Melancholie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Melancholie · Nominativ Plural: Melancholien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMe-lan-cho-lie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Schwermut, Trübsinn, Traurigkeit
Beispiele:
in Melancholie (ver)fallen
jmd., etw. ist voll(er) Melancholie
seine Depression konnte sich bis zur Melancholie ... steigern [Kellerm.inDt. Erzähler1, 493]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Melancholie · melancholisch · Melancholiker
Melancholie f. ‘Schwermütigkeit, Trübsinn, Depression’, spätmhd. melancolīe, entlehnt aus lat. melancholia, griech. melancholía (μελαγκολία) ‘Schwarzgalligkeit, Gallsucht, Tiefsinn’, einer Bildung zu griech. meláncholos (μελάγκολος) ‘schwarze Galle enthaltend’, vgl. griech. mélās (μέλας) ‘schwarz, dunkelfarbig’ und cholḗ (χολή) ‘Galle, Haß, Zorn’ (s. ↗cholerisch). Nach der auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgehenden Temperamentenlehre wird Schwermut durch sich ins Blut ergießende schwarze und verbrannte Galle hervorgerufen. Die Verdeutschung Schwermütigkeit geht auf Zesen (17. Jh.) zurück. melancholisch Adj. ‘schwermütig, trübsinnig, zu Depressionen neigend’ (14. Jh.), lat. melancholicus, griech. melancholikós (μελαγκολικός) ‘zur schwarzen Galle, zu Tiefsinn, Wahnsinn geneigt’. Melancholiker m. ‘schwermütiger Mensch’ (19. Jh.), doch schon seit dem 14. Jh. in der lat. Form melancholicus in dt. Texten.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Bedrücktheit · ↗Betrübnis · ↗Freudlosigkeit · ↗Gedrücktheit · ↗Gram · ↗Niedergeschlagenheit · ↗Schwermut · ↗Traurigkeit · ↗Trübsal · ↗Trübsinn · ↗Verstimmung · ↗Wehmut · ↗Weltschmerz · schlechte Laune  ●  Melancholie  griechisch · ↗Tristesse  franz. · ↗(eine) Depri  ugs. · ↗Depression  fachspr., medizinisch · ↗Depressivität  fachspr. · Leiden an der Welt  geh. · ↗Miesepetrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anatomie Anflug Depression Einsamkeit Hauch Heiterkeit Humor Hypochondrie Ironie Komik Lebensfreude Lebenslust Mischung Resignation Sarkasmus Saturn Schleier Schwermut Trauer Traurigkeit Tristesse Vergeblichkeit Wehmut Witz befallen heiter herbstlich leise zart Übermut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Melancholie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die meiste Zeit sieht er, von Melancholie umflort, aus dem Fenster.
Die Welt, 28.11.2002
Bei aller Melancholie ist doch immer wieder ein unprätentiöser Stolz spürbar, die Sicherheit des dichterischen Auftrags.
Der Tagesspiegel, 03.10.1996
Doch dann war sie abgereist von Rho, über Nacht, unzähmbarer Melancholie zuliebe.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 245
Diese Melancholie ihres Wesens bestimmte die Schönheit der Züge, den tiefen Ausdruck vor allem des Auges.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 368
Vermutlich erwirbt er sich daraus eine weitere Belastung seiner Melancholie.
Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1212
Zitationshilfe
„Melancholie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Melancholie>, abgerufen am 17.10.2019.

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