Meinung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Meinung · Nominativ Plural: Meinungen
Aussprache
WorttrennungMei-nung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Meinung‹ als Erstglied: ↗Meinungsaustausch · ↗Meinungsbefragung · ↗Meinungsbeitrag · ↗Meinungsbild · ↗Meinungsbildner · ↗Meinungsbildung · ↗Meinungsdifferenz · ↗Meinungserhebung · ↗Meinungsforscher · ↗Meinungsforschung · ↗Meinungsfreiheit · ↗Meinungsführer · ↗Meinungsführerschaft · ↗Meinungsmacher · ↗Meinungsmanipulation · ↗Meinungsmonopol · ↗Meinungsstreit · ↗Meinungstest · ↗Meinungsumfrage · ↗Meinungsunterschied · ↗Meinungsverschiedenheit · ↗Meinungsvielfalt · ↗Meinungsäußerung · ↗meinungsbildend
 ·  mit ›Meinung‹ als Letztglied: ↗Expertenmeinung · ↗Gegenmeinung · ↗Mehrheitsmeinung · ↗Volksmeinung · ↗Zeitmeinung
eWDG, 1974

Bedeutung

Ansicht, persönliches Urteil über etw., jmdn., Standpunkt in Bezug auf etw., jmdn.
Beispiele:
eine eigene, andere, vorgefasste, angenommene, angelesene, weitverbreitete Meinung
jmds. persönliche, politische, private Meinung
er hat überhaupt keine Meinung
eine, seine Meinung äußern, kundgeben, vortragen, zur Diskussion stellen, vertreten, verfechten, durchsetzen
seine Meinung ändern
wir möchten gern Ihre Meinung dazu hören
Meinungen (über etw.) austauschen
jmds. Meinung erfragen, erforschen, erkunden, bekräftigen, unterstützen
sich [Dativ] eine Meinung (zu etw., über etw., jmdn.) bilden
was ist Ihre Meinung dazu?
mit jmdm. einer (= der gleichen) Meinung sein
wir beide sind in dieser Frage einer Meinung, unterschiedlicher, verschiedener Meinung
die Meinungen (dazu, darüber) waren unterschiedlich, geteilt, gingen auseinander
er ist ein Vertreter dieser Meinung
im Streit der Meinungen und Gegenmeinungen
die öffentliche Meinung berücksichtigen, beeinflussen, manipulieren
etw. unter dem Druck der öffentlichen Meinung tun
umgangssprachlichjmdm. die Meinung sagen (= jmdm. nachdrücklich seinen Standpunkt klarmachen) (= jmdn. zurechtweisen)
saloppjmdm. die Meinung geigen (= jmdm. nachdrücklich seinen Standpunkt klarmachen) (= jmdn. zurechtweisen)
der Meinung seinetw. meinen
Beispiele:
ich bin der, folgender Meinung: ...
er ist nicht der Meinung, dass ...
sind Sie auch dieser Meinung?
ich bin anderer Meinung als Sie
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiel:
auf einer Meinung bestehen, beharren
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
jmdm. in seiner Meinung beipflichten, zustimmen
sich in seiner Meinung bestätigt fühlen
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
umgangssprachlichmit seiner Meinung nicht hinter dem Berge halten (= seine M. ungehemmt sagen)
Grammatik: in Verbindung mit »nach«
Beispiele:
meiner Meinung nach sollte man das anders machen
wenn es nach seiner Meinung ginge, würde nie etwas geändert
scherzhaftmeiner unmaßgeblichen Meinung nach
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiel:
jmdn. um seine Meinung fragen, bitten
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
von einer, seiner Meinung abgehen
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
zu einer Meinung kommen
Wertschätzung
Beispiele:
eine gute, schlechte, hohe Meinung von jmdm. haben
von jmdm. keine gute Meinung haben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

meinen · Meinung · vermeinen · vermeintlich
meinen Vb. ‘eine bestimmte Ansicht haben, annehmen, denken’, ahd. meinen (8. Jh.), mhd. meinen ‘sinnen, (nach)denken, seine Gedanken auf etw. richten, (feindlich oder freundlich) gesinnt sein, einem etw. angenehm machen’, asächs. mēnian, mnd. mēnen, mnl. mēnen, mienen, meinen, nl. menen, afries. mēna, aengl. mǣnan, auch ‘klagen’, engl. to mean (germ. *mainjan) sind verwandt mit air. mīan ‘Wunsch, Verlangen’, aslaw. měniti ‘meinen, glauben, erwähnen, halten für’, poln. mienić ‘meinen, glauben’. Erschließbar ist ie. *mein-, *moin- ‘Meinung, Absicht, meinen’. Die Bedeutung ‘seine Gedanken auf etw. richten, (freundlich) gesinnt sein’ entwickelt sich im Mhd. weiter zu ‘lieben’, die in Prosatexten bis ins 17. Jh., in der gereimten Dichtung bis ins 19. Jh. (Freiheit, die ich meine, Schenkendorf) bewahrt wird. Meinung f. ‘Ansicht, Gesinnung’, ahd. meinunga (um 1000), mhd. meinunge ‘Sinn, Bedeutung, Gedanke, Gesinnung, Absicht, freundliche Gesinnung, Liebe’. vermeinen Vb. ‘(fälschlich) annehmen’, ahd. firmeinen ‘darlegen, beweisen’ (9. Jh.), mhd. vermeinen ‘denken, wollen, hoffen, zudenken, zurückweisen’. vermeintlich Adj. ‘(irrtümlich) angenommen, angeblich’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschauung · ↗Ansicht · ↗Aspekt · ↗Auffassung · ↗Betrachtungsweise · ↗Blickwinkel · ↗Einstellung · ↗Haltung · Meinung · ↗Position · Sicht der Dinge · ↗Sichtweise · ↗Standpunkt · ↗Überzeugung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anschauung · ↗Ansicht · ↗Bewertung · ↗Gutachten · Meinung · ↗Statement · ↗Stellungnahme  ●  ↗Votum  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bevölkerungsmeinung · Meinung · Stimmung in der Öffentlichkeit · Urteil der Öffentlichkeit · Volkes Stimme · das öffentliche Klima · öffentliche Meinung  ●  Vox populi  lat. · veröffentlichte Meinung  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Populismus · populistische Parolen  ●  (das) gesunde Volksempfinden  Jargon, ironisch · Lufthoheit über die Stammtische  ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Beobachter Experte Fachleute abweichend ander auseinandergehen bilden eigen einhellig einholen geteilt gängig herrschend kundtun landläufig persönlich teilen unterschiedlich verbreitet verschieden vertreten veröffentlicht vorgefaßt vorherrschen vorherrschend ändern äußern öffentlich übereinstimmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Meinung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann mich nicht erinnern, meine Meinung geändert zu haben.
Die Zeit, 18.07.1997, Nr. 30
Daher seien wir der Meinung, daß dies größer angelegt werden sollte.
Nr. 110: Gespräch Seiters mit Modrow vom 5. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22432
In einem diktatorischen Regime wird es sogar lebensgefährlich, seine wahre Meinung zu sagen.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 295
Die öffentliche Meinung wird zu einer Macht unter anderen Mächten.
Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied: Luchterhand 1965 [1962], S. 142
Weiterhin gaben wir der Meinung Ausdruck, daß es unangebracht sei, provisionsberechtigte Sammler an den Eingängen zu interessieren.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1926
Zitationshilfe
„Meinung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Meinung>, abgerufen am 18.11.2019.

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