Mehrheitswahlrecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mehrheitswahlrecht(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈmeːɐ̯haɪ̯ʦˌvaːlʀɛçt]
Worttrennung Mehr-heits-wahl-recht
Wortzerlegung  Mehrheit Wahlrecht
Dieses Stichwort finden Sie in diesen Themenglossaren: DWDS-Themenglossar zur US-Präsidentschaftswahl, DWDS-Themenglossar zur Bundestagswahl.
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Wahlrecht, bei dem innerhalb eines Wahlkreises nur derjenige Kandidat als gewählt gilt, der die meisten Stimmen erhalten hat
Synonym zu Mehrheitswahl, Gegenwort zu Verhältniswahlrecht, siehe auch Wahlsystem
Beispiele:
Ziel des Verhältniswahlrechts ist es, dass alle gesellschaftlichen Gruppen gemäß ihres Anteils an Wählerstimmen im Parlament vertreten sind. Der Wählerwille wird dadurch deutlicher als beim Mehrheitswahlrecht zum Ausdruck gebracht. Nicht umsonst wird das Mehrheitswahlrecht oft mit dem Spruch »The Winner takes all, the Loser gets nothing« beschrieben. […] Das Mehrheitswahlrecht wird vor allem in Ländern, deren politisches System vom angelsächsischen Recht geprägt ist, angewandt: bei den Wahlen zum Unterhaus in Großbritannien oder bei den US‑Wahlen beispielsweise. Da in fast allen Staaten nur der Kandidat mit den meisten Stimmen Wahlmänner gewinnt und die anderen Stimmen verloren gehen, sind Unabhängige und Kandidaten kleiner Gruppierungen praktisch chancenlos. [Der Standard, 16.11.2008]
Welche Vorteile man im Mehrheitswahlrecht auch erkennen mag – klare Mehrheitsverhältnisse, übersichtlichere politische Landschaft, das Hervortreten starker Führungsfiguren – ein Argument steht den Anhängern dieses Systems nicht zur Verfügung: Dass nämlich ein solches Wahlsystem die »Politikverdrossenheit« zurückdrängen und die Wahlbeteiligung erhöhen würde. [Süddeutsche Zeitung, 12.01.2009]
Befürwortet man eher straffe Entscheidungsmöglichkeiten, tendiert man eben zu einem Mehrheitswahlrecht (wie in UK und USA), das dann ein Zweiparteiensystem mit allen Konsequenzen hervorbringt – dort gibt es de facto keine anderen Parteien als die beiden großen, die eine realistische Chance auf Regierungsbeteiligung hätten. [Nach der Wahl ist vor der Wahl, 05.11.2008, aufgerufen am 14.09.2018]
Das Parlament in Rom beginnt heute die Beratungen über einen Gesetzentwurf, wonach bis zur Parlamentswahl im Frühjahr 2006 das Mehrheitswahlrecht abgeschafft und die Verhältniswahl wieder eingeführt werden soll. [Berliner Zeitung, 11.10.2005]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Mehrheitswahlrecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mehrheitswahlrecht‹.

Zitationshilfe
„Mehrheitswahlrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mehrheitswahlrecht>, abgerufen am 19.10.2021.

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