Medaille, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Medaille · Nominativ Plural: Medaillen
Aussprache
WorttrennungMe-dail-le
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Medaille‹ als Erstglied: ↗Medaillengewinn · ↗Medaillengewinner · ↗Medaillensammlung · ↗Medaillenspiegel · ↗Medailleur
 ·  mit ›Medaille‹ als Letztglied: ↗Bronzemedaille · ↗Erinnerungsmedaille · ↗Friedensmedaille · ↗Gedenkmedaille · ↗Goldmedaille · ↗Leibnizmedaille · ↗Lessingmedaille · ↗Olympiamedaille · ↗Rettungsmedaille · ↗Tapferkeitsmedaille
eWDG, 1974

Bedeutung

Münze ohne Geldwert mit einer figürlichen Darstellung oder Inschrift, die zur Auszeichnung oder zum Gedenken an etw., jmdn. geprägt worden ist
Beispiele:
der Sieger erhält eine goldene, silberne Medaille
jmdm. eine Medaille (für etw.) verleihen
jmdn. mit einer Medaille auszeichnen
DDR die Medaille für ausgezeichnete Leistungen
übertragen
Beispiel:
die Kehrseite der Medaille (= die unangenehme Seite einer Sache)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Medaille · Medaillon
Medaille f. ‘künstlerisch gestaltete, zum Gedenken an eine Person oder ein Ereignis geprägte bzw. als Auszeichnung verliehene Münze ohne Geldwert’. Auf ital. medaglia ‘florentinische Kupfermünze, antike Münze’, dann (16. Jh.) ‘Schau-, Gedenkmünze’ beruht die Entlehnung frz. médaille ‘italienische Goldmünze’ (Ende 15. Jh.), ‘Schau-, Gedenkmünze’ (16. Jh.). Dieses frz. Substantiv wird in der 1. Hälfte des 16. Jhs. ins Dt. übernommen, wo es zunächst in Nachahmung der frz. Aussprache als Medeie (vorwiegend im Plur., auch Medoien), gegen Ende des 16. Jhs., vielleicht unter Einfluß der ital. Form (vgl. Medaglie 1563), als Medalie erscheint; im 17. Jh. erfolgt die Angleichung an das frz. Schriftbild. Ital. medaglia weist wie die Entsprechungen afrz. meaille, maaille, afrz. frz. maille, aprov. mealha, mezalha, span. meaja ‘kleine Münze, meist im Wert eines halben Denar’ auf eine Vorstufe *medalia; vgl. mlat. medal(l)ia, medal(l)a ‘Münze im Wert eines halben Denar’, woraus früh entlehntes ahd. medilla (9. Jh.), spätmhd. medele, melle (letzteres kontrahiert oder nach afrz. maille) ‘kleine Münze, Heller’. Die Erklärung der erschlossenen vorroman. Form ist strittig. In ihr wird einmal eine dissimilatorische Umbildung von mediālia, Neutr. Plur. von spätlat. mediālis ‘mitten’ gesehen (Schuchardt, vgl. FEW 6, 1, 571 ff., und Corominas 3, 313 f.), wobei die semantische Entwicklung von ‘in der Mitte befindlich’ zu ‘halb’ nur auf Grund der roman. Bedeutung ‘halber Denar’ vermutet und nicht (wie z. B. bei lat. medius) im Lat. selbst beobachtet werden kann; zum anderen wird sie (seit Diez) auf ein von lat. metallum ‘Metall, Bergwerk’ (s. ↗Metall) abgeleitetes vlat. *metalleus ‘aus Metall’ (etwa in *monēta metallea ‘Metallmünze’) zurückgeführt, das nach im Galloroman. eingetretenem Wandel des -t- in -d- von dort aus in die übrigen roman. Sprachen (und ins Mlat.) gelangt sein könnte (vgl. Gamillscheg ²588 f.). Medaillon n. ‘ein Bild oder Andenken enthaltender runder oder ovaler Schmuckanhänger, rundes oder ovales Bildnisrelief, gebratene runde Fleischscheibe’. Ital. medaglione ‘große Schaumünze, rundes oder ovales Relief’ (mit dem Augmentativsuffix -one abgeleitet von ital. medaglia, s. oben) wird als médaillon ins Frz. entlehnt und trifft hier wahrscheinlich auf ein eigenständig gebildetes frz. médaillon ‘Schmuckanhänger, Kapsel’ (Deminutivum von frz. médaille, s. oben), mit dem es zusammenfällt. Aus dem Frz. kommt das Substantiv Anfang des 18. Jhs. ins Dt., wo es zuerst nur für ‘große Schaumünze’, seit der Wende zum 19. Jh. im Sinne von ‘rundes oder ovales Bildnis, Bildkapsel’ gebraucht wird. Die Übertragung ‘gebratene runde Fleischscheibe’ gehört erst dem 20. Jh. an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abzeichen · ↗Emblem · Insigne · Medaille · ↗Plakette
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gedenkmünze · Medaille
Oberbegriffe
Sport
Synonymgruppe
Ehrenabzeichen · Medaille  ●  ↗Edelmetall  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bronze Europameisterschaft Hals Kehrseite Münze Olympia Orden Pokal Seite Silber Titelkampf Urkunde Weltmeisterschaft aberkennen bronzen erhofft erkämpfen erringen ersehnt gewinnen gewonnen golden holen kämpfen olympisch silbern vergeben verpassen zurückgeben überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Medaille‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die wollen immer mehr Medaillen, und was tun sie dafür?
Die Zeit, 25.02.2008 (online)
Die Rückseite dieser Medaille aber läßt sich auf Dauer nicht verheimlichen.
konkret, 1986
Er übertrug als erster den skulpturalen Stil in hervorragender Art und Weise auf die Medaille.
o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7010
Sie trug die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft von sieben Monarchen.
Kühner, Hans: Malten. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 41716
Dort hatte er sich Orden und Medaillen verdient, hier ausgezeichnete Noten.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 1042
Zitationshilfe
„Medaille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Medaille>, abgerufen am 23.04.2019.

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