Merkantilismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Merkantilismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMer-kan-ti-lis-mus
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Merkantilismus‹ als Grundform: ↗Merkantilist
eWDG, 1974

Bedeutung

ökonomische Lehre und Wirtschaftspolitik in der Periode des Absolutismus, die möglichst hohe Ausfuhren anstrebte, um dadurch Geld ins Land zu ziehen, das vornehmlich zur Förderung der Industrie verwendet wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Merkantilismus · merkantil
Merkantilismus m. Wirtschaftstheorie und -politik in der Periode der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals (zur Zeit des Absolutismus), die Macht und Reichtum eines Staates vor allem durch eine aktive Handelsbilanz erreichen will. Die Bezeichnung wird im 19. Jh. aus frz. mercantilisme, einer Ableitung von frz. mercantile ‘kaufmännisch’, entlehnt. Das frz. Adjektiv ist eine Übernahme von ital. mercantile, einer Bildung zu ital. mercante ‘Kaufmann’ (aus lat. mercāns, Genitiv mercantis, eigentlich Part. Präs. von lat. mercārī ‘Handel treiben’, zu lat. merx, Genitiv mercis, ‘Ware’). Früher bezeugt (etwa 1800) ist Merkantilsystem n., nach engl. mercantile system. merkantil Adj. ‘kaufmännisch, den Handel betreffend’. Als Entlehnung des Adjektivs frz. mercantile (s. oben) erscheinen merkantilisch (17. Jh.) und die verkürzte, dem Frz. angeglichene Form merkantil (19. Jh.).

Thesaurus

Geschichte, Ökonomie
Synonymgruppe
Colbertismus · Merkantilismus

Typische Verbindungen
computergeneriert

Epoche Geist Globalisierung Liberalismus Zeitalter österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Merkantilismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Kultur hat der Merkantilismus noch weniger zu suchen als in der Wirtschaft.
Die Zeit, 27.11.1995, Nr. 48
Selbst in der Blütezeit des Merkantilismus fehlt es nicht an ihnen.
Graß, H.: Liberalismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23571
Die Regulierung geht bis auf die mittelalterliche scholastische Lehre vom gerechten Preis zurück und erreichte im Merkantilismus ihren Höhepunkt.
o. A. [Th.]: Deregulierung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1988]
Sie sind halb staatliche, halb kaufmännische Gebilde, die echtesten Ergebnisse des Merkantilismus.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 607
Französischem Merkantilismus und Staatsdirigismus setzt das einst wirtschaftsliberale Deutschland auf europäischer Ebene wenig entgegen.
Die Welt, 21.06.2004
Zitationshilfe
„Merkantilismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Merkantilismus>, abgerufen am 15.11.2019.

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