Milz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Milz · Nominativ Plural: Milzen
Aussprache
Wortbildung mit ›Milz‹ als Erstglied: ↗Milzbrand · ↗Milzentzündung · ↗Milzsucht
eWDG, 1974

Bedeutung

drüsenartiges lymphatisches Bauchorgan bei Menschen und Wirbeltieren, das rote Blutkörperchen abbaut und weiße bildet
Beispiel:
eine Erkrankung der Milz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Milz · Milzbrand
Milz f. drüsenähnliches, in den Blutkreislauf einbezogenes Organ aus lymphatischem Gewebe, ahd. milzi n. (9. Jh.), mhd. milz(e) n., mnd. mnl. milte f., nl. milt f., afries. milte f., aengl. milte f., milt m., engl. milt, anord. milta, milti n., schwed. mjälte, germ. *milti-. Die Milz gilt in der alten Medizin als ein Organ, das die Speisen auflöst und verdauen hilft, so daß Anschluß an die s-losen Formen der unter ↗schmelzen (s. d.) behandelten Verben wie aengl. meltan ‘schmelzen, verbrennen, verdauen’, anord. melta ‘verdauen, schmelzen’ und damit an die dort genannte Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (s. auch ↗mahlen) möglich ist. Oder man nimmt an, daß das Organ nach seinem Aussehen benannt ist, und verbindet Milz im Hinblick auf die milchig-weißen sagokornähnlichen Milzfollikeln mit den unter ↗Milch (s. d.) genannten Formen. Der im Hd. auftretende Übergang vom neutralen zum femininen Genus vollzieht sich im 18. Jh. Milzbrand m. fiebrige, tödlich verlaufende Infektionskrankheit der Milz bei Tieren, die auf Menschen übertragen werden kann (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauchspeicheldrüse Blinddarm Blutung Brie Darm Galle Gallenblase Gehirn Gewebe Hirn Immunzelle Knochenmark Leber Lunge Lymphknoten Mage Mandel Nebenniere Niere Pankreas Rückenmark Schwellung Speiseröhre Thymus Vergrößerung anschwellen entfernen schwellen vergrößert zerfetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Milz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Milz war zweimal so dick wie ein gesundes Organ.
Bild, 24.08.2004
Und nun zeige ich Ihnen das Bild der herausgenommenen Milz.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 125
Sie und ihre ehedem stark angeschwollene Milz sind heute normal groß.
Die Zeit, 10.06.1994, Nr. 24
Später schwillt dann die Milz an, am Rumpf zeigen sich stecknadelkopfgroße rote Flecken.
o. A. [ur.]: Typhus. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1974]
In andern Fällen scheint die Entstehung mit einer Überfunktion des blutzerstörenden Apparates der Milz im Zusammenhang zu stehen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 412
Zitationshilfe
„Milz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Milz>, abgerufen am 25.08.2019.

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