Minderheitenfrage, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Minderheitenfrage · Nominativ Plural: Minderheitenfragen
WorttrennungMin-der-hei-ten-fra-ge
WortzerlegungMinderheit-frage
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutung

Problem, das die Einbindung und den Schutz nationaler, ethnischer, religiöser u. a. Minderheiten innerhalb einer größeren Gemeinschaft betrifft   die gesamte, Minderheiten betreffende Problematik als politisches Thema
Beispiele:
In den 1990er Jahren – nach dem Zusammenbruch der Vielvölkerstaaten Sowjetunion, Jugoslawien und Tschechoslowakei – gewannen Minderheitenfragen erneut an politischer Bedeutung. Dabei war es zunächst die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und später der Europarat, die sich für die Lösung der ethnischen Konflikte durch bilaterale und multilaterale Vertragswerke einsetzten. [Minderheitenschutzverträge, aufgerufen am 15.11.2017]
Im krassen Gegensatz dazu [der Situation in Indien] stehen die Malediven, in deren homogener Bevölkerung es keinerlei Minderheitenfragen oder andere ethnisch-religiöse Konflikte gibt. [Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2016]
Zwischen Budapest und Bratislava gibt es immer wieder Spannungen wegen der Minderheitenfrage. Der jüngste Streit entzündete sich an neuen Lehrbüchern für die ungarischen Schulen in der Slowakei: Darin sollen zahlreiche geografische Bezeichnungen auf Slowakisch und nicht auf Ungarisch abgedruckt sein. Die Ungarnpartei (MKP) protestierte […]. [Der Standard, 06.10.2008]
Im Lauf der Zeit – und nicht erst seit den »ethnischen Säuberungen« in Exjugoslawien – besann man sich […] innerhalb des UN-Systems wieder auf Minderheitenfragen als auf ein spezifisches, völkerrechtlicher Regelungen bedürftiges Problemfeld. Erstmals in der Geschichte der Vereinten Nationen findet sich 1966 im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) auch eine Bestimmung rechtsverbindlichen Charakters zum Minderheitenschutz. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2006]
Während im Westen die Problematik nationaler Minderheiten nicht nur dank einer liberalen Politik, sondern auch durch Grenzkorrekturen, wie beispielsweise zwischen Deutschland und Dänemark nach dem Ersten Weltkrieg, entschärft wurde, hat die Minderheitenfrage im Osten mit zum Teil grossen nationalen Minoritäten ausserhalb des Mutterlandes nichts von ihrer Explosivkraft eingebüsst. [Neue Zürcher Zeitung, 26.01.1993]
Kollokation:
als Genitivattribut: die Regelung, Lösung der Minderheitenfrage

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behandlung Lösung Menschenrechte Regelung Völkerbund Zentrum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Minderheitenfrage‹.

Zitationshilfe
„Minderheitenfrage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Minderheitenfrage>, abgerufen am 20.04.2018.

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