmast
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
senkrecht stehendes Rundholz oder Stahlrohr auf Schiffen als Träger der Rahen, Segel oder Antennen
Beispiele:
der Mast des Schiffes wurde aufgerichtet, umgelegt, gekappt
am Mast emporklettern
der Mast splittert, ist gebrochen
die Möwen kreisten um die Masten
2.
senkrecht stehende Stange aus Holz oder Stahl als Träger elektrischer Leitungen, Telefonleitungen oder Fahnen
Beispiele:
Masten für eine Leitung aufstellen
bei dem Sturm war ein Mast gebrochen
die Antenne ist an einem Mast befestigt
Fahnen flattern an den Masten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mast1 m. ‘Stange, Rohr’ (zur Befestigung von Segeln, Leitungen usw.), ahd. mast ‘Mastbaum’ (9. Jh.), mhd. mast ‘Stange, Fahnen- oder Speerstange, Mastbaum’, mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast (germ. *masta-) sind mit lat. mālus ‘senkrecht stehender Balken, Stange, Mast, Mastbaum’ (aus *mādos), air. matan ‘Keule’, mir. maide ‘Stock’ vergleichbar, so daß sich ie. *mazdos ‘Stange, Mast’ erschließen läßt. Vgl. auch aslaw. mostʒ, russ. most (мост) ‘Brücke’ (eigentlich ‘Knüppeldamm’). Aus sachlichen Gründen vermutet man allerdings, daß die Bedeutung ‘Mastbaum’ erst einzelsprachlich mit der Entwicklung der Segelschiffahrt entstanden sei.

Mast2 · mästen
Mast2 f. ‘reichliche Fütterung zur Beschleunigung des Fleisch- und Fettansatzes, Mastfutter’, ahd. mast (um 1000), mhd. mast ‘Befruchtung, fruchtbares Land, Futter, Mästung’ lassen sich mit den westgerm. Verwandten asächs. mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast auf ie. *maddo- ‘Mästung’ zurückführen, sofern das im Dt. auftretende fem. Genus als sekundär anzusehen ist gegenüber ursprünglich (im Aengl. und Nl. ausschließlich, im Mhd. auch vertretenem) mask. oder (im Ahd. wie im Mhd. erscheinendem) neutr. Genus. Diese Suffixbildung zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ entwickelt sich über die Zwischenstufen *madzdo-, *mazdo- zu germ. *mast-. Als außergerm. Verwandte sind der suffigierten ie. Ausgangsform zuzurechnen aind. mḗdaḥ ‘Fett, Mark’ (aus *mazdas), mḗdana- ‘Mästung’, mēdátām ‘soll fett werden’. Zur gleichen Wurzel ie. *mad- werden gestellt aind. mádati ‘wallt, sprudelt, berauscht sich’, lat. madēre ‘naß, feucht sein, von Nässe triefen, weich, voll sein’ und germ. *mat- ‘Speise’ (s. ↗Maat, ↗Messer, ↗Mettwurst). mästen Vb. ‘mit Mastfutter füttern’, ahd. mesten (8. Jh.), mhd. mesten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mast · ↗Pfahl · ↗Pfeiler · ↗Pfosten · ↗Stab · ↗Stange  ●  Pohl  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Biologie
Synonymgruppe
Futter · ↗Fütterung · Mast · ↗Tiernahrung  ●  ↗Fressen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mast‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mast‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mast‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich klammerte mich am Mast fest und versuchte, so wenig wie möglich zu atmen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 59
Da heulte er auf und sprang durch heftig kneifende Tiere nach dem Mast.
Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 26
Der Mast übermittelt die Daten über Kabel an einen zentralen Computer.
Bild, 22.10.2004
Von dem hohen Mast neben dem Eingang weht die englische Flagge.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 66
In der Nähe der Boje ankerte ein Kahn mit zwei Anglern bestückt wie mit Masten.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 61
Eine Ausgucktonne mit einem bequemen Sitz darin befand sich hoch oben im Mast.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 146
Von den Masten flatterten Wimpel in den verschiedenen Farben der auf der Konferenz vertretenen vierzehn Länder.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 9009
Zitationshilfe
„Mast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mast#1>, abgerufen am 11.08.2020.

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Mast, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mast · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Mast‹ als Erstglied: ↗Mastanlage · ↗Mastanstalt · ↗Mastbulle · ↗Mastdarm · ↗Mastente · ↗Mastfutter · ↗Mastgans · ↗Mastgeflügel · ↗Mastjahr · ↗Mastkost · ↗Mastkur · ↗Mastochse · ↗Mastschwein · ↗Mastvertrag · ↗Mastvieh
 ·  mit ›Mast‹ als Letztglied: ↗Buchelmast · ↗Buchenmast · ↗Eichelmast · ↗Geflügelmast · ↗Hühnermast · ↗Schweinemast · ↗Viehmast
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
das Mästen von Schlachtvieh mit geeignetem Mastfutter
Beispiele:
[…] während die Mast der Tiere in der konventionellen Haltung 30 Tage dauern darf, sind es bei Bio‑Betrieben 70 bis 80 Tage. [Süddeutsche Zeitung, 14.04.2018]
Jederzeit dürfen Fleisch‑, Milch‑ und Eierlieferanten […] Zusatzstoffe ins Futter mischen, die aus dem Bioreaktor stammen, um Ernährungsmängel bei der Mast auszugleichen. [Die Zeit, 15.09.2011, Nr. 38]
Neuland‑Bauern verpflichten sich zu artgerechter Tierhaltung nach streng überwachten Kriterien, dazu gehört Stroh und Tageslicht im Stall, Auslauf im Freien, langsame Mast und Futter aus 100 Prozent heimischem Anbau. [Welt am Sonntag, 01.06.2003]
[…] blieben drei Läuferschweine zum Fettmachen für den Verkauf. Ob für die Mast das eigene Futter lange oder ob sie Futter dazukaufen müßten, fragt die Bäuerin. [Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 127]
Bei der Mast muß das Füttern regelmäßig und zu einer bestimmten Zeit geschehen. Gewöhnlich werden die bisherigen Futterzeiten vermehrt und das Futter in vier bis fünf Gaben gegeben. In den Wintermonaten muß abends spät und morgens zeitig Futter gereicht werden. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 510]
2.
fachsprachlich natürliches Mastfutter, besonders in Form von Eicheln, Bucheckern, Früchten o. Ä.
Beispiele:
Der ursprüngliche Lebensraum der Wildschweine waren überschwemmte Auwälder und gemischte Eichen‑Buchenwälder mit periodisch anfallender Mast durch ein reiches Samen‑ und Früchteangebot. [Dreyer, Eva-Maria und Wolfgang, Der Kosmos Waldführer. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG 2019]
Die Mast pflegte zur Reifezeit der Eicheln und Bucheln abgeschätzt zu werden, um festzustellen, wieviel Schweine etwa in dem betreffenden Revier fett gemacht werden könnten. [Mager, Friedrich, Der Wald in Altpreussen als Wirtschaftsraum, Band 7. Köln: Böhlau-Verlag 1960, S.358]
Die 4–10, in guten Mastjahren bis 18 Frischlinge kommen im April/Mai zur Welt. Die Geschlechtsreife bei Bachen tritt je nach der Mast (Bucheckern‑ oder Eichelmastjahre) in 10–20 Monaten ein. [Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, Nachrichtenblatt für den deutschen Pflanzenschutzdienst. Berlin: Deutscher Zentralverlag 1947]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mast1 m. ‘Stange, Rohr’ (zur Befestigung von Segeln, Leitungen usw.), ahd. mast ‘Mastbaum’ (9. Jh.), mhd. mast ‘Stange, Fahnen- oder Speerstange, Mastbaum’, mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast (germ. *masta-) sind mit lat. mālus ‘senkrecht stehender Balken, Stange, Mast, Mastbaum’ (aus *mādos), air. matan ‘Keule’, mir. maide ‘Stock’ vergleichbar, so daß sich ie. *mazdos ‘Stange, Mast’ erschließen läßt. Vgl. auch aslaw. mostʒ, russ. most (мост) ‘Brücke’ (eigentlich ‘Knüppeldamm’). Aus sachlichen Gründen vermutet man allerdings, daß die Bedeutung ‘Mastbaum’ erst einzelsprachlich mit der Entwicklung der Segelschiffahrt entstanden sei.

Mast2 · mästen
Mast2 f. ‘reichliche Fütterung zur Beschleunigung des Fleisch- und Fettansatzes, Mastfutter’, ahd. mast (um 1000), mhd. mast ‘Befruchtung, fruchtbares Land, Futter, Mästung’ lassen sich mit den westgerm. Verwandten asächs. mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast auf ie. *maddo- ‘Mästung’ zurückführen, sofern das im Dt. auftretende fem. Genus als sekundär anzusehen ist gegenüber ursprünglich (im Aengl. und Nl. ausschließlich, im Mhd. auch vertretenem) mask. oder (im Ahd. wie im Mhd. erscheinendem) neutr. Genus. Diese Suffixbildung zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ entwickelt sich über die Zwischenstufen *madzdo-, *mazdo- zu germ. *mast-. Als außergerm. Verwandte sind der suffigierten ie. Ausgangsform zuzurechnen aind. mḗdaḥ ‘Fett, Mark’ (aus *mazdas), mḗdana- ‘Mästung’, mēdátām ‘soll fett werden’. Zur gleichen Wurzel ie. *mad- werden gestellt aind. mádati ‘wallt, sprudelt, berauscht sich’, lat. madēre ‘naß, feucht sein, von Nässe triefen, weich, voll sein’ und germ. *mat- ‘Speise’ (s. ↗Maat, ↗Messer, ↗Mettwurst). mästen Vb. ‘mit Mastfutter füttern’, ahd. mesten (8. Jh.), mhd. mesten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mast · ↗Pfahl · ↗Pfeiler · ↗Pfosten · ↗Stab · ↗Stange  ●  Pohl  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Biologie
Synonymgruppe
Futter · ↗Fütterung · Mast · ↗Tiernahrung  ●  ↗Fressen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mast‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mast‹.

Zitationshilfe
„Mast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mast#2>, abgerufen am 11.08.2020.

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