Meerschweinchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungMeer-schwein-chen (computergeneriert)
WortzerlegungMeerSchweinchen
eWDG, 1974

Bedeutung

kleines, kurzbeiniges, schwanzloses, oft zahmes Nagetier, das häufig als Versuchstier verwendet wird
Beispiel:
Meerschweinchen züchten, impfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meer · Meerenge · Meerkatze · Meerschaum · Meerschweinchen · Meerschwein
Meer n. ‘zusammenhängende, das Festland umgebende Wassermasse’. Die germ. Bezeichnungen ahd. meri (8. Jh.), mhd. mer, asächs. meri, mnd. mēr, mnl. mēre, nl. meer, anord. marr, afries. aengl. mere ‘Meer, Binnensee, Sumpf’, engl. mere ‘Binnensee, Teich, Pfuhl’, schwed. (mundartlich) mar, dän. (mundartlich) mare ‘Moor, Sumpf, Morast’ (germ. *mari-) sowie das erste Kompositionsglied in got. marisaiws ‘See’ gehen mit lat. mare, air. muir, bret. mor, aslaw. moŕe (vgl. aslaw. pomorịje ‘Küstengebiet, Strand’, wozu Pommern), russ. móre (море), lit. mãrė, meist Plur. mȃrės, mãrios ‘Meer, See, Haff’ auf ie. *mori (bzw. ablautendes *mari?) ‘Meer’ zurück (wozu auch mit sk-Suffix gebildetes ↗Marsch f., s. d., und dehnstufiges ↗Moor, s. d., gehören). Im Germ. stehen die Bedeutungen ‘Meer’ und ‘stehendes Gewässer, Binnensee, Sumpf’ nebeneinander. Meerenge f. (17. Jh.), Zusammensetzung aus der voraufgehenden Fügung Enge des Meeres (16. Jh.). Meerkatze f. langgeschwänzte afrikanische Affenart, ahd. merikazza (11. Jh.), mhd. merkatze, mnd. mērkatte, mnl. meercatte, nl. meerkat, so benannt, weil sie aus Afrika über das Meer nach Europa gebracht wurde. Meerschaum m. in Kleinasien vorkommendes weißlich-graues Mineral (18. Jh.), das für verhärteten Meeresschaum gehalten wird; bereits im 14. Jh. steht merschūm als Übersetzung von lat. spūma maris ‘Schaum, Gischt des Meeres’ für ‘Koralle’ und wurde dann auf das weiße, leichte, auf dem Wasser schwimmende Mineral übertragen. Meerschweinchen n. Name für ein aus Südamerika über das Meer gekommenes, wie ein Schwein quiekendes Nagetier (17. Jh.), unabhängige Bildung neben älterem, bis ins 19. Jh. üblichem Meerschwein n. ‘Delphin’, ahd. meriswīn (9. Jh.), mhd. merswīn (eine Übersetzung von lat. porcus marīnus); gelegentlich auch ‘Stachelschwein’ (16. bis 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Chinchilla Fasan Frettchen Gans Goldhamster Hamster Hase Huhn Hängebauchschwein Kanarienvogel Kaninchen Karnickel Katze Katzen Kleintier Maus Nager Papagei Pony Ratte Rennmaus Schildkröte Sittich Wasserschildkröte Wellensittich Wüstenrennmaus Ziege Zierfisch Zwerghase Zwergkaninchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Meerschweinchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sperrten Meerschweinchen in Gläser, die mit Eis gefüllt waren.
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2004
Die "Meerschweinchen" vergessen deshalb wohl schnell, dass da noch irgendeine versteckte Kamera Platz haben soll.
Die Welt, 11.05.2002
Ein Kind rannte auf die Frau zu und wollte das Meerschweinchen streicheln.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 245
Hier hilft das Einstäuben der Meerschweinchen mit einem in Zoologischen Handlungen erhältlichen Insektenpulver.
Guter Rat, 1981, Nr. 2
Keiner der genannten Forscher gibt die Zahl der untersuchten Tiere, noch die der Nachkommen der epileptischen Meerschweinchen an.
Wrzosek, Adam u. Maciesza, Adolf: Über die Entstehung, den Verlauf und die Vererbung der durch Rückenmarksverletzung hervorgerufenen Meerschweinchen-Epilepsie. In: Archiv f. Rassen- u. Gesellschafts- Biologie einschließlich Rassen- u. Gesellschafts- Hygiene, 11 (1914/15) Nr. 3, 289-294, S. 281
Zitationshilfe
„Meerschweinchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Meerschweinchen>, abgerufen am 21.01.2019.

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