Maueröffnung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Maueröffnung · Nominativ Plural: Maueröffnungen
WorttrennungMau-er-öff-nung
WortzerlegungMauerÖffnung
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Öffnung (Lesart 1) der Übergänge in der Grenzbefestigung zwischen Ost- und Westberlin (Berliner Mauer) infolge der Einführung voraussetzungsloser Passier- und Ausreisemöglichkeiten für Bürger der DDR am 9. November 1989 (sowie die anschließende Öffnung der innerdeutschen Grenze)
Beispiele:
Während die Journalisten nach Schabowskis Auftritt noch rätselten, ob die Reiseregelung eine Maueröffnung bedeutete, interpretierte die Nachrichtenagentur Associated Press Schabowskis Worte bereits um 19.05 Uhr als »Grenzöffnung«. [Die Welt, 09.11.1999]
Durch Schabowskis verfrühte Ankündigung der Maueröffnung in Berlin wurde der 9. November 1989 ein historischer Tag. [Der Standard, 01.11.2015]
Mir bleibt als Zeitzeugin der Maueröffnung vom 9. November das Bild der vielen Ostberliner, die im Bezirk Kreuzberg über die Oberbaumbrücke gekommen waren in Erinnerung. [Der Standard, 25.09.2009]
Zwei Wochen nach Maueröffnung gab es außer uns niemanden mehr, der noch nicht im Westen gewesen war. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 577]
In der Prinzenstraße, wo sich täglich über 15.000 PKW über die Grenze schieben […], sehnen sich die Anwohner nach der Zeit vor der Maueröffnung zurück. [die tageszeitung, 14.05.1990]
Kollokationen:
in Koordination: Maueröffnung und Wiedervereinigung
als Genitivattribut: der Jahrestag der Maueröffnung
2.
offene Stelle in einer Mauer (Lesart 1 a)
zu Öffnung (Lesart 2)
Beispiele:
[…] Von links dringt durch schmale Maueröffnungen [im Wehrgang des Schlosses] mattes Tageslicht herein. [Die Zeit, 21.10.2010]
Durch eine Maueröffnung der Gruft konnte der beständige Luftzug die Leichen austrocknen und so mumifizieren, bevor die Fäulnis einsetzte. [Berliner Zeitung, 14.12.1999]
Gewände, die seitl. rahmenartige Begrenzung einer Maueröffnung (Fenster, Tür) aus Stein, Kunststein oder Beton zum Unterschied von der Leibung, die durch einfachen Einschnitt entsteht. [o. A.: Lexikon der Kunst – G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 10412. Zitiert nach: o. A.: Lexikon der Kunst – G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Bd. 2: Cin – Gree, Leipzig: Seemann 1989.]
Sobald Soldatenfäuste an die Eingangspforte donnerten, ließ er sich an einem Seil den engen Luftschacht hinunter, der an seinem Badezimmer vorbeiführte; […] zwängte er sich dann durch eine Maueröffnung und befand sich auf der Dachterrasse des nächsten […] Hauses. [Der Spiegel, 27.01.1960, Nr. 5]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ereignis Herbst Jahrestag Nachricht Tag Wiedervereinigung verkünden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Maueröffnung‹.

Zitationshilfe
„Maueröffnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Maueröffnung>, abgerufen am 18.08.2019.

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