Meier, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Meiers · Nominativ Plural: Meier
Aussprache
WorttrennungMei-er (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Meier‹ als Erstglied: ↗Meierhof  ·  mit ›Meier‹ als Letztglied: ↗Heulmeier · ↗Klostermeier
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
historisch vom Grundherrn eingesetzter Verwalter eines Gutes im Mittelalter
2.
landschaftlich, veraltend Vorarbeiter, Aufseher eines landwirtschaftlichen Betriebes
3.
nordwestdeutsch Pächter eines landwirtschaftlichen Betriebes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meier m. ehemals ‘Vorsteher eines Fronhofes, eines Landguts, eines Dorfes (Schulze)’, dann ‘Gutsverwalter, -pächter’, heute nur noch landschaftlich, ahd meior (9. Jh.), mhd. mei(g)er, asächs. afries. meier, mnd. mnl. meyer, entlehnt aus lat. maior (domūs) ‘der Größere des Hauses’, d. i. ‘der Vorsteher, Aufseher über Dienerschaft und Gesinde, Hausmeier’; zu lat. maior ‘höher, größer’ (Komparativ zu lat. magnus ‘groß’), dann ‘höhergestellt, vorgesetzt’. Vielfach als ‘Aufseher, Vorsteher’ in Komposita wie Dorf-, Hof-, Holz-, Kirchmeier. Die Bezeichnung entwickelt sich zu einem verbreiteten Familiennamen und schließlich zu einer Art Kompositionssuffix im Sinne von ‘Mensch, Mann, Kerl’ in Angst-, Heul-, Kraft-, Schlaumeier; s. auch ↗Biedermeier.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichterin Müller Union Werner bestritt

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Herz schenkte der stets bescheiden auftretende Meier dem Theater.
Die Zeit, 22.07.2013 (online)
Und mit der Mutter ist mithin Meiers wohl wichtigstes Bild verknüpft, das Bild des Windes.
Die Zeit, 05.10.1990, Nr. 41
Dem Meier war noch nie solch ein Unheil widerfahren wie dem Brenner.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 264
Das Buch ist von Gevatter Meier für Gevatter Müller geschrieben und bei Gevatter Lehmann erschienen, und soweit ist alles in Ordnung.
Tucholsky, Kurt: Die Erdolchten. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922]
Wie kümmerlich klingt da das Burckardt mit ck-dt, der Meier mit dem Eier-ei und Vigoleis mit Vogel-f.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 422
Zitationshilfe
„Meier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Meier>, abgerufen am 26.02.2018.

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