Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Messer, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Messers · Nominativ Plural: Messer
Aussprache  [ˈmɛsɐ]
Worttrennung Mes-ser

Bedeutungsübersicht+

  1. aus Klinge und Griff bestehendes Werkzeug zum Schneiden
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
eWDG

Bedeutung

aus Klinge und Griff bestehendes Werkzeug zum Schneiden
Beispiele:
ein breites, feststehendes, aufklappbares, rostiges, rostfreies, scharfes, schartiges, stumpfes Messer
die Klinge, Schneide, Spitze des Messers
das Messer schärfen, schleifen, putzen
das Messer (= Taschenmesser) zuklappen
mit Messer und Gabel essen
etw. mit dem Messer schneiden, zerkleinern
jmdn. mit dem Messer bedrohen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichjmdn. unter dem Messer haben (= jmdn. operieren)
übertragen
Beispiele:
sich einen Kampf bis aufs Messer (= einen erbitterten Kampf) liefern
jmdm. sitzt das Messer an der Kehle (= er ist in äußerster Bedrängnis)
jmdn. ans Messer liefern (= jmdn. zugrunde richten)
die Entscheidung steht auf des Messers Schneide (= ist noch ungewiss, steht aber dicht bevor)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Messer · Sachs · Sax · Scharsach · Sachsen
Messer n. ‘Schneidwerkzeug mit Griff und Klinge’, ahd. meʒʒisahs (9. Jh.), mhd. meʒʒer, asächs. mezas (vgl. dazu mezaskōp ‘Messerkauf’), mnd. messet, me(t)s(e)t, mnl. me(t)s, nl. mes, aengl. metseax. Wie das Ahd. und Aengl. zeigen, ist Messer eine verdunkelte Zusammensetzung, hervorgegangen aus westgerm. *matizsahsa-. Das erste Kompositionsglied geht auf das in verschiedenen Wortstämmen (ursprünglich als i- und a-Stamm) vorliegende germ. *mat- ‘Speise, Essen’ zurück, das hier in der Kompositionsform germ. *mati- erscheint; vgl. ahd. maʒ (9. Jh.; auch tagamaʒ ‘Tagesmahlzeit’, 8. Jh.), mhd. maʒ, asächs. mat, anord. matr, got. mats ‘Speise’ sowie ahd. meʒʒi (8. Jh.), asächs. meti, mnl. met, aengl. mete (vgl. engl. meat ‘Fleisch’ und s. Mettwurst). Es gehört zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ (s. Mast2 f.). Das Grundwort wird gebildet von ahd. (9. Jh.), mhd. sahs (md. sas) n. ‘kurzes Schwert, Messer’, asächs. sahs, mnd. sach, sak, sāks, afries. sax, aengl. seax, anord. sax (germ. *sahsa- n.), das zur Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (wozu auch Säge, Sense, s. d.) gehört. Das im Nhd. untergegangene Wort wird bei Beschäftigung mit der mhd. Literatur mit Sachs, auch Sax n. m. ‘Kurzschwert’ historisierend wieder aufgenommen. Es blieb erhalten in der Zusammensetzung ahd. scarasahs, scarasah, mhd. scharsah, nhd. Scharsach n. m. ‘Schermesser’ (zu scheren1, s. d.). Das alte Kompositum westgerm. *matizsahsa-, aus dem heutiges Messer hervorgegangen ist, ist demnach als ‘Schwert bzw. Schneidewerkzeug für Speisen’ zu deuten. Auf die genannte Wurzel ie. *sē̌k- führt ferner lat. saxum ‘Stein, Fels’, so daß die Bezeichnung germ. *sahs- anfänglich ein steinzeitliches Gerät, ein ‘Steinschwert’ bezeichnet haben kann. Davon abgeleitet ist schließlich der Name der Sachsen, der wohl als ‘die mit dem *sahs- Bewaffneten’ zu erklären ist.

Typische Verbindungen zu ›Messer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Messer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Messer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hatte vor, das Messer zu zeigen, daß sich alle abschrecken lassen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 346]
Die Finger dienen dazu, die Halme zu zerteilen; die Messer schneiden sie ab. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 159]
Für jede heilige Kuh, die rechts geschlachtet wird, kommt auch auf der Linken eine unters Messer. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Sie hackt sich tatsächlich noch einmal mit Messern rasend schnell zwischen die Finger. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Auf dem Weg nach unten behielt er das Messer in der Hand. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 29]
Zitationshilfe
„Messer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Messer>.

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