Mimesis, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMi-me-sis (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich
1.
a)
in der Antike   nachahmende Darstellung der Natur im Bereich der Kunst
b)
in der platonischen Philosophie   Kennzeichnung der Methexis als bloße Nachahmung einer Idee
2.
antike Rhetorik
a)
spottende Wiederholung der Rede eines anderen
b)
Nachahmung eines Charakters mit Worten, die diesen Charakter besonders gut kennzeichnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begriff Ideal Konstruktion Nachahmung Simulation digital

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mimesis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Lesen als Mimesis des Lebens lässt sich aber wie dieses nicht wiederholen.
Der Tagesspiegel, 08.12.2002
Sie müssen es sich versagen, denn es ist in der ästhetischen Mimesis unfaßbar, unformbar.
Die Zeit, 10.05.1974, Nr. 20
Schwer in meinem Selbstbewußtsein erschüttert durch Auerbachs überwältigend gute Mimesis.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 365
Durch seine Konstitution vollzieht sich der Übergang von reflektorischer Mimesis zu beherrschter Reflexion.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 205
Andererseits hatte sie religiöse und soziale Realitäten zu interpretieren, die nicht der gleichen Mimesis offenstanden wie die Sinnenwelt.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 381
Zitationshilfe
„Mimesis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mimesis>, abgerufen am 21.10.2019.

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