Milde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Milde · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMil-de
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
angenehme Mäßigkeit
a)
Sanftheit, Weichheit
Beispiele:
die Milde des Lichtes
jmdn. mit Milde ansehen, empfangen
er war voll Milde
in diesem fahlen Dämmer, der noch ohne die gelbe Milde der Sonne ist [BöllZug131]
Aus des jungen Mannes Angesicht sprach bei aller Weichheit und Milde so strenge Gewissenhaftigkeit [O. LudwigHimmel u. Erde1,187]
b)
Güte, Nachsicht
Beispiele:
väterliche, unverdiente, unangebrachte Milde
die Milde des Lehrers, Richters
es in der Erziehung mit Milde versuchen
über etw. mit Milde urteilen
Milde (gegen jmdn.) walten lassen
Den erbeuteten Weibern gar hatte er freventliche Milde gezeigt [Feuchtw.Jefta12]
c)
leichte Beschaffenheit
Beispiel:
Diese Rotweine haben mit ihrer Milde ... einen guten Namen [Urania1959]
2.
veraltend Barmherzigkeit, Mildtätigkeit
Beispiel:
besser noch als die hehrste Güte ist wohl ... die einfache tätige Milde [WelkHoher Befehl127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mild · Milde · mildern · mildtätig
mild Adj. ‘freundlich, sanft, barmherzig’, ahd. milti ‘gütig, freundlich, freigebig’ (8. Jh.), mhd. milte, milde ‘freundlich, gütig, barmherzig, wohltätig’, asächs. mildi, mnd. mnl. afries. aengl. milde, nl. engl. mild, anord. mildr, schwed. mild, got. -mildeis, germ. *mildi- lassen sich außergerm. vergleichen mit aind. márdhati ‘vernachlässigt, verläßt, gibt preis’ (entwickelt aus ‘wird zerrieben, weich, schlaff, läßt nach’), griech. malthakós (μαλθακός) ‘weich, zart’, málthē (μάλθη) ‘Wachs-, Pechgemisch’ und führen mit diesen auf ie. *meldh-, während die eng verwandten aind. mṛdúḥ ‘weich, zart, mild’, lat. mollis ‘weich, mild, sanft’, aslaw. mladъ ‘jung, zart, sanft, frisch’, russ. molodój (молодой) ‘jung’ ie. *meld- (bzw. *mḷd-) ‘weich’ voraussetzen. Beides sind Dentalerweiterungen der Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (s. ↗mahlen), wobei für die Adjektivbildungen eine Bedeutungsentwicklung ‘zermahlen, zerrieben’ zu ‘weich, sanft’ anzunehmen ist. Im Germ. erfolgt Übergang zu ‘freundlich’, das als schmückendes Beiwort des weltlichen Herrschers ‘leutselig, edelmütig’ und unter christlichem Einfluß ‘sanftmütig’ ergibt, so daß das Adjektiv als standesgemäße Eigenschaft eines Herrn soviel wie ‘fürsorglich, sorgend, freigebig’ und schließlich auch ‘barmherzig’ bedeuten kann (vgl. milde Gabe). Aus der Gesinnungsbezeichnung ‘gütig, sanft, freundlich’ (im Gegensatz zu ‘streng, hart’) ergibt sich vom 15. Jh. an eine Erweiterung des Anwendungsbereiches, und mild gilt auch vom Klima (mildes Wetter, milde Jahreszeit), von Farben, vom Geschmack (milder Wein) u. dgl. Milde f. ‘Sanftmütigkeit, Freundlichkeit, Nachsicht’, ahd. milta (9. Jh.), mhd. milte, milde ‘Freundlichkeit, Gnade, Barmherzigkeit, Zärtlichkeit, Wohltätigkeit’. mildern Vb. ‘in seiner Wirkung lindern’ (15. Jh.), gegenüber ahd. milten ‘sich erbarmen’ (9. Jh.), mhd. milten, milden ‘mild sein oder werden, mild machen’. mildtätig Adj. ‘freigebig, wohltätig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Antonyme
  • Milde
Synonymgruppe
Milde · Mildheit · ↗Nachgiebigkeit · ↗Sanftheit · ↗Weichheit
Assoziationen
Synonymgruppe
Friedfertigkeit · Milde · ↗Sanftheit · ↗Sanftmut · ↗Sanftmütigkeit · ↗Zahmheit · sanft(mütig)es Wesen
Assoziationen

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Milder gestimmt ist ihr Kollege Matthias Frasch von der SGZ-Bank.
Der Tagesspiegel, 24.05.2000
Zitationshilfe
„Milde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Milde>, abgerufen am 19.08.2019.

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