Meerschwein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungMeer-schwein (computergeneriert)
WortzerlegungMeerSchwein
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

Synonym zu Meerschweinchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meer · Meerenge · Meerkatze · Meerschaum · Meerschweinchen · Meerschwein
Meer n. ‘zusammenhängende, das Festland umgebende Wassermasse’. Die germ. Bezeichnungen ahd. meri (8. Jh.), mhd. mer, asächs. meri, mnd. mēr, mnl. mēre, nl. meer, anord. marr, afries. aengl. mere ‘Meer, Binnensee, Sumpf’, engl. mere ‘Binnensee, Teich, Pfuhl’, schwed. (mundartlich) mar, dän. (mundartlich) mare ‘Moor, Sumpf, Morast’ (germ. *mari-) sowie das erste Kompositionsglied in got. marisaiws ‘See’ gehen mit lat. mare, air. muir, bret. mor, aslaw. moŕe (vgl. aslaw. pomorịje ‘Küstengebiet, Strand’, wozu Pommern), russ. móre (море), lit. mãrė, meist Plur. mȃrės, mãrios ‘Meer, See, Haff’ auf ie. *mori (bzw. ablautendes *mari?) ‘Meer’ zurück (wozu auch mit sk-Suffix gebildetes ↗Marsch f., s. d., und dehnstufiges ↗Moor, s. d., gehören). Im Germ. stehen die Bedeutungen ‘Meer’ und ‘stehendes Gewässer, Binnensee, Sumpf’ nebeneinander. Meerenge f. (17. Jh.), Zusammensetzung aus der voraufgehenden Fügung Enge des Meeres (16. Jh.). Meerkatze f. langgeschwänzte afrikanische Affenart, ahd. merikazza (11. Jh.), mhd. merkatze, mnd. mērkatte, mnl. meercatte, nl. meerkat, so benannt, weil sie aus Afrika über das Meer nach Europa gebracht wurde. Meerschaum m. in Kleinasien vorkommendes weißlich-graues Mineral (18. Jh.), das für verhärteten Meeresschaum gehalten wird; bereits im 14. Jh. steht merschūm als Übersetzung von lat. spūma maris ‘Schaum, Gischt des Meeres’ für ‘Koralle’ und wurde dann auf das weiße, leichte, auf dem Wasser schwimmende Mineral übertragen. Meerschweinchen n. Name für ein aus Südamerika über das Meer gekommenes, wie ein Schwein quiekendes Nagetier (17. Jh.), unabhängige Bildung neben älterem, bis ins 19. Jh. üblichem Meerschwein n. ‘Delphin’, ahd. meriswīn (9. Jh.), mhd. merswīn (eine Übersetzung von lat. porcus marīnus); gelegentlich auch ‘Stachelschwein’ (16. bis 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hamster Hund Kaninchen Katze auffressen überdimensional

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Meerschwein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Meerschwein saß in der Ecke und rührte sich nicht.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2003
Der deutsche Name »Meerschwein« ist eine Übersetzung aus dem Lateinischen.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 102
Das anpassungsfähige, experimentierbeflissene Meerschwein Künstler hat in großer Zahl zufriedenstellend darauf reagiert und den Menschen aus seiner bildnerischen Vorstellungswelt eliminiert.
konkret, 1985
Das anpassungsfähige, experimentierbeflissene Meerschwein Künstler hat in großer Zahl zufriedenstellend darauf reagiert und den Menschen aus seiner bildnerischen Vorstellungswelt eliminiert.
konkret, 1983
Außer mir wohnen in dem Zimmer noch ein älteres Perlhuhn, ein trächtiges Meerschwein und ein lahmes, syphilitisches Kaninchen.
Klabund: Kunterbuntergang des Abendlandes. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10449
Zitationshilfe
„Meerschwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Meerschwein>, abgerufen am 20.02.2019.

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