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Mimik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mimik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mi-mik
Wortbildung  mit ›Mimik‹ als Erstglied: mimisch  ·  mit ›Mimik‹ als Letztglied: Melomimik
Herkunft zu mī́mosgriech (μῖμος) ‘Nachahmer, Schauspieler, ohne Masken gespielte (oft derbe) Szene des Alltagslebens, Possenspiel’
eWDG

Bedeutung

Gebärdenspiel
Beispiele:
die feine, sprechende, bewegliche Mimik dieses Schauspielers
die Mimik ihres Gesichtes wechselte rasch
die Mimik des erschrockenen Sichabwendens [ HamannGesch. d. Kunst2,423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mime · Mimik · mimisch · mimen
Mime m. ‘Schauspieler’, Entlehnung (18. Jh.) aus lat. mīmus ‘Schauspieler’ (auch ‘Schauspiel, Possenspiel’), griech. mī́mos (μῖμος), s. unten. Mime wird durch Schiller geläufig und ein gehobener Ausdruck neben leicht abschätzigem Komödiant. – Mimik f. ‘Gebärden- und Mienenspiel’ (18. Jh.), Neubildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos ‘Nachahmer, Schauspieler, ohne Masken gespielte (oft derbe) Szene des Alltagslebens, Possenspiel’ bzw. lat. mīmicus, griech. mīmikós (μιμικός) ‘schauspielerisch, possenhaft’ (daher auch ‘unanständig, unzüchtig’) nach dem Vorbild anderer Substantive auf -ik (aus lat. -ica für Substantivierungen fem. Adjektivformen); vielleicht in Anlehnung an (allerdings nur vereinzelt bezeugtes) lat. ars mīmica ‘Schauspielkunst’. mimisch Adj. ‘durch Gesichtsausdruck und Gebärden darstellend, schauspielerisch, die Mimik betreffend’ (18. Jh.). mimen Vb. ‘schauspielern’, verallgemeinert ‘etw. treiben, tun’ (19. Jh.), ‘sich den Anschein geben, vortäuschen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mimik‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mimik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mimik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sich zu benehmen weiß, verfügt man auch über die entsprechende Mimik. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Sie erzählte von ihrem Unterricht, täglich eine Stunde, nur Mimik, nicht sprechen. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 28]
Die Mimik sei zu komplex, um von einer Software gelesen zu werden. [Die Zeit, 30.06.2012, Nr. 04]
Er hat seine Mimik nicht mehr unter Kontrolle, seine Augen irren durch den Saal. [Die Zeit, 29.04.2002, Nr. 17]
Das wäre jedenfalls eine mögliche Erklärung für die entgleiste Mimik. [Süddeutsche Zeitung, 06.12.2003]
Zitationshilfe
„Mimik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mimik>.

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