Minderheitsregierung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Minderheitsregierung · Nominativ Plural: Minderheitsregierungen
Nebenform Minderheitenregierung · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Minderheitenregierung · Nominativ Plural: Minderheitenregierungen
Worttrennung Min-der-heits-re-gie-rung ● Min-der-hei-ten-re-gie-rung
Wortzerlegung MinderheitRegierung
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

im Parlamentarismus   eine Regierung (1 b), deren Fraktionen über keine Mehrheit im Parlament verfügen und gemäß demokratischem Mehrheitsprinzip für bestimmte Beschlüsse Stimmen aus Fraktionen, die nicht an der Regierung beteiligt sind, gewinnen müssen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine tolerierte, geduldete, von jmdm. unterstützte Minderheitsregierung
als Akkusativobjekt: eine Minderheitsregierung dulden, tolerieren, bilden, anstreben
als Dativobjekt: einer Minderheitsregierung vorstehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: Mehrheitsbeschaffer für eine Minderheitsregierung; weitermachen, regieren mit einer Minderheitsregierung
Beispiele:
Verlässt die SPD tatsächlich demnächst die Große Koalition, kann es auf drei Wegen weitergehen. Angela Merkel macht ohne feste Koaltions‑Mehrheit weiter (»Minderheitsregierung«), sucht für bestimmte Vorhaben Verbündete unter den Abgeordneten anderer Parteien. Spätestens beim Bundeshaushalt (Ende des Jahres) wird das aber extrem schwer. [Bild, 03.06.2019]
In Dänemark wird traditionell mit Minderheitsregierungen und wechselnden Mehrheiten regiert. [Welt am Sonntag, 02.06.2019]
Mariano Rajoy regiert in Madrid mit seiner konservativen Partei in einer Minderheitenregierung. [Die Zeit, 05.10.2017 (online)]
Die SPD‑Fraktion war so in der Lage, die Landesregierung in der laufenden Legislaturperiode zu bilden, die angesichts der fehlenden Parlamentsmehrheit eine Minderheitsregierung darstellt. […] Für die Minderheitsregierung bedeutet diese Konstellation, dass sie für zu entscheidende Sachfragen die jeweils notwendige Mehrheit im Parlament regelmäßig neu aushandeln muss. [Roy, Klaus-Bernhard (Hg.), Wahlen 2002 in Sachsen-Anhalt. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2002, S. 34]
Die CDU wirft der SPD mit Blick auf die Regierungsbildung in Sachsen‑Anhalt vor, sie wolle eine Volksfront bilden, weil eine rot‑grüne Minderheitsregierung nur mit Duldung der PDS handlungsfähig sei. [Volksfront. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000, München: DIZ 2000 [1994]]
Die SPD lehnt das Angebot mit der Begründung ab, daß eine Große Koalition zu einer »Perpetuierung und Stabilisierung« der Grünen führen würde, woran weder SPD noch CDU interessiert seien. Man müsse sich mit einer Minderheitsregierung […] abfinden, die mit wechselnden Mehrheiten regieren werde. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]

Typische Verbindungen zu ›Minderheitsregierung‹, ›Minderheitenregierung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Minderheitsregierung‹.

Zitationshilfe
„Minderheitsregierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Minderheitsregierung>, abgerufen am 25.11.2020.

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