Maus, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Maus · Nominativ Plural: Mäuse
Wortbildung mit ›Maus‹ als Erstglied: ↗Mausauge · ↗Mausefalle · ↗Mauseloch · ↗Mauseschwanz · ↗Mausezähnchen · ↗Mausi · ↗Mauspad · ↗Mausrad · ↗Maustaste · ↗Mäuschen · ↗Mäusebussard · ↗Mäusefalle · ↗Mäusefraß · ↗Mäusefänger · ↗Mäusegerste · ↗Mäusejagd · ↗Mäuseklavier · ↗Mäuseloch · ↗Mäusenest · ↗Mäuseplage · ↗Mäuseschwanz · ↗Mäusezähnchen · ↗Mäuslein · ↗mausgrau
 ·  mit ›Maus‹ als Letztglied: ↗Computermaus · ↗Erdmaus · ↗Feldmaus · ↗Fledermaus · ↗Genmaus · ↗Haselmaus · ↗Hasenmaus · ↗Hausmaus · ↗Kirchenmaus · ↗Krebsmaus · ↗Mickymaus · ↗Schermaus · ↗Schlafmaus · ↗Spitzmaus · ↗Springmaus · ↗Tanzmaus · ↗Waldmaus · ↗Wühlmaus · ↗Zwergmaus
eWDG, 1974 und DWDS, 2016

Bedeutungen

I.
1.
meist graues, etwa 9 cm langes Nagetier mit spitzer Schnauze, nackten Ohren und langem, von Schuppenringen bedecktem Schwanz, das als Schädling in menschlichen Ansiedlungen, in Feldern und Wäldern lebt
Beispiele:
die Mäuse nagen, knabbern, rascheln, pfeifen, piepsen
eine Maus huscht um die Ecke, verschwindet in ihrem Loch
Mäuse fangen, vergiften
weiße Mäuse impfen
die Katze spielt mit der Maus
sie ist flink wie eine Maus
er saß still wie ein Mäuschen
salopp er ist arm wie eine Maus (= sehr arm)
sprichwörtlich mit Speck fängt man Mäuse (= durch ein glänzendes Angebot kann man jmdn. gefügig machen)
siehe da, eine Maus, ein Mäuschen, eines der zierlichen, von den Schwestern verwünschten Tierchen, die […] so gerne Krankheiten verbreiten [A. ZweigEinsetzung135]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
das Schiff ging mit Mann und Maus unter (= das Schiff ging mit der gesamten Besatzung unter)
da beißt die Maus keinen, keine Maus einen Faden ab (= es ist unabänderlich) (= dagegen ist nichts zu machen)
weiße Mäuse sehen (= betrunken sein)
bei etw. Mäuschen sein wollen (= etw. im Verborgenen miterleben wollen)
2.
als Kosewort bzw. scherzhafte Bezeichnung für MenschenQuelle: DWDS, 2016
a)
vertraulich die geliebte Frau, das kleine Kind
Beispiele:
mein liebes, süßes Mäuschen
wie geht es der kleinen Maus?
b)
umgangssprachlich, scherzhaft, veraltet eine weiße Maus (= ein Verkehrspolizist)
Beispiele:
die weißen Mäuse führten eine Verkehrskontrolle durch
von einer weißen Maus angehalten werden
eine weiße Maus regelte den Verkehr
3.
umgangssprachlich Ballen aus Muskeln unterhalb des Daumens
Beispiele:
die Maus besteht aus stark ausgebildeten Muskeln
das Messer rutschte ab und fuhr in die Maus
4.
Informations- und Telekommunikationstechnik Eingabegerät zur Steuerung der grafischen Benutzeroberfläche eines Computers, das mit der Hand auf einer ebenen Fläche bewegt wird, um ein Symbol (Mauszeiger) auf dem Monitor zu steuern und durch Betätigen einer Taste oder eines Rades eine bestimmte Funktion auszulösenQuelle: DWDS, 2016
Beispiele:
Wenn Sie mit der linken Maustaste in das Bild klicken und die Taste gedrückt halten, können Sie die Grafik beliebig drehen, indem Sie die Maus bewegen. [Die Zeit, 17.01.2008, Nr. 04]
[…] Für gewisse Aufgaben sei ein Smartphone oder Tablet mit Touchscreen-Eingabe gut, für andere eigne sich ein Computer mit Maus und Tastatur besser. [Der Standard, 24.01.2014]
Bereits die Einführung des Rades, das vertikales Scrollen ermöglicht, wurde ein großer Erfolg, so dass heute 80 Prozent der verkauften Mäuse ein solches besitzen. [Der Standard, 19.08.2003]
In den siebziger Jahren wurde die »Maus« als Eingabegerät erfunden, und wer en vogue ist, schiebt heute das Tierchen auf dem Schreibtisch umher, um damit Symbole auf dem Bildschirm zu bewegen. [Die Zeit, 19.10.1990, Nr. 43]
Lisa-Freunde [Nutzer eines bestimmten Computermodells] rollen ein kleines Elektronik-Kästchen – Maus genannt – auf dem Schreibtisch hin und her und steuern so einen Pfeil auf dem Bildschirm. […] [Der Spiegel, 16.05.1983, Nr. 20]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine kabellose, optische, serielle Maus
als Akkusativobjekt: die Maus anschließen, bewegen, bedienen, benutzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. mit der Maus anklicken, steuern, auswählen, markieren, bedienen; mit der Maus auf etw. klicken; ein Klick, Doppelklick mit der Maus
mit Genitivattribut: die Maus eines Computers
in Koordination: Maus und Tastatur, Monitor, Bildschirm, Joystick, Trackball
als Genitivattribut: die Tasten der Maus
II.
nur im Plural
salopp Geld
Beispiele:
heute gibtʼs Mäuse
keine Mäuse mehr haben
seine Mäuse zählen
die letzten Mäuse zusammenkratzen

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maus · mausen
Maus f. Der Name des kleinen grauen Nagetiers ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. afries. aengl. anord. mūs, mnl. muus, nl. muis, engl. mouse, schwed. mus (germ. *mūs-) führt wie aind. mū́ḥ, griech. mȳ́s (μῦς), lat. mūs, aslaw. myšь, russ. myš’ (мышь) auf ie. *mūs ‘Maus’. Der Name wird vielfach vergleichend auf bewegliche Körperteile übertragen; er steht z. B. im Germ., Griech. und Spätlat. auch für ‘Muskel’ (ahd. mhd. mūs, nhd. Maus ‘Muskel’, besonders an Arm, Bein und Daumen, bis etwa 1800, heute noch mundartlich); vgl. ferner aind. muṣkáḥ ‘Hoden’ (eigentlich ‘Mäuschen’) sowie lat. mūsculus (s. ↗Muskel). Ie. *mūs ‘Maus’ gehört wohl (mit gelängter Schwundstufe?) als ‘Stehler(in)’ mit aind. muṣṇā́ti ‘stiehlt, raubt’ zu einer s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *meu̯ə- ‘fortschieben’ (wozu lat. movēre ‘bewegen’). (Weniger wahrscheinlich ist Ableitung des genannten Verbs von aind. mū́ḥ.) mausen Vb. ‘stehlen’ (16. Jh.). Zuvor mhd. mūsen ‘Mäuse fangen, stehlend, suchend schleichen, listig sein, betrügen’, zuerst von der mäusefangenden Katze, dann von anderen mäusefangenden Tieren, schließlich auch auf den jagdbarem Wild auflauernden Menschen übertragen.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Hausmaus · Maus  ●  Mus musculus  fachspr., zoologisch
Oberbegriffe
  • Nager · ↗Nagetier  ●  Rodentia  fachspr., zoologisch, Plural
Computer
Synonymgruppe
Maus  ●  Mouse  engl.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Herzallerliebster · ↗Herzblatt · ↗Liebste(r)  ●  ↗Darling  engl. · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · ↗Augenstern  ugs. · ↗Babe  ugs., engl. · ↗Baby  ugs. · Beauty  ugs., engl. · ↗Bienchen  ugs. · ↗Biene  ugs. · ↗Bunny  ugs., engl. · ↗Bärchen  ugs. · ↗Engel  ugs. · ↗Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · ↗Flamme  ugs. · ↗Gummibärchen  ugs. · ↗Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · ↗Herzbube  ugs. · ↗Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · ↗Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · ↗Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · ↗Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · ↗Kätzchen  ugs. · ↗Liebchen  ugs. · ↗Liebesgöttin  ugs. · ↗Liebesperle  ugs. · ↗Liebling  ugs., Hauptform · Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · ↗Mausi  ugs. · ↗Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · ↗Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · ↗Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnubbi  ugs. · ↗Schnucke  ugs. · ↗Schnuckel  ugs. · ↗Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · ↗Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · ↗Schöne  ugs. · ↗Schönheit  ugs. · ↗Sonnenschein  ugs. · ↗Spatz  ugs. · ↗Spätzchen  ugs. · ↗Süße  ugs. · Süßes  ugs. · ↗Teufelchen  ugs. · ↗Traummann  ugs. · ↗Traumprinz  ugs. · ↗Zuckerpuppe  ugs. · ↗Zuckerpüppchen  ugs. · ↗Zuckerschnecke  ugs. · ↗Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs. · ↗Zuckerwürfel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Elefant Erbgut Experiment Fliege Frosch Hamster Joystick Kaninchen Katz Katze Meerschweinchen Monitor Ratte Sendung Stammzelle Tastatur abbeißen anklicken blau fangen fressen grau injizieren klicken spritzen transgen verändert weiß züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Maus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Berg kreißt, und er gebiert eine Maus nach der anderen.
Die Welt, 02.09.2004
Bei Mäusen kamen die Forscher über einen genetischen Trick ans Ziel, durch den die Tiere mager blieben, ohne hungern zu müssen.
Der Tagesspiegel, 24.01.2003
Und mitten in diesem Rohr hier ist unsere "Maus" steckengeblieben.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 235
Oft mußten wir ihnen erwachsene Mäuse vorsetzen, die genauso groß waren wie sie selber.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 124
Das Flüstern der betenden Mäuse rieselte wie Sand über ihn.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 13
Zitationshilfe
„Maus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Maus>, abgerufen am 19.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
maurisch
Mauriner
Maureske
Maurerpolier
Maurermeister
Mausauge
Mauschelei
mauscheln
Mäuschen
mäuschenstill