Mime, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mimen · Nominativ Plural: Mimen
Aussprache
WorttrennungMi-me
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet, scherzhaft Schauspieler
Beispiele:
ein genialer, berühmter Mime
den Mimen zujubeln
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze [SchillerWallenst.Prolog]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mime · Mimik · mimisch · mimen
Mime m. ‘Schauspieler’, Entlehnung (18. Jh.) aus lat. mīmus ‘Schauspieler’ (auch ‘Schauspiel, Possenspiel’), griech. mī́mos (μῖμος), s. unten. Mime wird durch Schiller geläufig und ein gehobener Ausdruck neben leicht abschätzigem Komödiant. Mimik f. ‘Gebärden- und Mienenspiel’ (18. Jh.), Neubildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos ‘Nachahmer, Schauspieler, ohne Masken gespielte (oft derbe) Szene des Alltagslebens, Possenspiel’ bzw. lat. mīmicus, griech. mīmikós (μιμικός) ‘schauspielerisch, possenhaft’ (daher auch ‘unanständig, unzüchtig’) nach dem Vorbild anderer Substantive auf -ik (aus lat. -ica für Substantivierungen fem. Adjektivformen); vielleicht in Anlehnung an (allerdings nur vereinzelt bezeugtes) lat. ars mīmica ‘Schauspielkunst’. mimisch Adj. ‘durch Gesichtsausdruck und Gebärden darstellend, schauspielerisch, die Mimik betreffend’ (18. Jh.). mimen Vb. ‘schauspielern’, verallgemeinert ‘etw. treiben, tun’ (19. Jh.), ‘sich den Anschein geben, vortäuschen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akteur · ↗Darsteller · Mime · ↗Schauspieler  ●  ↗Schmierenkomödiant  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Komparse · ↗Statist
  • Double · Ersatzdarsteller
  • Filmschauspieler
  • Mario Girotti (bürgerlich) · Terence Hill
  • Bud Spencer · Carlo Pedersoli (bürgerlich)
  • Greta Garbo · Greta Lovisa Gustafsson  ●  (die) Göttliche  ugs. · (die) Traumprinzessin der Ewigkeit  ugs. · (die) schwedische Sphinx  ugs.
  • Dick und Doof · Laurel und Hardy · Stan & Ollie · Stan Laurel und Oliver Hardy
  • (der) Mann, der niemals lachte · Buster Keaton
  • Elvis Presley  ●  Elvis  ugs. · der King  ugs.
  • Bühnenkünstler · ↗Theaterschauspieler
  • Curd Jürgens  ●  (der) normannische Kleiderschrank  ugs.
  • Laiendarsteller · ↗Laienschauspieler
Assoziationen
Synonymgruppe
Darstellung · ↗Imitation · ↗Maskerade · Mime · ↗Schauspiel · ↗Verkörperung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alberich Beckmesser Bühne Loge Musiker Regisseur Schauspieler Sänger alternd begnadet berühmt geboren gefeiert geworden greis populär

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mime‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Prunkt doch dieses Theater mit erlesenen Namen; beschäftigt betörende Mimen, respektable Regisseure, erfolgreiche Autoren.
Die Welt, 16.07.2002
Den einstigen Mimen, die schon lange da sind, gefällt das nicht.
Süddeutsche Zeitung, 30.01.1999
Immerhin seien die antiken Schauspieler mehr wert gewesen als die jetzigen Mimen.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 466
Der war in jener vergangenen Zeit ein fetter Mime der Frömmigkeit.
Tucholsky, Kurt: Was dem Lakaien seine Livree ist der Republik ihre Sieges-Allee. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 6795
Auch ich war ein Mime im lockigen Haar «, sagte er.
Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 3
Zitationshilfe
„Mime“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mime>, abgerufen am 18.10.2019.

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