Medienwirkung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Medienwirkung · Nominativ Plural: Medienwirkungen
WorttrennungMe-di-en-wir-kung
WortzerlegungMediumWirkung
Wortbildung mit ›Medienwirkung‹ als Erstglied: ↗Medienwirkungsforschung
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
Aufmerksamkeit, Beachtung, die eine Person oder ein Ereignis (durch Inszenierung) in den Medien (2) erregt
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Den Briten gehe es vor allem um […] breite Medienwirkung beim ersten Einrücken der Truppe in Kabul, hieß es in Regierungskreisen. [Berliner Zeitung, 19.12.2001]
Die erste Sternwanderung im letzten Jahr zum Steinbruch Cratzenbach ist uns noch in guter Erinnerung, hat es doch auch eine Medienwirkung erzielt, um dieses Wanderwegenetz bekannter zu machen und dafür zu werben. [UTHC Tennisverein Usingen, 28.07.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Nicht alles, was auf dem Laufsteg zu sehen ist [bei einer Modenschau], ist für den Verkauf gedacht – manches wird allein wegen der Medienwirkung gezeigt. [Spiegel, 07.03.2012 (online)]
Der Professor tritt ab, und mit ihm ein unaufgeregter Politikstil, bei dem Image und Medienwirkung nur eine Nebenrolle spielten. [Die Zeit, 30.01.2008, Nr. 06]
Dabei haben sich die Terroristen auf Aktionen mit großer Medienwirkung unter Vermeidung von Toten verlegt. [Die Welt, 28.08.2001]
Und sie [Politiker der Grünen], die einst Meister der Medienwirkung waren, sie sahen scheu und hilflos zu, wie Scharen fremder Journalisten nach Kiel strömten und über alles schrieben, nur über die Grünen nicht. [Die Zeit, 29.01.1988, Nr. 05]
2.
Einfluss, den ein Medium (2) auf seine Konsumenten ausübt
Beispiele:
Während der Zwischenkriegszeit waren sich die Erforscher von Wirkungen der Massenmedien über deren Allmacht einig. Nicht zuletzt die Reaktion der New Yorker Bevölkerung im Jahr 1938 auf Orson Welles’ Hörspiel »The Invasion from Mars« schien eine unmittelbare Medienwirkung zu bestätigen[…]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.1999]
Die Medienwirkung [virtueller Realität auf Kinder] ist da schon eine ganz andere als bei uns, wo das Smartphone noch eine Neuerscheinung war. [Digital/Anker, 26.04.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Wie sehr die Macht von Vorbildern häufig von Medienwirkungen abhängt, zeigt auch das Beispiel des unheimlichen »Werther-Effekts«: Eine zweistellige Zahl von Selbstmorden unter den zeitgenössischen Lesern von Goethes Roman soll auf die Wirkung des Schlusses zurückgegangen sein. [Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2012]
Spielt man nur hin und wieder ein paar Stunden [Computerspiele] […], wird man nicht gleich aggressiv. Medienwirkungen können sich allgemein nur dann entfalten, wenn Medien auch regelmäßig genutzt werden. [Die Zeit, 26.05.2008, Nr. 21]
Denn bis dahin galt, was allzu offensichtlich schien: Daß es direkte Medienwirkungen gibt, die so stark sind, daß sie sogar das Handeln der Menschen steuern können. Für diese Auffassung von der Macht der Medien sprachen vor allem die sichtbaren Erfolge, die die Diktaturen in den zwanziger und dreißiger Jahren mit ihrer Radiopropaganda hatten. [Die Zeit, 27.03.1987, Nr. 14]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundestagswahlkampf Meinungsklima

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Medienwirkung‹.

Zitationshilfe
„Medienwirkung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Medienwirkung>, abgerufen am 15.11.2019.

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