Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Melancholie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Melancholie · Nominativ Plural: Melancholien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [melaŋkoˈliː]
Worttrennung Me-lan-cho-lie
Wortbildung  mit ›Melancholie‹ als Erstglied: Melancholiker · melancholisch
Herkunft zu melancholíagriech (μελαγκολία) ‘Schwarzgalligkeit, Gallsucht, Tiefsinn’ < mélāsgriech (μέλας) ‘schwarz, dunkelfarbig’ + cholḗgriech (χολή) ‘Galle, Hass, Zorn’
eWDG

Bedeutung

Schwermut, Trübsinn, Traurigkeit
Beispiele:
in Melancholie (ver)fallen
jmd., etw. ist voll(er) Melancholie
seine Depression konnte sich bis zur Melancholie … steigern [ Kellerm.in: Dt. Erzähler1, 493]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Melancholie · melancholisch · Melancholiker
Melancholie f. ‘Schwermütigkeit, Trübsinn, Depression’, spätmhd. melancolīe, entlehnt aus lat. melancholia, griech. melancholía (μελαγκολία) ‘Schwarzgalligkeit, Gallsucht, Tiefsinn’, einer Bildung zu griech. meláncholos (μελάγκολος) ‘schwarze Galle enthaltend’, vgl. griech. mélās (μέλας) ‘schwarz, dunkelfarbig’ und cholḗ (χολή) ‘Galle, Haß, Zorn’ (s. cholerisch). Nach der auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgehenden Temperamentenlehre wird Schwermut durch sich ins Blut ergießende schwarze und verbrannte Galle hervorgerufen. Die Verdeutschung Schwermütigkeit geht auf Zesen (17. Jh.) zurück. – melancholisch Adj. ‘schwermütig, trübsinnig, zu Depressionen neigend’ (14. Jh.), lat. melancholicus, griech. melancholikós (μελαγκολικός) ‘zur schwarzen Galle, zu Tiefsinn, Wahnsinn geneigt’. Melancholiker m. ‘schwermütiger Mensch’ (19. Jh.), doch schon seit dem 14. Jh. in der lat. Form melancholicus in dt. Texten.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
(melancholische o.ä.) Verstimmtheit · Bedrücktheit · Betrübnis · Gedrücktheit · Niedergeschlagenheit · Schwermut · Traurigkeit · Trübnis · Trübsal · Trübseligkeit · Trübsinn · Wehmut · Weltschmerz · schlechte Laune  ●  Melancholie  griechisch · Tristesse  franz. · (eine) Depri  ugs. · Blues  ugs., fig. · Depression  fachspr., medizinisch · Depressivität  fachspr. · Freudlosigkeit  geh. · Leiden an der Welt  geh. · Lypemanie  fachspr., griechisch, neulateinisch, medizinisch, veraltet · Miesepetrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Melancholie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Melancholie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Melancholie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vermutlich erwirbt er sich daraus eine weitere Belastung seiner Melancholie. [Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1212]
Doch dann war sie abgereist von Rho, über Nacht, unzähmbarer Melancholie zuliebe. [Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 245]
Diese Melancholie ihres Wesens bestimmte die Schönheit der Züge, den tiefen Ausdruck vor allem des Auges. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 368]
Zu dem gehört neben der Melancholie freilich auch das abgründige Granteln. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Das macht die Lektüre des Buches bei aller Melancholie, die es durchzieht, zu einem Vergnügen. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Melancholie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Melancholie>.

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