Metze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Metze · Nominativ Plural: Metzen
Aussprache
WorttrennungMet-ze (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

altes Hohlmaß, besonders für Getreide
Beispiele:
vier Metzen Korn, Hafer
einige Metzen Äpfel
Dafür bekam er ... eine Metze Leinenaussaat [WelkGrambauer55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Metze1 f. altes Getreidemaß, ahd. mezzo m. (11. Jh.), mezza f., mhd. metze m. ‘kleineres Trocken- und Flüssigkeitsmaß’, mnd. matte, mette f., aengl. mitta m. ‘Maß, Scheffel’ sind mit einem Gemination bewirkenden j-haltigen Suffix zu der unter ↗messen (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Das heute herrschende fem. Genus setzt sich vom Omd. her durch, während das Obd. mask. Gebrauch (der Metze bzw. Metzen) bewahrt.

Metze2 f. ‘Dirne’. Ausgangsform für den in der Literatur bis ins 19. Jh., doch heute nur noch altertümelnd gebrauchten Ausdruck ist der Vorname Mechthild, ahd. Mahthilt, zusammengesetzt aus dem unter ↗Macht (s. d.) behandelten Substantiv und dem als selbständiges Wort schon früh ausgestorbenen, aber häufig in Namen überlieferten ahd. hilta (9. Jh.), mhd. hilt(e)- ‘Kampf’. Als Kurz- bzw. Koseformen erscheinen ahd. Matza (11. Jh.), mhd. Matze, Mäcz und frühnhd. Metz(e), das sich als weitverbreiteter weiblicher Name zur Bezeichnung für ein unverheiratetes Mädchen, eine zur Ehe begehrte Frau, aber auch für ein dienendes Mädchen, eine Magd und Haushälterin, entwickelt. In dieser Verwendung gilt Metze bis ins 16. Jh.; daneben aber kommt bereits im 15. Jh. abschätziger Gebrauch im Sinne von ‘leichtfertige Frau, Dirne’ auf, der später alleinherrschend wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Metze glaubt, dass man sich nicht allein um die richtige Methode sorgen sollte.
Die Zeit, 02.07.2007, Nr. 27
Gerade weil er der "Sprache, der Metze" misstraute, sind seine Beschreibungen so einzigartig geworden.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2002
Ob sie übrigens eine Metze war, wüßte ich nicht mit Sicherheit zu entscheiden.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 279
Weigl und Metze deuten diesen Prozeß zu Recht als Begriffsbildung.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 969
Dem Aufsichtsrat gehören jetzt Albrecht Metze, Günter Brauer und Hartwig Grevener an.
Die Welt, 30.05.2000
Zitationshilfe
„Metze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Metze#1>, abgerufen am 21.02.2019.

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Metze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Metze · Nominativ Plural: Metzen
Aussprache
WorttrennungMet-ze (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet Prostituierte, Dirne
Beispiel:
die deine Mutter eine Hure genannt haben und mich eine Metze [Feuchtw.Jefta133]
bildlich
Beispiel:
die Tugend ward zur Metze [A. HolzBuch d. Zeit15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Metze1 f. altes Getreidemaß, ahd. mezzo m. (11. Jh.), mezza f., mhd. metze m. ‘kleineres Trocken- und Flüssigkeitsmaß’, mnd. matte, mette f., aengl. mitta m. ‘Maß, Scheffel’ sind mit einem Gemination bewirkenden j-haltigen Suffix zu der unter ↗messen (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Das heute herrschende fem. Genus setzt sich vom Omd. her durch, während das Obd. mask. Gebrauch (der Metze bzw. Metzen) bewahrt.

Metze2 f. ‘Dirne’. Ausgangsform für den in der Literatur bis ins 19. Jh., doch heute nur noch altertümelnd gebrauchten Ausdruck ist der Vorname Mechthild, ahd. Mahthilt, zusammengesetzt aus dem unter ↗Macht (s. d.) behandelten Substantiv und dem als selbständiges Wort schon früh ausgestorbenen, aber häufig in Namen überlieferten ahd. hilta (9. Jh.), mhd. hilt(e)- ‘Kampf’. Als Kurz- bzw. Koseformen erscheinen ahd. Matza (11. Jh.), mhd. Matze, Mäcz und frühnhd. Metz(e), das sich als weitverbreiteter weiblicher Name zur Bezeichnung für ein unverheiratetes Mädchen, eine zur Ehe begehrte Frau, aber auch für ein dienendes Mädchen, eine Magd und Haushälterin, entwickelt. In dieser Verwendung gilt Metze bis ins 16. Jh.; daneben aber kommt bereits im 15. Jh. abschätziger Gebrauch im Sinne von ‘leichtfertige Frau, Dirne’ auf, der später alleinherrschend wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Metze glaubt, dass man sich nicht allein um die richtige Methode sorgen sollte.
Die Zeit, 02.07.2007, Nr. 27
Gerade weil er der "Sprache, der Metze" misstraute, sind seine Beschreibungen so einzigartig geworden.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2002
Ob sie übrigens eine Metze war, wüßte ich nicht mit Sicherheit zu entscheiden.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 279
Weigl und Metze deuten diesen Prozeß zu Recht als Begriffsbildung.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 969
Dem Aufsichtsrat gehören jetzt Albrecht Metze, Günter Brauer und Hartwig Grevener an.
Die Welt, 30.05.2000
Zitationshilfe
„Metze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Metze#2>, abgerufen am 21.02.2019.

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