Mechanismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mechanismus · Nominativ Plural: Mechanismen
Aussprache 
Worttrennung Me-cha-nis-mus
Wortzerlegung mechanisch-ismus
Herkunft aus gleichbedeutend mécanismefrz
eWDG

Bedeutungen

1.
Komplex von Teilen einer Maschine, eines Gerätes, einer technischen Einrichtung, in dem die Bewegung eines dieser Teile zwangsläufig auf die anderen Teile übertragen wird
Beispiele:
einen Mechanismus konstruieren, in ein Gerät einbauen
einen Mechanismus in Bewegung setzen
ein Mechanismus läuft ab, funktioniert
übertragen
Beispiel:
nun würde sie [Soldaten der faschistischen Armee] der große rasselnde Mechanismus in sich aufnehmen ... und sie würden wieder gehorchen dürfen, wahllos, ohne denken zu müssen [ FühmannFronten35]
2.
mechanischer, zwangsläufiger, selbsttätiger Ablauf
Beispiele:
der Mechanismus einer Organisation, eines Betriebes, der Bürokratie
ein gestörter Mechanismus
in sich selbsttätig, zwangsläufig funktionierendes System
Beispiel:
das Wirken von Mechanismen im Ablauf von Prozessen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mechanik · mechanisch · Mechanikus · Mechaniker · Mechanismus · mechanisieren
Mechanik f. Lehre von Gleichgewicht und Bewegung der Körper, ‘Maschinenkunde, Getriebe’, entlehnt (17. Jh.) aus spätlat. mēchanica, griech. mēchaniká (μηχανικά), mēchanikḗ (téchnē) (μηχανικὴ τέχνη) ‘Wissenschaft von den Gesetzen und der Bewegung der Körper’. Lat. mēchanicus, griech. mēchanikós (μηχανικός) ‘erfinderisch, kunstreich, geschickt, zu Maschinen gehörig’, substantiviert ‘Maschinenbauer’, abgeleitet von griech. mēchanḗ (μηχανή) ‘(Hilfs)mittel, Erfindung, Apparat, Kunstgriff, List’, ergibt mechanisch Adj. ‘zur Mechanik gehörig’ (16. Jh.), danach ‘unbewußt, gewohnheitsmäßig’ (18. Jh.), und Mechanikus m. (16. Jh.), im 19. Jh. abgelöst durch Ende des 18. Jhs. aufkommendes Mechaniker m. ‘Feinschlosser, Facharbeiter zur Wartung und Reparatur von Apparaten und Maschinen’. Mechanismus m. ‘Getriebe, Zusammenspiel von allen Teilen einer Maschine, selbsttätiger, maschinenmäßiger Ablauf’ (18. Jh.), frz. mécanisme, im Dt. lautlich relatinisiert. mechanisieren Vb. ‘auf mechanischen Ablauf umstellen, Handarbeit durch Maschinenarbeit ablösen’ (20. Jh.), frz. mécaniser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Funktionsweise · Mechanismus · ↗System · ↗Zusammenspiel
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Apparatur · ↗Einrichtung · Mechanismus  ●  ↗Vorrichtung  Hauptform
Unterbegriffe
  • Sauerstoffbar · Sauerstofftankstelle

Typische Verbindungen zu ›Mechanismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mechanismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mechanismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Theater wäre in einen kulturellen Mechanismus überführt, der überall die gesellschaftlichen Prozesse formiert, ohne doch deren sozialen Sinn liefern zu können.
Der Tagesspiegel, 30.12.2002
Doch es ist ein Mechanismus, der zunächst den Frieden sichern kann.
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2002
Der einmal in Gang gesetzte Mechanismus läßt sich so leicht nicht stoppen.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 77
Und wie notwendig ist doch die Kenntnis dieses Mechanismus in allen Teilen, will er sein Werk in seinen Intentionen dargestellt sehen.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29240
Die sprachlichen Äußerungen des Kindes decken uns den psychophysischen Mechanismus besonders gut auf.
Schädel, E.: Das Sprechenlernen unserer Kinder, Leipzig: Brandstetter 1905, S. 32
Zitationshilfe
„Mechanismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mechanismus>, abgerufen am 09.05.2021.

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