Mensch, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Menschen · Nominativ Plural: Menschen
Aussprache
Wortbildung mit ›Mensch‹ als Erstglied: Menschenaffe · Menschenalter · Menschenansammlung · Menschenauflauf · Menschenbild · Menschenbildner · Menschenbildnis · Menschendarsteller · Menschenermessen · Menschenfalle · Menschenfeind · Menschenfleisch · Menschenfloh · Menschenfresser · Menschenfreund · Menschenführung · Menschengattung · Menschengedenken · Menschengeist · Menschengemeinschaft · Menschengeschlecht · Menschengestalt · Menschengestalter · Menschengewimmel · Menschengewühl · Menschengruppe · Menschenhai · Menschenhand · Menschenhandel · Menschenhass · Menschenhaufen · Menschenherz · Menschenhirn · Menschenhändler · Menschenjagd · Menschenkenner · Menschenkenntnis · Menschenkind · Menschenknäuel · Menschenkunde · Menschenleben · Menschenliebe · Menschenlos · Menschenmasse · Menschenmaterial · Menschenmauer · Menschenmenge · Menschenmisshandlung · Menschenopfer · Menschenpflicht · Menschenportrait · Menschenporträt · Menschenrasse · Menschenraub · Menschenrecht · Menschenräuber · Menschenscheu · Menschenschicksal · Menschenschinder · Menschenschlag · Menschenschlange · Menschenschlächterei · Menschenseele · Menschenskind · Menschensohn · Menschenstimme · Menschenstrom · Menschentraube · Menschentum · Menschenverachtung · Menschenverlust · Menschenverstand · Menschenverächter · Menschenwerk · Menschenwesen · Menschenwitz · Menschenwürde · Menschenähnlichkeit · Menschwerdung · menschenarm · menschenfeindlich · menschenfreundlich · menschengemacht · menschengerecht · menschenleer · menschenlos · menschenmöglich · menschenscheu · menschenunwürdig · menschenwürdig · menschenähnlich
 ·  mit ›Mensch‹ als Letztglied: Bauchmensch · Baumensch · Christenmensch · Denisova-Mensch · Denisovamensch · Einzelmensch · Elefantenmensch · Ellbogenmensch · Ellenbogenmensch · Empfindungsmensch · Erfolgsmensch · Familienmensch · Gottmensch · Gutmensch · Ich-Mensch · Ichmensch · Landmensch · Machtmensch · Nebenmensch · Vernunftmensch · Weltmensch · Willensmensch · Zwergmensch · entmenschen · Übermensch
eWDG, 1974

Bedeutung

das höchstentwickelte Lebewesen, das gesellschaftlich lebt und arbeitet, die Fähigkeit zu denken und zu sprechen hat, die Welt in ihrer Gesamtheit erkennen und nach dem Maß seiner Erkenntnis planmäßig verändern und gestalten kann
a)
Beispiele:
der aufrechte Gang, Körper, Knochenbau des Menschen
die Bedürfnisse des Menschen
das Denken, Fühlen, Handeln des Menschen
das Bewusstsein, der Geist, die schöpferischen Kräfte, Fähigkeiten, Würde des Menschen
die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt
im Mittelpunkt der sozialistischen Gesellschaft steht der Mensch
der Mensch beherrscht, verändert die Natur
jetzt bin ich wieder (ein) Mensch (= fühle ich mich wieder wohl) umgangssprachlich
ich bin (ja) gar kein Mensch mehr (= bin völlig erschöpft) umgangssprachlich
er ist nur noch ein halber Mensch umgangssprachlich
etw. für den inneren Menschen tun (= für das leibliche Wohl sorgen) scherzhaft
etw. für den äußeren Menschen tun (= sich mehr pflegen, auf sein Äußeres achten) scherzhaft
und weil der Mensch ein Mensch ist, / Drum will er was zu essen [BrechtEinheitsfrontl.]
Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken [SchillerWallenst.Prolog]
das höchstentwickelte Lebewesen, das bestimmten moralischen Normen folgt
Beispiele:
sind das (noch) Menschen, die so etwas tun?
der neue Mensch der sozialistischen Gesellschaft
an das Gute im Menschen glauben
Wesen ohne geistig-sittliche Verantwortung sind keine Menschen mehr [H. MannZeitalter168]
Edel sei der Mensch, / Hilfreich und gut! [GoetheDas Göttliche]
das höchstentwickelte Lebewesen, das Anspruch auf menschenwürdige Behandlung, auf ein von Ausbeutung und Unterdrückung freies Leben hat
Beispiele:
die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigen
die Sorge um den Menschen in der sozialistischen Gesellschaft
er konnte endlich wieder Mensch sein, als Mensch (= von drückendem Zwang befreit) leben umgangssprachlich
Daran kann ich mich nicht gewöhnen, Mensch zweiter Ordnung zu sein [KlepperSchatten142]
daß man auch Soldaten wie Menschen behandeln konnte [ZuchardtSpießrutenlauf10]
das höchstentwickelte Lebewesen, das in seinen (individuellen) Fähigkeiten gewissen Begrenzungen unterworfen ist
Beispiele:
ich bin ein Mensch, ich kann mich irren
ich bin auch nur ein Mensch (= ich kann nicht mehr leisten, als in meinen Kräften steht) (= auch ich habe Schwächen, Fehler) umgangssprachlich
Es irrt der Mensch, so lang er strebt [GoetheFaustProlog 317]
in bezug auf jmds. besondere persönliche Situation unter Nichtbeachtung seiner sozialen Funktion
Beispiele:
als Mensch kann ich ihn verstehen, als Richter muss ich ihn verurteilen
mit jmdm. von Mensch zu Mensch (= ohne konventionelle Schranken, ganz persönlich) sprechen
b)
(bestimmte) männliche oder weibliche Person
Beispiele:
ein erwachsener, hübscher, gesunder, großer Mensch
ein kluger, gebildeter, witziger, langweiliger Mensch
ein feiner, vornehmer, netter, reizender, sympathischer, fröhlicher, ernster, anständiger, zuverlässiger, hilfsbereiter, tüchtiger, fleißiger, ordentlicher, liederlicher, fauler Mensch
ein guter, friedliebender, böser, egoistischer Mensch
ein ängstlicher, feiger, tapferer Mensch
ein armer, bedauernswerter, unglücklicher, kranker Mensch
ein fortschrittlicher, moderner, politisch aktiver Mensch
er, sie ist ein aufgeschlossener, ehrlicher, schweigsamer, ruhiger, verschlossener, schwieriger Mensch
als junger, alter Mensch denkt, urteilt man (über viele Dinge) anders
ein fremder Mensch sprach sie an
ich kenne den Menschen (= diesen Mann) nicht
es klingelte, und ein junger Mensch (= männlicher Jugendlicher) stand vor der Tür
dieser junge Mensch bildet sich ein, dass ...
sie ist ein heiterer, stiller, sonderbarer Mensch
die werktätigen Menschen
eine Menge Menschen
Himmel und Menschen (= sehr viele Leute) salopp
er ist ein Mensch mit Vernunft, ohne Grundsätze
die Menschen standen dicht gedrängt
jeder Mensch hat seine Fehler
welcher Mensch (= wer) konnte das ahnen!
sie hat keinen Menschen (= sie ist allein, einsam)
die Eigenart, geistige Entwicklung eines Menschen
einem Menschen glauben, vertrauen, misstrauen
einen Menschen verehren, schätzen, bewundern, lieben, verachten, verraten, hintergehen
diese Arbeit verlangt den ganzen Menschen (= einen tüchtigen Menschen, der sich voll einsetzt)
du benimmst dich wie der erste Mensch (= völlig unbeholfen) umgangssprachlich, scherzhaft
böse Menschen haben keine Lieder sprichwörtlich
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange / Ist sich des rechten Weges wohl bewußt [GoetheFaustProlog 328]
sie brauchte die beruhigende Nähe eines vertrauten Menschen [MusilMann1473]
kein Menschniemand
Beispiele:
kein Mensch war zu sehen, hat daran gedacht, weiß, was das bedeuten soll
das versteht kein Mensch
salopp (vorwurfsvolle) Anrede
Beispiele:
Mensch, pass doch auf!
Mensch, lass mich in Ruh(e)!
fang endlich an, Mensch!
Mensch, das hätte ich nicht gedacht! (= Ausruf des Erstaunens)
Mensch, das ist prima!
Mensch, Meier! salopp, scherzhaft
Mensch, ärgere dich nicht (= Würfelspiel)
Sind Sie ganz von Gott verlassen, Mensch? [NellFischer54]
mit Präposition
in Verbindung mit »an«
Beispiel:
sich an einen Menschen anschließen
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf einen Menschen einreden, einwirken
sich auf einen Menschen (nicht) verlassen können
in Verbindung mit »für«
Beispiel:
für einen Menschen sorgen, eintreten, Achtung, Liebe, Verehrung empfinden
in Verbindung mit »gegen«
Beispiel:
sich gegen einen Menschen stellen
in Verbindung mit »hinter«
Beispiel:
sich hinter einen Menschen stellen
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
den Umgang mit anderen Menschen suchen, pflegen, meiden
sich mit einem Menschen aussprechen, verständigen
in Verbindung mit »nach«
Beispiel:
sich nach einem Menschen sehnen, richten
in Verbindung mit »über«
Beispiele:
sein Urteil über diesen Menschen
er hatte sich über diesen Menschen geärgert
in Verbindung mit »unter«
Beispiele:
ich habe mich unter diesen Menschen ganz fremd gefühlt
er ist gern, kommt selten unter Menschen (= in Gesellschaft)
in Verbindung mit »von«
Beispiele:
Tausende, ein Meer von Menschen
Trauben von Menschen hingen an dem Straßenbahnwagen
der Bahnhof, Platz war voll von Menschen
er, sie ist eine Seele von Mensch, von einem Menschen (= er, sie ist sehr gutmütig, herzensgut) umgangssprachlich
Ringsum auf dem Kirchhofe war es schwarz von Menschen [StormPole Poppensp.4,96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mensch · menschlich · Menschlichkeit · Menschheit · Menschenfeind · Menschenfresser · menschenmöglich · Menschenrecht · Menschentum · Übermensch · übermenschlich · Unmensch · Untermensch
Mensch m. höchstentwickeltes gesellschaftliches Lebewesen mit der Fähigkeit zu arbeiten und zu denken, ahd. mennisco m. ‘Mensch’ (8. Jh.), mhd. mensche, mensch m. n. ‘Mensch, Mädchen, Buhlerin, Magd, Knecht, das menschliche Geschlecht’, mnd. minsche, mnl. mensce, nl. mens sind aus einer Substantivierung des in ahd. mennisc (um 800), mhd. mennisch ‘menschlich, mannhaft’, asächs. mennisk, aengl. mennisc, anord. mennskr, got. mannisks vorliegenden Adjektivs germ. *manniska- hervorgegangen, einer Ableitung von dem unter ↗Mann (s. d.) behandelten Substantiv. Das im Mhd. auftretende Neutrum steht bis ins 17. Jh. ohne abschätzigen Sinn neben dem Maskulinum, bezeichnet jedoch seit dem 15. Jh. häufig eine ‘weibliche Person’, bes. die ‘Magd’, und wird seit dem 18. Jh. durchgehend abwertend gebraucht; dazu auch der Plural Menscher (17. Jh.). menschlich Adj. ‘den Menschen betreffend, ihm gemäß, hilfsbereit, gut’, ahd. mennisclīh (8. Jh.), mhd. menschlich ‘nach, von Menschenart’; dazu Menschlichkeit f. ‘Menschennatur, menschliche Würde, menschliches Gefühl, Freundlichkeit im Umgang mit anderen’ (16. Jh., Übersetzung von lat. hūmānitās, s. ↗Humanität), geläufig seit dem 18. Jh., vereinzelt ‘Menschheit’ (nur 17. Jh.); vgl. spätmhd. menschlīcheit ‘Zustand des Menschseins, Menschheit’. Menschheit f. ‘Gesamtheit der Menschen’, ahd. mennischeit ‘alle Menschen, menschliche Natur, Menschwerdung’ (um 1000), mhd. menschheit, menscheit ‘alle Menschen, Natur und Leben eines Menschen, Menschlichkeit’. Menschenfeind m. ‘Menschenhasser, -verächter’ (16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. misanthropus (s. ↗Misanthrop). Menschenfresser m. ‘Kannibale’, Übersetzung (17. Jh.) von gleichbed. lat. anthrōpophagus, griech. anthrōpophágos (ἀνθρωποφάγος); vgl. griech. ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’ und phágos (φάγος) ‘Fresser’, phagé͞in (φαγεῖν) ‘essen, verzehren’. menschenmöglich Adj. ‘für einen Menschen möglich’ (18. Jh.), aus älterem menschmöglich (17. Jh.), das aus menschlich und möglich (16. Jh.) mit Ersparung der Suffixwiederholung zusammengerückt ist. Menschenrecht n. zunächst ‘von Menschen eingesetztes Recht’ (Ende 17. Jh.); Menschheitsrechte Plur. ‘dem Menschen von Geburt an zukommende Rechte und Würde’ (nach 1750). Danach (meist im Plur.) Menschenrechte ‘Reihe von Rechten, die die Stellung des Menschen in der Gesellschaft und sein Verhältnis zum Staat regeln’ (seit 1777). Durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (1776) und die französische Déclaration des droits de l’homme et du citoyen (1789) wird der Begriff zum politischen Schlagwort und mit seinem damaligen bürgerlichen Inhalt (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Recht auf Eigentum und Sicherheit sowie Widerstand gegen Unterdrückung) auch im Dt. geläufig; wahrscheinlich geht auch die vorherrschende Verwendung im Plural auf das frz. Vorbild zurück. Menschentum n. ‘Wesen des Menschen, das Dasein als Mensch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘Menschheit’ (17. Jh.). Übermensch m. in der Theologie gebildet (16. Jh.) aus übermenschlich Adj. ‘in jeder Weise über das durchschnittliche menschliche Vermögen hinausragend’ (Anfang 16. Jh.) zur Bezeichnung eines ‘moralisch überdurchschnittlichen Menschen, eines übermenschlichen Wesens’ (so noch im 18./19. Jh.); bei Herder im Sinne von ‘Heros, Halbgott, Genie’; bei Nietzsche (Zarathustra) im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen ‘derjenige, der den Menschen überwunden hat’. Daran anknüpfend wird Übermensch (wie Herrenmensch, Gegensatz Untermensch, s. unten) zum Schlagwort der faschistischen Rassenideologie. Unmensch m. ‘brutaler, grausamer Mensch’, ahd. unmennisco ‘Nichtmensch’ (um 1000), spätmhd. unmensch ‘was nicht den Namen Mensch verdient, Bösewicht’, frühnhd. ‘Bestie, Kannibale, Zauberer’ (16. Jh.), ‘Menschenfeind’ (18. Jh.). Untermensch m. ‘niedriges Wesen, das sittlich unterhalb der menschlichen Stufe steht’ (18. Jh.); danach Schlagwort der Faschisten für die Opfer ihrer Unterdrückungs- und Ausrottungspolitik.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(ausgefallener, besonderer) Mensch · bizarre Person · bunter Vogel  ugs. · Freak · irrer Typ  ugs. · Kauz  ugs. · komischer Heiliger  ugs. · komischer Kauz  ugs. · komischer Vogel  ugs. · Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft · merkwürdiger Zeitgenosse · Original  ugs. · schräger Fürst  ugs. · schräger Vogel  ugs. · schrille Person · schrille Schraube  ugs. · schrille Type  ugs. · seltsame Type  ugs. · seltsamer Heiliger  ugs. · seltsamer Kauz  ugs. · seltsamer Patron · skurriler Typ · sonderbarer Zeitgenosse · Sonderling · Type  ugs. · ungewöhnlicher Mensch · Unikum · uriger Typ · Urvieh  ugs. · verrückte Person · verrücktes Huhn  ugs. · Vogel  ugs. · Wunderling
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Erdbewohner · Erdenbewohner · Erdenbürger · Erdling · Homo sapiens · Krone der Schöpfung  ugs. · menschliches Wesen · Zweibeiner  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Mensch  derb · Aas  ugs. · Biest  ugs. · Bitch  derb · Hexe  ugs. · Lombadier  ugs. · Luder  ugs. · Mistkuh  derb · Miststück (Frau)  derb · Weibsstück  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das nächste Ziel war es, solange die Teilung dauerte, sie für die Menschen erträglicher zu machen.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 74
Sie bestärkt die Menschen, worin diese doch schon geraume Zeit stark sind.
Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16
Der Mensch kann daher keine bessere Haltung einnehmen als das totale Vertrauen in die Betreuung des barmherzigen Gottes.
Khoury, Adel Theodor: Mystik. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6217
Diese Bilder haben die Kraft, durch unser Auge vermittelt auf den ganzen Menschen zu wirken.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3564
Mein Mann weiß, wenn er betrunken ist, nicht, was er tut, wenn er aber nüchtern ist, dann ist er der beste Mensch.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3676
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Land Leben Natur Tiere Tod Welt Würde anderen arbeiten behinderte beschäftigt braucht bringen drei einzelnen getötet gibt helfen junge kamen kranke leben modernen normale starben tausend verletzt vier zwei ältere

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mensch‹.

Mensch, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mensches · Nominativ Plural: Menscher
Aussprache
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, derb, abwertend weibliche Person, Frauensperson
Beispiele:
so ein faules, liederliches Mensch!
dieses Mensch hat einfach aus meinem Portemonnaie Geld genommen
könnten wir nicht ein paar von den Menschern herbestellen [StrittmatterTinko242]
in schlechtem Ruf stehende, leichtlebige weibliche Person
Beispiele:
das Mensch treibt sich nachts herum, läuft den Männern nach
Willst du vielleicht das Mensch heiraten? [E. WeißVerschwender172]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mensch · menschlich · Menschlichkeit · Menschheit · Menschenfeind · Menschenfresser · menschenmöglich · Menschenrecht · Menschentum · Übermensch · übermenschlich · Unmensch · Untermensch
Mensch m. höchstentwickeltes gesellschaftliches Lebewesen mit der Fähigkeit zu arbeiten und zu denken, ahd. mennisco m. ‘Mensch’ (8. Jh.), mhd. mensche, mensch m. n. ‘Mensch, Mädchen, Buhlerin, Magd, Knecht, das menschliche Geschlecht’, mnd. minsche, mnl. mensce, nl. mens sind aus einer Substantivierung des in ahd. mennisc (um 800), mhd. mennisch ‘menschlich, mannhaft’, asächs. mennisk, aengl. mennisc, anord. mennskr, got. mannisks vorliegenden Adjektivs germ. *manniska- hervorgegangen, einer Ableitung von dem unter ↗Mann (s. d.) behandelten Substantiv. Das im Mhd. auftretende Neutrum steht bis ins 17. Jh. ohne abschätzigen Sinn neben dem Maskulinum, bezeichnet jedoch seit dem 15. Jh. häufig eine ‘weibliche Person’, bes. die ‘Magd’, und wird seit dem 18. Jh. durchgehend abwertend gebraucht; dazu auch der Plural Menscher (17. Jh.). menschlich Adj. ‘den Menschen betreffend, ihm gemäß, hilfsbereit, gut’, ahd. mennisclīh (8. Jh.), mhd. menschlich ‘nach, von Menschenart’; dazu Menschlichkeit f. ‘Menschennatur, menschliche Würde, menschliches Gefühl, Freundlichkeit im Umgang mit anderen’ (16. Jh., Übersetzung von lat. hūmānitās, s. ↗Humanität), geläufig seit dem 18. Jh., vereinzelt ‘Menschheit’ (nur 17. Jh.); vgl. spätmhd. menschlīcheit ‘Zustand des Menschseins, Menschheit’. Menschheit f. ‘Gesamtheit der Menschen’, ahd. mennischeit ‘alle Menschen, menschliche Natur, Menschwerdung’ (um 1000), mhd. menschheit, menscheit ‘alle Menschen, Natur und Leben eines Menschen, Menschlichkeit’. Menschenfeind m. ‘Menschenhasser, -verächter’ (16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. misanthropus (s. ↗Misanthrop). Menschenfresser m. ‘Kannibale’, Übersetzung (17. Jh.) von gleichbed. lat. anthrōpophagus, griech. anthrōpophágos (ἀνθρωποφάγος); vgl. griech. ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’ und phágos (φάγος) ‘Fresser’, phagé͞in (φαγεῖν) ‘essen, verzehren’. menschenmöglich Adj. ‘für einen Menschen möglich’ (18. Jh.), aus älterem menschmöglich (17. Jh.), das aus menschlich und möglich (16. Jh.) mit Ersparung der Suffixwiederholung zusammengerückt ist. Menschenrecht n. zunächst ‘von Menschen eingesetztes Recht’ (Ende 17. Jh.); Menschheitsrechte Plur. ‘dem Menschen von Geburt an zukommende Rechte und Würde’ (nach 1750). Danach (meist im Plur.) Menschenrechte ‘Reihe von Rechten, die die Stellung des Menschen in der Gesellschaft und sein Verhältnis zum Staat regeln’ (seit 1777). Durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (1776) und die französische Déclaration des droits de l’homme et du citoyen (1789) wird der Begriff zum politischen Schlagwort und mit seinem damaligen bürgerlichen Inhalt (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Recht auf Eigentum und Sicherheit sowie Widerstand gegen Unterdrückung) auch im Dt. geläufig; wahrscheinlich geht auch die vorherrschende Verwendung im Plural auf das frz. Vorbild zurück. Menschentum n. ‘Wesen des Menschen, das Dasein als Mensch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘Menschheit’ (17. Jh.). Übermensch m. in der Theologie gebildet (16. Jh.) aus übermenschlich Adj. ‘in jeder Weise über das durchschnittliche menschliche Vermögen hinausragend’ (Anfang 16. Jh.) zur Bezeichnung eines ‘moralisch überdurchschnittlichen Menschen, eines übermenschlichen Wesens’ (so noch im 18./19. Jh.); bei Herder im Sinne von ‘Heros, Halbgott, Genie’; bei Nietzsche (Zarathustra) im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen ‘derjenige, der den Menschen überwunden hat’. Daran anknüpfend wird Übermensch (wie Herrenmensch, Gegensatz Untermensch, s. unten) zum Schlagwort der faschistischen Rassenideologie. Unmensch m. ‘brutaler, grausamer Mensch’, ahd. unmennisco ‘Nichtmensch’ (um 1000), spätmhd. unmensch ‘was nicht den Namen Mensch verdient, Bösewicht’, frühnhd. ‘Bestie, Kannibale, Zauberer’ (16. Jh.), ‘Menschenfeind’ (18. Jh.). Untermensch m. ‘niedriges Wesen, das sittlich unterhalb der menschlichen Stufe steht’ (18. Jh.); danach Schlagwort der Faschisten für die Opfer ihrer Unterdrückungs- und Ausrottungspolitik.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe