Mimose, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mimose · Nominativ Plural: Mimosen
Aussprache 
Worttrennung Mi-mo-se
Wortbildung  mit ›Mimose‹ als Erstglied: Mimöschen · mimosenhaft
Herkunft aus gleichbedeutend Mimosabotan-lat < wohl mimosospan port ‘zärtlich, verhätschelt, empfindlich’
eWDG

Bedeutung

meist gelb blühende, holzige und krautige tropische Pflanze mit reizbaren Blättern, die sich bei der leisesten Berührung zusammenlegen
Beispiele:
der Duft der Mimosen
er ist (empfindlich) wie eine Mimose (= überempfindlich, sehr sensibel)
bildlich überempfindlicher, sehr sensibler Mensch
Beispiel:
eine … Bemerkung, die der gute Stiller, diese männliche Mimose, wieder sehr krumm nahm [ FrischStiller158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mimose · mimosenhaft
Mimose f. Name einer in Brasilien beheimateten Zierpflanze, deren Blätter bei leichter Berührung zusammenklappen. In der seit dem 17. Jh. gebräuchlichen Bezeichnung botan.-lat. Mimosa (wohl nach frz. herbe mimose, 1619) wird meist eine gelehrte Bildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos (μῖμος) ‘Schauspieler’ (s. Mime) gesehen, die sich offenbar aus der Vorstellung erklärt, daß die Pflanze ausdrucksvoll wie ein Schauspieler reagiere. Semantisch einleuchtender und der Herkunft der Pflanze wegen durchaus möglich scheint allerdings Anschluß an das bereits im 16. Jh. bezeugte Adjektiv span. port. mimoso ‘zärtlich, verhätschelt, empfindlich’, abgeleitet von span. port. mimo ‘Liebkosung, Zärtlichkeit, Verhätschelung’, einem nur im Iberoroman. vorkommenden Substantiv, das nach Corominas 3, 376 ff. wohl lautmalenden Ursprungs ist und nicht (wie span. port. mimo ‘Mime, Gebärdenmacher’) auf lat. mīmus zurückgeht. In der Endung eingedeutschtes Mimose (19. Jh.), das ältere dt. Namen wie Sinnpflanze, -kraut, Fühlpflanze, -kraut (18. Jh.) verdrängt, wird auch auf einen ‘sensiblen, überempfindlichen Menschen’ übertragen. An diesen Gebrauch anknüpfend mimosenhaft Adj. ‘bei der kleinsten Berührung sich zurückziehend, überempfindlich, zart’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
empfindsame Seele · zarte Seele  ●  Mimose  fig. · Prinzessin auf der Erbse  fig. · Mimöschen  ugs., fig. · Sensibelchen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Mimose · Schamhafte Sinnpflanze  ●  Mimosa pudica  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Mimose‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mimose‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mimose‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Mimose hat er bisher nicht von sich reden gemacht. [Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40]
Damit prügeln sich jetzt dreizehn bis vierzehn Studenten um eine Mimose. [Die Zeit, 16.09.2004, Nr. 39]
Sie sprach von ihm wie von einer Mimose, zu zart, in ein Büro zu gehen, zu fein, in irdischer Luft zu atmen. [Die Zeit, 19.07.1951, Nr. 29]
Dann kann man nicht die Mimose spielen, wenn man selbst verletzt wird. [Der Tagesspiegel, 23.12.2002]
Dass der gleiche Mann, der keine Scheu hatte, sich so zu entblößen, plötzlich eine Mimose geworden sein soll, mag man kaum glauben. [Der Tagesspiegel, 13.10.2003]
Zitationshilfe
„Mimose“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mimose>.

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