Mimose, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mimose · Nominativ Plural: Mimosen
Aussprache
WorttrennungMi-mo-se
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Mimose‹ als Erstglied: ↗Mimöschen · ↗mimosenhaft
eWDG, 1974

Bedeutung

meist gelb blühende, holzige und krautige tropische Pflanze mit reizbaren Blättern, die sich bei der leisesten Berührung zusammenlegen
Beispiele:
der Duft der Mimosen
er ist (empfindlich) wie eine Mimose (= überempfindlich, sehr sensibel)
bildlich überempfindlicher, sehr sensibler Mensch
Beispiel:
eine ... Bemerkung, die der gute Stiller, diese männliche Mimose, wieder sehr krumm nahm [FrischStiller158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mimose · mimosenhaft
Mimose f. Name einer in Brasilien beheimateten Zierpflanze, deren Blätter bei leichter Berührung zusammenklappen. In der seit dem 17. Jh. gebräuchlichen Bezeichnung botan.-lat. Mimosa (wohl nach frz. herbe mimose, 1619) wird meist eine gelehrte Bildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos (μῖμος) ‘Schauspieler’ (s. ↗Mime) gesehen, die sich offenbar aus der Vorstellung erklärt, daß die Pflanze ausdrucksvoll wie ein Schauspieler reagiere. Semantisch einleuchtender und der Herkunft der Pflanze wegen durchaus möglich scheint allerdings Anschluß an das bereits im 16. Jh. bezeugte Adjektiv span. port. mimoso ‘zärtlich, verhätschelt, empfindlich’, abgeleitet von span. port. mimo ‘Liebkosung, Zärtlichkeit, Verhätschelung’, einem nur im Iberoroman. vorkommenden Substantiv, das nach Corominas 3, 376 ff. wohl lautmalenden Ursprungs ist und nicht (wie span. port. mimo ‘Mime, Gebärdenmacher’) auf lat. mīmus zurückgeht. In der Endung eingedeutschtes Mimose (19. Jh.), das ältere dt. Namen wie Sinnpflanze, -kraut, Fühlpflanze, -kraut (18. Jh.) verdrängt, wird auch auf einen ‘sensiblen, überempfindlichen Menschen’ übertragen. An diesen Gebrauch anknüpfend mimosenhaft Adj. ‘bei der kleinsten Berührung sich zurückziehend, überempfindlich, zart’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
empfindsame Seele · zarte Seele  ●  Mimose  fig. · Prinzessin auf der Erbse  fig. · ↗Mimöschen  ugs., fig. · ↗Sensibelchen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Mimose · Schamhafte Sinnpflanze  ●  Mimosa pudica  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agave Akazie Duft Eukalyptus Kamelie Lavendel Magnolie Oleander Orchidee Palme Pflanze Rose Veilchen Zitrone aggressiv blühen blühend duften echt gelb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mimose‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann kann man nicht die Mimose spielen, wenn man selbst verletzt wird.
Der Tagesspiegel, 23.12.2002
Als Mimose hat er bisher nicht von sich reden gemacht.
Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40
Tatsächlich kann man den Flüssigkeitsaustritt an den Blattgelenken der Mimose direkt nachweisen.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 443
Stiller scheint wirklich der Inbegriff einer männlichen Mimose gewesen zu sein.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 97
Ja, in Ausnahmefällen beschämen sie sogar den besten Gatten, den strengsten Richter und die ätherischste Mimose.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 333
Zitationshilfe
„Mimose“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mimose>, abgerufen am 15.12.2019.

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