Messer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Messers · Nominativ Plural: Messer
Aussprache
WorttrennungMes-ser
Wortbildung mit ›Messer‹ als Erstglied: ↗Messerattacke · ↗Messerbänkchen · ↗Messerformschnitt · ↗Messerknauf · ↗Messerrücken · ↗Messerschmied · ↗Messerschneide · ↗Messerschnitt · ↗Messerspitze · ↗Messerstecher · ↗Messerstecherei · ↗Messerstich · ↗Messerwerfer · ↗messerscharf
 ·  mit ›Messer‹ als Letztglied: ↗Amputationsmesser · ↗Ausfleischmesser · ↗Barbiermesser · ↗Bowiemesser · ↗Brotmesser · ↗Buschmesser · ↗Butterflymesser · ↗Buttermesser · ↗Cuttermesser · ↗Dessertmesser · ↗Dolchmesser · ↗Fahrtenmesser · ↗Fangmesser · ↗Faschinenmesser · ↗Federmesser · ↗Fischmesser · ↗Fleischermesser · ↗Fleischmesser · ↗Flügelmesser · ↗Gemüsemesser · ↗Hackmesser · ↗Haumesser · ↗Häckselmesser · ↗Impfmesser · ↗Jagdmesser · ↗Kappmesser · ↗Kastriermesser · ↗Klappmesser · ↗Kuchenmesser · ↗Käsemesser · ↗Küchenmesser · ↗Obstmesser · ↗Okuliermesser · ↗Opfermesser · ↗Papiermesser · ↗Präpariermesser · ↗Radiermesser · ↗Rasiermesser · ↗Sackmesser · ↗Schabemesser · ↗Schabmesser · ↗Schermesser · ↗Schinkenmesser · ↗Schlachtemesser · ↗Schlachtmesser · ↗Schlitzmesser · ↗Schnappmesser · ↗Schnitzmesser · ↗Schälmesser · ↗Seziermesser · ↗Sägemesser · ↗Taschenmesser · ↗Teppichmesser · ↗Tischmesser · ↗Tomatenmesser · ↗Trennmesser · ↗Vorlegemesser · ↗Waidmesser · ↗Weidmesser · ↗Wiegemesser · ↗Winzermesser · ↗Ziehmesser
eWDG, 1974

Bedeutung

aus Klinge und Griff bestehendes Werkzeug zum Schneiden
Beispiele:
ein breites, feststehendes, aufklappbares, rostiges, rostfreies, scharfes, schartiges, stumpfes Messer
die Klinge, Schneide, Spitze des Messers
das Messer schärfen, schleifen, putzen
das Messer (= Taschenmesser) zuklappen
mit Messer und Gabel essen
etw. mit dem Messer schneiden, zerkleinern
jmdn. mit dem Messer bedrohen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich jmdn. unter dem Messer haben (= jmdn. operieren)
übertragen
Beispiele:
sich einen Kampf bis aufs Messer (= einen erbitterten Kampf) liefern
jmdm. sitzt das Messer an der Kehle (= er ist in äußerster Bedrängnis)
jmdn. ans Messer liefern (= jmdn. zugrunde richten)
die Entscheidung steht auf des Messers Schneide (= ist noch ungewiss, steht aber dicht bevor)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Messer · Sachs · Sax · Scharsach · Sachsen
Messer n. ‘Schneidwerkzeug mit Griff und Klinge’, ahd. meʒʒisahs (9. Jh.), mhd. meʒʒer, asächs. mezas (vgl. dazu mezaskōp ‘Messerkauf’), mnd. messet, me(t)s(e)t, mnl. me(t)s, nl. mes, aengl. metseax. Wie das Ahd. und Aengl. zeigen, ist Messer eine verdunkelte Zusammensetzung, hervorgegangen aus westgerm. *matizsahsa-. Das erste Kompositionsglied geht auf das in verschiedenen Wortstämmen (ursprünglich als i- und a-Stamm) vorliegende germ. *mat- ‘Speise, Essen’ zurück, das hier in der Kompositionsform germ. *mati- erscheint; vgl. ahd. maʒ (9. Jh.; auch tagamaʒ ‘Tagesmahlzeit’, 8. Jh.), mhd. maʒ, asächs. mat, anord. matr, got. mats ‘Speise’ sowie ahd. meʒʒi (8. Jh.), asächs. meti, mnl. met, aengl. mete (vgl. engl. meat ‘Fleisch’ und s. ↗Mettwurst). Es gehört zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ (s. ↗Mast f.). Das Grundwort wird gebildet von ahd. (9. Jh.), mhd. sahs (md. sas) n. ‘kurzes Schwert, Messer’, asächs. sahs, mnd. sach, sak, sāks, afries. sax, aengl. seax, anord. sax (germ. *sahsa- n.), das zur Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (wozu auch ↗Säge, ↗Sense, s. d.) gehört. Das im Nhd. untergegangene Wort wird bei Beschäftigung mit der mhd. Literatur mit Sachs, auch Sax n. m. ‘Kurzschwert’ historisierend wieder aufgenommen. Es blieb erhalten in der Zusammensetzung ahd. scarasahs, scarasah, mhd. scharsah, nhd. Scharsach n. m. ‘Schermesser’ (zu ↗scheren, s. d.). Das alte Kompositum westgerm. *matizsahsa-, aus dem heutiges Messer hervorgegangen ist, ist demnach als ‘Schwert bzw. Schneidewerkzeug für Speisen’ zu deuten. Auf die genannte Wurzel ie. *sē̌k- führt ferner lat. saxum ‘Stein, Fels’, so daß die Bezeichnung germ. *sahs- anfänglich ein steinzeitliches Gerät, ein ‘Steinschwert’ bezeichnet haben kann. Davon abgeleitet ist schließlich der Name der Sachsen, der wohl als ‘die mit dem *sahs- Bewaffneten’ zu erklären ist.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Baseballschläger Bauch Brust Gabel Hals Kehle Klinge Knüppel Löffel Pistole Rücken Schere Schneide Schusswaffe attackieren bedrohen einstechen erstechen gezückt losgehen niederstechen rammen scharf schneiden stechen verletzen wetzen zustechen zücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Messer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hält das Messer am langen Arm, fast meint man, dass sie sich gleich abwenden wird, angewidert vom eigenen Tun.
Die Zeit, 02.03.2006, Nr. 10
Weil er sich wehren wollte, habe er ein Messer gezogen.
Der Tagesspiegel, 04.01.2005
Er läuft demonstrativ ins offene Messer, um zu bekunden, daß die Kritiker sich schneiden werden!
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 85
Ich hatte vor, das Messer zu zeigen, daß sich alle abschrecken lassen.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 346
Schneidet man Brot für andere ab, so darf man hierzu nicht das eigene Messer gebrauchen.
Roeder, Fritz: Anstandslehre für den jungen Landwirt, bes. f. d. Schüler landwirtschaftl. Lehranstalten. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1929], S. 17143
Zitationshilfe
„Messer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Messer>, abgerufen am 22.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Messeplatz
Messepavillon
Messeonkel
Messeneuheit
Messen
Messerattacke
Messerbank
Messerbänkchen
Messerfisch
Messerformschnitt