Milchglas, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungMilch-glas (computergeneriert)
WortzerlegungMilchGlas1
Wortbildung mit ›Milchglas‹ als Erstglied: ↗Milchglasscheibe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
weißlich-trübes, undurchsichtiges, nur durchscheinendes Glas
Beispiele:
ein Fenster, eine Scheibe, Lampenglocke aus Milchglas
an dem Schatten auf dem Milchglas sah sie, daß der Besucher schon vor der Tür stand [GaiserSchlußball120]
2.
Trinkglas für Milch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Milch · milchig · Milch(n)er · Milchglas · Milchzahn
Milch f. ‘weiße, nahrhafte, von den Brustdrüsen weiblicher Säugetiere und Menschen ausgeschiedene Flüssigkeit’, dann auch ‘Samenflüssigkeit männlicher Fische, weißlicher Pflanzensaft’, ahd. miluh (8. Jh.), mhd. mil(i)ch, asächs. miluk, mnd. melk, melik, mnl. melc, nl. melk, afries. melok, aengl. (angl.) milc, (westsächs.) meol(o)c, engl. milk, anord. mjolk, schwed. mjölk, got. miluks führen auf germ. *meluk- (bzw. *milik-). Vielleicht eine Weiterbildung von ie. *mē̌lg̑- (auch *meləg̑-?) ‘abstreifen, wischen’. Ein Zusammenhang mit ↗melken und ↗Molke (s. d.) ist anzunehmen. milchig Adj. ‘der Milch ähnlich, weißlich’ (18. Jh.), milchicht (17. Jh.), milchecht (15. Jh.). Milch(n)er m. männlicher Fisch, milcher (14. Jh.), milchner (15. Jh.), Milchling (16. Jh.), zu Milch ‘Samen der Fische’; landschaftlich (schwäb. 19. Jh.) auch ‘Löwenzahn’, nach dem milchähnlichen Pflanzensaft. Milchglas n. ‘milchig-weißes, undurchsichtiges Glas’ (19. Jh.). Milchzahn m. ‘früher Zahn, der während der Stillzeit wächst’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Holz Scheibe Wand undurchsichtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Milchglas‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fühlt doch jemand, wie der Trend läuft: Weg mit dem Milchglas, runter vom Sofa.
Die Zeit, 18.01.1993, Nr. 03
Hohe, lichtdurchflutete Räume finden ihren Abschluss in Decken aus Milchglas.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2001
Am oberen Rand des vergitterten Zellenfensters endete das undurchsichtige Milchglas.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 106
Glocken aus Milchglas sandten von der Decke ein bleiches Licht.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 13
Einmal muß man es halten wie der Frosch im Milchglas: Selber strampeln, bis sich Butter bildet, also fester Boden unter den Füßen.
Der Spiegel, 04.03.1985
Zitationshilfe
„Milchglas“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Milchglas>, abgerufen am 19.08.2019.

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