Maultier, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Maul-tier
Wortzerlegung MaulTier
Wortbildung  mit ›Maultier‹ als Erstglied: ↗Maultiertreiber
eWDG, 1974

Bedeutung

Kreuzung, von Eselhengst und Pferdestute
Beispiele:
ein bepacktes Maultier
ein nur noch für Maultiere begehbarer Pfad im Gebirge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maulesel · Maultier · Muli
Maulesel m. (15. Jh.), Maultier n. (Anfang 16. Jh.) sind verdeutlichende Zusammensetzungen für eine Kreuzung (den Bastard) von Pferd und Esel. Vorauf geht ahd. (9. Jh.), mhd. mūl m., nhd. Maul m. (so noch vereinzelt im 19. Jh.), eine Entlehnung aus lat. mūlus. Der frühnhd. lautliche Zusammenfall mit ↗Maul n. (s. d.) führt zu den oben genannten Verdeutlichungen (vgl. auch Maulpferd bei Luther, das sich jedoch nicht durchsetzt). Die zoologische Fachsprache unterscheidet (18. Jh.) zwischen Maultier (Kreuzung von Eselhengst und Pferdestute, lat. mūlus) und Maulesel (Kreuzung von Pferdehengst und Eselstute, lat. hinnus). Für beide Arten heute weithin Muli n. m. aus dem Südd. und Öst. (19. Jh.), möglicherweise singularisiert aus dem Plural ital. muli (Sing. mulo); oder eher zu ital. mulo mit deminutiv-vertraulichem Endungs-i (wie in Mutti, Hansi, Bubi usw.). Maultierzucht wurde vorzugsweise im Südtiroler Alpengebiet betrieben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Maulpferd · Maultier · ↗Muli
Oberbegriffe
  • tierisches Lebewesen  ●  ↗Tier  Hauptform · ↗Getier  geh. · ↗Viech  ugs. · ↗Vieh  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Maultier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Maultier‹.

Verwendungsbeispiele für ›Maultier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hat geregnet, der Weg talwärts ist rutschig, und das Maultier ist hungrig.
Die Zeit, 09.03.2013, Nr. 10
Die Steine vom Berg reichten dazu nicht aus, viele wurden auf Maultieren von außerhalb herangeschafft.
Der Tagesspiegel, 02.03.2003
In einigen Dialekten werden die Maultiere noch heute »Muli« genannt.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 100
Zwei Frauen, die auf Maultieren saßen, trabten nach der Stadt.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 30
Ich ritt ein besonders hochbeiniges Maultier; eben darum schlugen mir die Zweige besonders oft ins Gesicht.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3096
Zitationshilfe
„Maultier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Maultier>, abgerufen am 25.10.2020.

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