Metastase, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Metastase · Nominativ Plural: Metastasen
Aussprache
WorttrennungMe-ta-sta-se · Me-tas-ta-se (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Metastase‹ als Grundform: ↗metastatisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Medizin Tumor, der sich durch Verschleppung von Zellen einer bösartigen Geschwulst an anderer Stelle im Körper gebildet hat, Tochtergeschwulst
Beispiele:
es hatten sich Metastasen gebildet
Metastasen feststellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

meta- · met- · Metamorphose · Metastase · Metathese
meta-, auch (vor Vokalen und h) met-, dient als erstes Glied in Zusammensetzungen zur Angabe einer räumlichen und zeitlichen Folge, einer Ortsveränderung, Umstellung und Wandlung. Es entspricht griech. méta, metá (μέτα, μετά) Adv. Präp. ‘inmitten, zwischen, mit, nach, hinter’, wohl verwandt mit ↗mit (s. d.). Bereits im Griech. bildet meta- zahlreiche Komposita, von denen viele (zum Teil über lat. Vermittlung) in die dt. Wissenschafts- und Gelehrtensprache übernommen werden, s. ↗Metapher, ↗Metaphysik, ↗Methode. Vgl. auch Metamorphose f. ‘Verwandlung’ (18. Jh.), griech. metamórphōsis (μεταμόρφωσις), lat. metamorphōsis; daher metamorphōsēs ‘die Verwandlungen’ (Titel eines Gedichts von Ovid). Metastase f. ‘Tochtergeschwulst’ (19. Jh.), griech. metástasis (μετάστασις) ‘das Umsetzen, Wegstellen, Umwandlung, Veränderung, Ortsveränderung’, bereits bei Galen in medizinischem Sinne ‘das Verschwinden einer Krankheit und Erscheinen an einer anderen Stelle’; Metathese f. ‘Umstellung von Lauten’ (19. Jh.), griech. metáthesis (μετάθεσις) ‘Umstellung, Umsetzung’. In Neubildungen der modernen Wissenschaftssprache noch produktiv, vgl. Metakritik ‘Kritik der Kritik’, Metasprache ‘Zeichensystem, mit dessen Hilfe eine Objektsprache beschrieben werden kann’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftreten Ausbreitung Bildung Brustkrebs Entstehung Gehirn Hodenkrebs Knochen Knochenmark Krebs Körper Leber Lunge Lymphknoten Mage Operation Organ Tumor ansiedeln ausbreiten befallen beseitigen bilden diagnostizieren entfernen gefürchtet heranwachsen streuen wuchern zurückbilden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Metastase‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch Metastasen verraten sich, lange bevor sie sichtbar gemacht werden könnten.
Die Zeit, 24.04.2013, Nr. 17
Das Wachstum ist vorwiegend expansiv, wenig infiltrierend und destruierend, echte Metastasen fehlen meistens.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1935]
Sie versuchte Worte zu finden für die »alte Schachtel«, für die Liebe und ihre Metastasen, aber Schmerzmittel gab es nicht.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 41
Sie können Tochtergeschwülste, unter Umständen weit entfernte Absiedlungen (Metastasen) bilden.
o. A. [H. L.]: Tumor. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1985]
Denn auch das gilt es zu bedenken: viele griechische Kolonien (gewiß die Hälfte) sind als sekundäre Gebilde über eine Primärkolonie zustande gekommen, gleichsam als Metastasen.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 29015
Zitationshilfe
„Metastase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Metastase>, abgerufen am 18.11.2019.

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