Mikroskop, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungMi-kro-skop · Mi-kros-kop · Mik-ro-skop · Mik-ros-kop
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungmikro-1-skop
Wortbildung mit ›Mikroskop‹ als Erstglied: ↗mikroskopisch  ·  mit ›Mikroskop‹ als Letztglied: ↗Auflichtmikroskop · ↗Binokularmikroskop · ↗Elektronenmikroskop · ↗Erzmikroskop · ↗Fluoreszenzmikroskop · ↗Lichtmikroskop · ↗Phasenkontrastmikroskop · ↗Polarisationsmikroskop · ↗Rastermikroskop · ↗Röntgenmikroskop · ↗Stereomikroskop · ↗Ultramikroskop · ↗Übermikroskop
eWDG, 1974

Bedeutung

optisches Gerät, durch das man kleinste Objekte stark vergrößert sehen kann
Beispiele:
Dünnschliffe, Mikroorganismen unter dem Mikroskop betrachten, untersuchen
ins Mikroskop schauen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mikro- · Mikrokosmos · Mikrophon · Mikroskop · Mikroskopie · mikroskopisch
mikro- Bestimmungswort in vorwiegend naturwissenschaftlichen Termini mit der Bedeutung ‘klein’. Zugrunde liegt griech. mīkrós (μικρός) ‘klein, kurz, gering’, das bereits im Griech. häufig als erstes Glied in Komposita erscheint, vgl. griech. mīkrodosía (μικροδοσία) ‘kleine Gabe’, mīkrópsȳchos (μικρόψυχος) ‘kleinmütig’, mīkrókarpos (μικρόκαρπος) ‘mit kleinen Früchten’, mīkróspermos (μικρόσπερμος) ‘mit kleinen oder mit wenig Samen’. Nach diesem Vorbild entstehen in der Wissenschaftssprache (19./20. Jh.) zahlreiche Neubildungen, vgl. Mikroklima ‘Klima kleinster Bereiche’, Mikrographie ‘Beschreibung kleiner, mit dem Vergrößerungsglas beobachteter Körper’, Mikrometrie ‘Kleinmessung’, mikrophyllisch ‘kleinblättrig’, Mikroorganismus ‘Kleinlebewesen’ (s. ↗Mikrobe). Mikrokosmos m. ‘der Mensch als verkleinertes Abbild des Universums, Welt der Kleinlebewesen’, Mikrokosmus (Paracelsus), Gegenwort ↗Makrokosmos (s. d.), Übernahme (16. Jh.) von lat. mīcrocosmus, griech. mīkrókosmos (μικρόκοσμος) ‘kleine Welt’, zu griech. kósmos (κόσμος) ‘Ordnung, Anstand, Schmuck, Weltordnung, Welt’ (s. ↗Kosmos). Mikrophon n. Gerät zur Umwandlung von Schallschwingungen in elektrische Stromschwankungen (19. Jh.), Übernahme von engl. frz. microphone (18. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. phōnḗ (φονή) ‘Laut, Ton, Schall’. Mikroskop n. ‘optisches Vergrößerungsgerät’ (17. Jh.), vgl. engl. frz. microskope (17. Jh.), alle nach nlat. mīcroscopium (1618); s. ↗-skop. Dazu Mikroskopie f. (17. Jh.) und mikroskopisch Adj. (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auflösungsvermögen Chromosom Eizelle Fernglas Fernrohr Fotoobjektiv Gewebeprobe Laser Linse Lupe Objektiv Objektträger Okular Pipette Projektor Präparat Reagenzglas Skalpell Spermium Teleskop Vergrößerung Wassertropfen befruchten begutachten hochauflösend neuartig optisch untersuchen vergrößernd zusammengesetzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mikroskop‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Hilfe des Mikroskops ließen sich Fehler in der Struktur leicht erkennen.
Die Welt, 13.08.2001
Manche Defekte lassen sich sogar schon unter dem Mikroskop sichtbar machen.
Süddeutsche Zeitung, 27.06.2000
Das Beobachten im Mikroskop ist angewiesen auf die Herstellung von »Präparaten«.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 349
Sie sind freilich immer kleiner geworden, je schärfer die Mikroskope wurden.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18526
Die Goldkörnchen können jedoch nur mit Hilfe des Mikroskops festgestellt werden, und so war es natürlich unnütz, in diesem Gebiet danach zu suchen.
Lemme, Hermann: Elbfahrt Dresden-Schmilka, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1961, S. 46
Zitationshilfe
„Mikroskop“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mikroskop>, abgerufen am 24.10.2019.

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