Memme, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Memme · Nominativ Plural: Memmen
Aussprache
WorttrennungMem-me
Wortbildung mit ›Memme‹ als Erstglied: ↗memmenhaft
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend furchtsamer Mensch, Feigling
Beispiele:
dieser Dienst braucht Männer, nicht Memmen!
feige Memme!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Memme f. ‘weicher, ängstlicher Mensch, Feigling’ wird im 16. Jh. (wohl durch Luthers Gebrauch) geläufig. Anzuknüpfen ist an spätmhd. memme, mamme ‘Mutterbrust’, schwäb. Mamma, Mamme ‘Mutter, Mutterbrust’, nd. Mamme, Memme ‘stillende Mutter’, auch ‘Amme’, die als Lallwörter der Kindersprache zu der unter ↗Mama (s. d.) dargestellten Wortgruppe gehören. Das Schimpfwort bezeichnet also einen, der sich ängstlich wie ein Weib verhält, einen ‘weibischen Mann’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Weichling  ●  Früheinfädler  ugs. · Himbeerbubi  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Memme  ugs. · ↗Milchbart  ugs. · ↗Milchbubi  ugs. · ↗Muttersöhnchen  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Schattenparker  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · ↗Schlappschwanz  ugs. · ↗Sitzpinkler  ugs. · ↗Warmduscher  ugs. · ↗Waschlappen  ugs. · ↗Weichei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Duckmäuser  ●  ↗Feigling  Hauptform · ↗(ein) Trauminet  ugs., österr. · ↗Angsthase  ugs. · ↗Bangbüx  ugs. · ↗Hasenfuß  ugs. · ↗Hosenscheißer  derb · Memme  ugs. · ↗Schisser  derb · Seicherl  ugs., österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansammlung Feigling Weichei beschimpfen feig ferngesteuert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Memme‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für mich sieht der aus wie eine Memme von den verdammten Red Sox.
Der Tagesspiegel, 03.09.2004
Unsere Spieler, oder »Memmen«, wie sie nun genannt werden, haben nur leise gesungen, oder gar nicht.
Die Zeit, 11.07.2012, Nr. 28
Vor allem schwächere Kinder haben Angst, sich der Gruppe zu widersetzen, fürchten, als Memme hingestellt zu werden.
Bild, 22.11.2000
Jammernd bittet Kretzer um sein Leben, und angeekelt von der Memme, jagt ihn Rembrandt mit dem Stock hinaus.
Fath, Rolf: Werke - R. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22965
Der Augenblick machte mich wie Falstaff zu einer »Memme aus Instinkt«.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1290
Zitationshilfe
„Memme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Memme>, abgerufen am 22.01.2019.

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