Mimik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mimik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMi-mik (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungmimisch-ik
Wortbildung mit ›Mimik‹ als Letztglied: ↗Melomimik
eWDG, 1974

Bedeutung

Gebärdenspiel
Beispiele:
die feine, sprechende, bewegliche Mimik dieses Schauspielers
die Mimik ihres Gesichtes wechselte rasch
die Mimik des erschrockenen Sichabwendens [HamannGesch. d. Kunst2,423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mime · Mimik · mimisch · mimen
Mime m. ‘Schauspieler’, Entlehnung (18. Jh.) aus lat. mīmus ‘Schauspieler’ (auch ‘Schauspiel, Possenspiel’), griech. mī́mos (μῖμος), s. unten. Mime wird durch Schiller geläufig und ein gehobener Ausdruck neben leicht abschätzigem Komödiant. Mimik f. ‘Gebärden- und Mienenspiel’ (18. Jh.), Neubildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos ‘Nachahmer, Schauspieler, ohne Masken gespielte (oft derbe) Szene des Alltagslebens, Possenspiel’ bzw. lat. mīmicus, griech. mīmikós (μιμικός) ‘schauspielerisch, possenhaft’ (daher auch ‘unanständig, unzüchtig’) nach dem Vorbild anderer Substantive auf -ik (aus lat. -ica für Substantivierungen fem. Adjektivformen); vielleicht in Anlehnung an (allerdings nur vereinzelt bezeugtes) lat. ars mīmica ‘Schauspielkunst’. mimisch Adj. ‘durch Gesichtsausdruck und Gebärden darstellend, schauspielerisch, die Mimik betreffend’ (18. Jh.). mimen Vb. ‘schauspielern’, verallgemeinert ‘etw. treiben, tun’ (19. Jh.), ‘sich den Anschein geben, vortäuschen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gesichtsausdruck · ↗Miene · ↗Mienenspiel · Mimik
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (den) Mund spitzen · (die) Lippen aufwerfen · (die) Lippen spitzen · (die) Lippen vorstülpen · (eine Art) Kussmund machen  ●  (die) Lippen schürzen  selten
  • Flunsch · ↗Gesicht · ↗Schmollmund · vorgeschobene Unterlippe  ●  ↗Schnute  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blickkontakt Gebärde Gegenüber Geste Gestik Intonation Körperbewegung Körpereinsatz Körperhaltung Körpersprache Laufweg Motorik Physiognomik Sprechweise Tonfall Wortwahl ausdrucksstark ausdrucksvoll beredt exaltiert expressiv imitieren maskenhaft minimalistisch sparsam starr unbewegt unnachahmlich versteinert verzerrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mimik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sich zu benehmen weiß, verfügt man auch über die entsprechende Mimik.
Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11
Sparsam steigern sie die Mimik zum dialogischen Drehen des Kopfes.
Der Tagesspiegel, 16.11.1996
Sie erzählte von ihrem Unterricht, täglich eine Stunde, nur Mimik, nicht sprechen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 28
Nachdem ich eine Weile unbeachtet herumgestanden habe, ärgert mich ihre Mimik.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 31
Eine optimistische Ausstrahlung zeigt sich natürlich in erster Linie in der Mimik.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 249
Zitationshilfe
„Mimik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mimik>, abgerufen am 21.07.2019.

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