Militarismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Militarismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mi-li-ta-ris-mus
Herkunft aus gleichbedeutend militarismefrz
eWDG

Bedeutung

Herrschaftssystem und Organisationssystem, das der Anwendung militärischer Gewalt die Hauptrolle in der Politik und allen Bereiche des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens zuweist
Beispiele:
der preußische Militarismus
die Beseitigung des Militarismus
gegen den wiedererstehenden Militarismus kämpfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Militär · Militärs · militärisch · Militarismus · Militarist · entmilitarisieren · militant
Militär n. ‘Armee, Heerwesen’, Übernahme (2. Hälfte 18. Jh.) von gleichbed. frz. militaire, einer kollektiven Verwendung von frz. militaire ‘Angehöriger des Heeres’, Substantivierung des Adjektivs mfrz. frz. militaire ‘den Krieg, die Armee betreffend’. Dies ist entlehnt aus lat. mīlitāris ‘die Soldaten, den Kriegsdienst betreffend’, zu lat. mīles ‘Soldat’. Militärs Plur. ‘höhere Offiziere’ (18. Jh.), vgl. frz. militaire ‘Angehöriger des Heeres’. militärisch Adj. ‘die Armee betreffend, soldatisch’ (18. Jh.), älter militarisch (17. Jh.), nach lat. mīlitāris (s. oben), später an frz. militaire angeglichen. Militarismus m. ‘Herrschaft des Militärs über das gesamte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Volkes und Staates’ (20. Jh.), zuvor ‘Militärherrschaft, Militärwesen’ (19. Jh.), frz. militarisme. Militarist m. (20. Jh.), frz. militariste. entmilitarisieren Vb. ‘aus einem Gebiet Truppen abziehen und militärische Einrichtungen entfernen’ (um 1918); vgl. frz. militariser ‘militärisch organisieren, mit militärischen Einrichtungen versehen’, démilitariser ‘den militärischen Charakter nehmen’, jünger ‘von Truppen und militärischen Einrichtungen frei machen’. militant Adj. ‘kämpferisch’, entlehnt (20. Jh., in lat. Form und Flexion bereits im 17. Jh. in dt. Texten) aus lat. mīlitāns (Genitiv mīlitantis), Part. Präs. von lat. mīlitāre ‘Kriegsdienste tun, als Soldat (lat. mīles, s. oben) kämpfen’.

Typische Verbindungen zu ›Militarismus‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Militarismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Militarismus‹

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Der preußische Militarismus ist doch nur ein Teil der deutschen Geschichte.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.1998
Was verstanden Sie unter dem letzteren und wie stellten Sie sich zu dem letzteren, nämlich dem Militarismus?
o. A.: Einhundertsiebzehnter Tag. Dienstag, 30. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19366
Bayerische Bauern waren von jeher innerlich Gegner des preußischen Militarismus.
Süddeutsche Zeitung, 1995 [1945]
Diese anständige Auffassung hat mit Militarismus überhaupt nichts zu tun.
o. A.: Einhundertachtundsiebzigster Tag. Montag, 15. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13620
Ferner sollte dieser Feiertag dazu dienen, in der ganzen Welt einmütig gegen den immer mehr überhandnehmenden Militarismus Front zu machen.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 25886
Zitationshilfe
„Militarismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Militarismus>, abgerufen am 15.01.2021.

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