Memme, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Memme · Nominativ Plural: Memmen
Aussprache  [ˈmɛmə]
Worttrennung Mem-me
Wortbildung  mit ›Memme‹ als Erstglied: ↗memmenhaft
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend furchtsamer Mensch, Feigling
Beispiele:
dieser Dienst braucht Männer, nicht Memmen!
feige Memme!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Memme f. ‘weicher, ängstlicher Mensch, Feigling’ wird im 16. Jh. (wohl durch Luthers Gebrauch) geläufig. Anzuknüpfen ist an spätmhd. memme, mamme ‘Mutterbrust’, schwäb. Mamma, Mamme ‘Mutter, Mutterbrust’, nd. Mamme, Memme ‘stillende Mutter’, auch ‘Amme’, die als Lallwörter der Kindersprache zu der unter ↗Mama (s. d.) dargestellten Wortgruppe gehören. Das Schimpfwort bezeichnet also einen, der sich ängstlich wie ein Weib verhält, einen ‘weibischen Mann’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Weichling  ●  Früheinfädler  ugs. · Himbeerbubi  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · ↗Lauch  ugs., jugendsprachlich · Memme  ugs. · ↗Milchbart  ugs. · ↗Milchbubi  ugs. · ↗Muttersöhnchen  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · Pussy  derb · ↗Schattenparker  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · ↗Schlappschwanz  ugs. · ↗Sitzpinkler  ugs. · ↗Warmduscher  ugs. · ↗Waschlappen  ugs. · ↗Weichei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Duckmäuser  ●  ↗Feigling  Hauptform · ↗(ein) Trauminet  ugs., österr. · ↗Angsthase  ugs. · ↗Bangbüx  ugs. · ↗Hasenfuß  ugs. · ↗Hosenscheißer  derb · Memme  ugs. · ↗Schisser  derb · Seicherl  ugs., österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Memme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Memme‹.

Verwendungsbeispiele für ›Memme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem schwächere Kinder haben Angst, sich der Gruppe zu widersetzen, fürchten, als Memme hingestellt zu werden.
Bild, 22.11.2000
Jammernd bittet Kretzer um sein Leben, und angeekelt von der Memme, jagt ihn Rembrandt mit dem Stock hinaus.
Fath, Rolf: Werke - R. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22965
Memmen, die nur abkassieren wollen und ständig rumheulen, brauchen wir hier nicht.
Die Welt, 26.05.2000
Und am Samstag kommen die Bayern ins Frankenstadion, und sie sind vielleicht müde, aber sicher keine Memmen.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2002
Der Präsident ist hart im Nehmen, mit den korrupten Memmen, die nur viel Papier produzieren und ihn, den Aufrechten, verjagen wollen, wird er schon fertig.
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2004
Zitationshilfe
„Memme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Memme>, abgerufen am 22.04.2021.

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