Melancholiker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Melancholikers · Nominativ Plural: Melancholiker
Aussprache
WorttrennungMe-lan-cho-li-ker
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

schwermütiger, zu Trübsinn, Traurigkeit neigender Mensch
Beispiel:
er war der Typ eines Melancholikers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Melancholie · melancholisch · Melancholiker
Melancholie f. ‘Schwermütigkeit, Trübsinn, Depression’, spätmhd. melancolīe, entlehnt aus lat. melancholia, griech. melancholía (μελαγκολία) ‘Schwarzgalligkeit, Gallsucht, Tiefsinn’, einer Bildung zu griech. meláncholos (μελάγκολος) ‘schwarze Galle enthaltend’, vgl. griech. mélās (μέλας) ‘schwarz, dunkelfarbig’ und cholḗ (χολή) ‘Galle, Haß, Zorn’ (s. ↗cholerisch). Nach der auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgehenden Temperamentenlehre wird Schwermut durch sich ins Blut ergießende schwarze und verbrannte Galle hervorgerufen. Die Verdeutschung Schwermütigkeit geht auf Zesen (17. Jh.) zurück. melancholisch Adj. ‘schwermütig, trübsinnig, zu Depressionen neigend’ (14. Jh.), lat. melancholicus, griech. melancholikós (μελαγκολικός) ‘zur schwarzen Galle, zu Tiefsinn, Wahnsinn geneigt’. Melancholiker m. ‘schwermütiger Mensch’ (19. Jh.), doch schon seit dem 14. Jh. in der lat. Form melancholicus in dt. Texten.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Melancholiker · Schwermütiger · Wehmütiger  ●  ↗Elegiker  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Choleriker Clown Geste Grübler Maske Phlegmatiker Sanguiniker Schwärmer Skeptiker Tagebuch Träumer Zyniker anonym echt ewig heiter link sanft sensibel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Melancholiker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der ist ein ganz harter Melancholiker - ich bin das nicht.
Die Welt, 25.06.2005
Ein kühl kalkulierender Melancholiker hatte den ihm gemäßen Ausdruck gefunden.
Der Tagesspiegel, 02.02.2001
Nach zwei Tagen ziehe ich um, in den Saal der Melancholiker.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 70
Wir müssen alle einmal sterben und auf zehn Jahre auf oder ab kommt es auch dem kultivierten Melancholiker doch wirklich nicht an.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 15449
Auch hat er, als echter Melancholiker, das Wort "Melancholie" niemals für sich selbst angewandt.
Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 0
Zitationshilfe
„Melancholiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Melancholiker>, abgerufen am 23.04.2019.

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